Alfred Herrhausen Gesellschaft
Die Alfred Herrhausen Gesellschaft und der Urban Age Award der Deutschen Bank
Die AHG, gegründet 1992, ist das internationale Forum der Deutschen Bank. Rund um die Urban Age Konferenzen und den Urban Age Award der AHG sind weltweite Netzwerke entstanden, die nach besseren Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen forschen
Noch bis vor kurzem war das „ Edifício União“ ein Hochhaus-Slum in São Paulo: ein Rohbau im Zentrum von Brasiliens größter Metropole, in dem 73 Familien unter zum Teil lebensgefährlichen Bedingungen lebten. Mit der Hilfe von Architekturstudenten machte die Hausgemeinschaft in Eigenregie aus dem maroden Haus ein sicheres Zuhause – und bekam dafür den „Deutsche Bank Urban Age Award“ der Alfred Herrhausen Gesellschaft, dem internationalen Forum der Deutschen Bank.
Investiert werden die 100 000 Dollar Preisgeld jetzt in Bildungsmaßnahmen und in die weitere Renovierung der Wohnungen, worüber sich auch Gabrielly freut, eine 13 Jahre alte Mitbewohnerin des Edifício União. Am 5. Dezember 2008 schrieb das Mädchen in einem Brief an die Alfred Herrhausen Gesellschaft:
„Das Urban Age Award-Projekt ist weit entfernt davon, ein einseitiges Projekt zu sein, das geschlossen und geschützt, fern des wahren Lebens und unveränderlicher Bräuche steht. Die Welt des Urban Age Award ist keineswegs uniform, seine Gemeinschaft ist nicht künstlich. Sie ist verbunden mit der Wirklichkeit, verbunden mit der Außenwelt, mit täglicher Routine … Was kann man also tun, um São Paulo in eine lebenswertere Metropole zu verwandeln? Antworten findet man in Initiativen, die von ihren Bewohnern entwickelt wurden. Aus diesem Grund bedanken wir, die Bewohner des Edifício União, uns dafür, dass wir ein Modell für Alternativen, eine Lösungsmöglichkeit für Probleme in Megacitys sind.
Herzlichst , Gabrielly.“
130 Bewerbungen gingen in São Paulo im vergangenen Jahr für den Urban Age Award ein, den die Alfred Herrhausen Gesellschaft seit 2007 jährlich vergibt. Vier Projekte kamen in die engere Wahl. Weil die Qualität bei allen sehr hoch war, vergab die Jury nicht nur den Hauptpreis – die drei anderen Projekte erhielten von der Deutsche Bank Americas Foundation den symbolischen Betrag von 5 000 Dollar.
Ausgezeichnet werden kreative, bereits bestehende Projekte zur Verbesserung des Lebens in den wachsenden Megametropolen. Voraussetzung ist, dass Bürger, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und staatliche Einrichtungen partnerschaftlich und vorbildlich zusammenarbeiten. Eine international und regional besetzte Jury wählt den Gewinner aus.

Den ersten Urban Age Award gewannen im Jahr 2007 Triratna Prerana Mandal (TPM) und das Waterfronts Center in Mumbai. TPM versucht, die Lebens- und Arbeitsbedingungen im größten Slum Asiens zu verbessern und den Menschen mit Bildungsangeboten zu helfen, dem Sog der Armut zu entkommen. Das Waterfronts Center ist eine Bürgerinitiative, die einen ganzen Küstenstreifen von Müllhalden befreit und ihn für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

Gekoppelt ist der Preis mit der jährlichen Urban Age Konferenz, die seit 2005 von der Alfred Herrhausen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der London School of Economics in wechselnden Megacitys veranstaltet wird. Und das mit großem Erfolg. Die wachsende internationale Bedeutung der Urban Age Konferenzen dokumentieren auch die stetig steigenden Teilnehmerzahlen: Kamen zur ersten Konferenz 2005 in New York noch 150 Besucher, waren es im vergangenen Jahr bereits rund 400. Zur Konferenz in Mexiko-Stadt kam 2006 der damalige mexikanische Staatspräsident Vicente Fox, die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel war 2007 Gast des Deutsche Bank- Vorstandsvorsitzenden Dr. Josef Ackermann im indischen Mumbai. Im Jahr 2009 wird die Urban Age Konferenz im türkischen Istanbul, an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien, stattfinden.

Die Konferenzreihe der Alfred Herrhausen Gesellschaft hat während der vergangenen Jahre bewirkt, dass sich ein globales Netzwerk aus Stadtplanern, Bürgermeistern, Architekten, Wissenschaftlern und Organisationen entwickeln konnte, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: für die wachsenden Probleme der boomenden Megastädte des 21. Jahrhunderts – unter anderem in den Bereichen Verkehr, Umwelt, Migration, Kriminalität und soziale Strukturen – bessere Lösungen zu finden und die Lebensqualität dort zu verbessern.

Ein weiteres Netzwerk entsteht derzeit rund um den Deutsche Bank Urban Age Award. Die Alfred Herrhausen Gesellschaft will beide Netzwerke miteinander verknüpfen, um so deren Einfluss und Wirkung international weiter zu steigern. Eine treibende und nachhaltige Rolle spielt dabei die Deutsche Bank mit ihrer Kompetenz als globaler Finanzdienstleister und – nicht minder – mit ihren Mitarbeitern, die durch ihr persönliches Engagement als Corporate Volunteers beide Netzwerke und ihre Projekte unterstützen.
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Letzte Änderung: 25. Januar 2010
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