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Am 9. April 1870 nahm die Deutsche Bank in Berlin ihre Geschäftstätigkeit auf. Mit ihrer Gründung sollte in Deutschland eine neue Bank für den Außenhandel entstehen, die sich aus der Abhängigkeit von englischen und französischen Kreditinstituten befreien sollte.
Das erste Domizil der neu gegründeten Bank war bescheiden. Ein zweistöckiges Mietshaus in der Französischen Straße 21 in Berlin beherbergte die wenig repräsentativen Geschäftsräume.
Als die Idee zur Gründung der Deutschen Bank Gestalt annahm, geschah dies in einer Zeit des Umbruchs im Bankwesen. Die Finanzbedürfnisse der Industrie wuchsen im Zuge der Industrialisierung und verlangten nach einer Weiterentwicklung des traditionellen Bankgeschäfts. In Berlin zeigten sich einige Privatbankiers neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen; die treibende Kraft war Adelbert Delbrück, Chef des Bankhauses Delbrück Leo & Co. Gemeinsam mit dem Politiker, Bankier und Geldtheoretiker Ludwig Bamberger gilt er als der „eigentliche Gründer“ der Deutschen Bank.
Der Name „Deutsche Bank“, der bald gefunden wurde, war zugleich Programm. Am Vorabend der Gründung des ersten deutschen Nationalstaats war es das erklärte Ziel der Initiatoren, eine deutsche Bank mit Sitz in der Hauptstadt des politisch und wirtschaftlich vorherrschenden Preußen zu schaffen, die den deutschen Außenhandel aus der Abhängigkeit von englischen und französischen Kreditinstituten befreien sollte. Ein Spezialinstitut für den Außenhandel sollte die neue Bank werden, wie das von der Gründungsversammlung am 22. Januar 1870 verabschiedete Statut betonte. "Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, ins Besondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen Europäischen Ländern und überseeischen Märkten."
Noch waren aber politische Hürden zu überwinden. In Preußen waren bisher nämlich alle Anträge zur Gründung von Aktienbanken von der Regierung abgelehnt worden. Dank der Reputation der Gründer und der Bedeutung, die dem Bankprojekt für den Finanzplatz Berlin beigemessen wurde, fiel diesmal die Entscheidung anders aus.
Am 10. März 1870 erteilte König Wilhelm I. die Konzession zur Errichtung der Firma „Deutsche Bank, Aktiengesellschaft“. Nun war das Weg frei für die erste Generalversammlung am 21. März, bei der 76 Aktionäre das Aktienkapital in Höhe von 5 Millionen Talern zeichneten und aus ihren Reihen einen 24köpfigen Verwaltungsrat wählte, zu dessen ersten Aufgaben gehörte, die künftige Leitung der Bank zu bestimmen. Die Wahl fiel unter anderen auf den jungen Juristen Georg Siemens, der sich bei Vertragsverhandlungen für die Firma Siemens über den Bau einer Telegraphenlinie in Persien bewährt hatte. Er wurde zum eigentlichen Motor und Ideenträger für die zukünftige Entwicklung der Deutschen Bank und fungierte in den nächsten 30 Jahren als ihr Vorstandssprecher.
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