„Beim weltweiten Wachstum wird eine Zwei-Klassengesellschaft immer deutlicher. Die Wachstumslokomotiven liegen ganz klar in Asien, wo inzwischen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt. Vor allem Asien hat die globale Konjunktur vor einer Depression bewahrt und ist inzwischen der wichtigste Treiber der Weltwirtschaft. Diese Entwicklung wird weiter voranschreiten und das Marktgeschehen deutlich bestimmen“, erklärte Joachim Häger, Vorsitzender der Geschäftsleitung Private Wealth Managment der Deutschen Bank, in seinem Kapitalmarktausblick für 2010 und 2011 vor 24 Journalisten in Frankfurt.
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Wealth Management Experten der Bank ihren vermögenden Privatkunden eine noch stärker international diversifizierte Geldanlage sowie ein breit über alle Anlageklassen und Märkte gestreutes Portfolio. Flexibilität und eine dynamische Asset Allocation seien zudem in einem weiterhin anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld für Investoren entscheidend, um nicht nur schnell auf fallende Märkte reagieren zu können, sondern auch, um kurze Aufwärtsbewegungen ohne Verzögerung abbilden und entsprechende Kursgewinne mitnehmen zu können.
Inflationsrisiken bleiben niedrig
Auf Basis der aktuellen Daten zu Arbeitslosigkeit, Kapazitätsauslastung und Geldmengenmultiplikatoren erwartet das PWM auf absehbare Zeit keine deutlich höhere Inflationsrate in den Industrieländern. „Auch in diesem und im nächsten Jahr ist nicht mit Inflationsraten über der Zielzone von 2% zu rechnen“, sagte Häger. Nicht der oft herangezogene Goldpreis, sondern der Rentenmarkt sei der bessere Indikator für Inflation. „Und hier ist das derzeit extrem niedrige Zinsumfeld ein zuverlässiges Barometer, dass keine Inflationsgefahr besteht.“
Rentenmärkte weiterhin relativ unattraktiv
„Anleihen bleiben weiterhin relativ unattraktiv“, so Björn Jesch, Chief Investment Officer, PWM. Im derzeitigen Umfeld seien die Realrenditen bei Bundesanleihen bis zu einer Laufzeit von sechs Jahren negativ. Am langen Ende dominierten hingegen die Risiken. Nach Ansicht von Jesch sind Unternehmensanleihen attraktiver als Staatsanleihen. Bei Unternehmensanleihen gelte jedoch, das Hauptaugenmerk auf gute Bonität, überschaubare Laufzeiten und eine breite Streuung zu legen.
Aktien mit weiterem Kurspotenzial
„Aktien haben derzeit das attraktivste Rendite-Risiko-Profil. Deshalb haben wir in unserer Asset Allocation einen Schwerpunkt auf Aktien im Allgemeinen und auf den deutschen Aktienmarkt im Besonderen gelegt“, erläuterte Jesch. Attraktive Kurschancen böten darüber hinaus auch die Aktienmärkte in den USA sowie in den asiatischen Schwellenländern. Bis ins Jahr 2011 hinein rechnen die Wealth Management Experten der Bank mit weiterem Kurspotenzial bei Aktien.
Alternative Investments rücken in den Vordergrund
Vor allem aufgrund ihrer günstigen Diversifikationseigenschaften rücken Alternative Investments immer stärker in den Vordergrund. Bei Industriemetallen, die teilweise sehr gut gelaufen sind, begrenzen derzeit Wachstumsängste in China und den USA die Kurschancen. Energierohstoffe haben hingegen noch Nachholbedarf, sinkende Angebotsmengen und steigende Nachfrage sprechen für einen weiteren Preisanstieg. Agrarrohstoffe wie Mais und Weizen dürften ebenso aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs vor allem aus China und Indien bei begrenztem Angebot gut unterstützt sein. „Auch den Edelmetallen trauen wir noch Potenzial zu, sehen aber auch, dass wir nahe an den historischen Höchstkursen notieren“, so Jesch.