Die Diversifikation unseres Refinanzierungsprofils nach Anlegerkategorien, Regionen, Produkten und Instrumenten ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Liquiditätsrisikomanagements. Unsere Kernfinanzierungsmittel stammen von Privatkunden, langfristigen Kapitalmarktinvestoren und den Kunden von Transaction Banking. Andere Kundeneinlagen sowie Geldaufnahmen von anderen Banken sind weitere Finanzierungsquellen.
Letztere werden primär zur Finanzierung der liquiden Aktiva eingesetzt. Um die weitgehende Diversifizierung der Refinanzierungsmittel sicherzustellen, halten wir eine Pfandbrieflizenz die uns die Emission von Hypothekenpfandbriefen ermöglicht. In 2010 haben wir unseren Schwerpunkt weiterhin auf den Ausbau unserer stabilen Kernfinanzierungsquellen gesetzt, und die Nutzung der kurzfristigen diskretionären Wholesalerefinanzierung dessen ungeachtet auf einem relativ niedrigen Niveau gehalten. Der Anteil der diskretionären Wholesalerefinanzierung ist über verschiedene Produkte (zum Beispiel CD, CP sowie Termin, Call- und Tagesgelder) sowie Laufzeiten diversifiziert. Die Akquisition der Postbank erhöhte deutlich das Volumen der stabilsten Refinanzierungsmittel. Der Status der Postbank als regulierte Bank und gelistetes Unternehmen, kann unseren Zugang zu dieser Liquidität einschränken.
Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung unserer externen Finanzierungsquellen (auf konsolidierter Basis unter Berücksichtigung der Postbank, die separat in der Grafik ausgewiesen ist), die zur Liquiditätsrisikoposition zum 31. Dezember 2010 und zum 31. Dezember 2009 beitragen. Sie sind jeweils in Mrd € sowie als prozentualer Anteil an den externen Finanzierungsquellen insgesamt dargestellt.

In die Liquiditätsablaufbilanz (Funding Matrix) stellen wir alle für das Refinanzierungsprofil relevanten Aktiva und Passiva nach ihrer Laufzeit in Zeitbänder ein. Da handelbare Wertpapiere in der Regel liquider sind, als ihre vertraglichen Laufzeiten erkennen lassen, haben wir individuelle Liquiditätsprofile erstellt, die deren relativen Liquiditätswert zeigen. Aktiva und Passiva aus dem Retail Banking, die üblicherweise unabhängig von den geltenden Kapitalmarktbedingungen erneuert oder verlängert werden (Immobilienfinanzierungen und Retaileinlagen), ordnen wir entsprechend der erwarteten Prolongation bestimmten Zeitbändern zu. Wholesaleprodukte stellen wir entsprechend ihren vertraglichen Laufzeiten ein.
Die Liquiditätsablaufbilanz zeigt für jedes Zeitband einen Überschuss beziehungsweise Fehlbestand an Finanzierungsmitteln und ermöglicht die Steuerung offener Liquiditätspositionen. Die Liquiditätsablaufbilanz bildet zusammen mit der strategischen Liquiditätsplanung, die das Angebot und die Nachfrage nach Refinanzierungsmitteln über alle Geschäftsbereiche hinweg prognostiziert, eine wichtige Grundlage für unseren jährlichen Emissionsplan. Nach Genehmigung durch das Capital and Risk Committee und den Vorstand werden unsere Emissionsziele nach Laufzeit, Volumen und Instrument festlegt. Per Jahresende 2010 haben wir in allen jährlichen Laufzeitbändern der Liquiditätsablaufbilanz (Jahr 2 – 10) Überschüsse ausgewiesen.
Insgesamt hat Treasury im Jahr 2010 Kapitalmarktinstrumente in Höhe von etwa EUR 22,9 Mrd begeben, EUR 3,9 Mrd mehr, als im ursprünglichen Emissionsplan vorgesehen.
Die Kapitalmarktemissionen stellen einen wichtigen Teil der unbesicherten Refinanzierungsmittel der Deutschen Bank dar und sind breit diversifiziert.
Das Gesamtvolumen der ausstehenden Kapitalmarktemissionen betrug zum Ende des 4. Quartals 2010 EUR 128 Mrd.
