Jede größere (nicht genau definierte) Menge von Aktien eines bestimmten Unternehmens im Besitz einer einzelnen Person oder eines anderen Unternehmens. Der Kauf bzw. Verkauf eines Paketes - meist außerhalb der Börse - wird Pakethandel genannt.
Bedeutet, der Kurs eines Wertpapiers entspricht seinem Nennwert. Wird ein Wertpapier zu einem Kurs über (unter) seinem Nennwert ausgegeben, spricht man von "über pari" (unter pari). Die Differenz ist das Agio (Disagio). Ein Wertpapier notiert zu pari, wenn es zu 100 Prozent des Nennwertes gehandelt wird.
Im Allgemeinen bezeichnet man das Austauschverhältnis zweier Währungen als Parität. An der Börse wird die Parität auch als Kurs verwendet, der sich für ein ausländisches Wertpapier bei Umrechnung der Notierung an der Heimatbörse in Inlandswährung ergibt.
Traditioneller Börsentypus, bei dem sich die Marktteilnehmer zu festen Zeiten physisch an einem Ort (Börsensaal) treffen, um Eigengeschäfte oder Kundenaufträge persönlich abzuwickeln (Parketthandel). Der Parketthandel verliert immer mehr zugunsten von Computerhandel an Bedeutung. So genannte elektronische Handelssysteme wie z.B. Xetra verdrängen den klassischen Parketthandel. Über 90 Prozent des deutschen Aktienhandels wird über Xetra abgewickelt.
Von Schweizer Aktiengesellschaften ausgegebenes Beteiligungspapier, das zwar mit Vermögensrechten ausgestattet ist, jedoch im Gegensatz zur Aktie keine Mitgliedschaftsrechte, insbesondere Stimmrecht, verbrieft. Die Gesellschaft schützt sich somit vor unerwünschten Einflüssen bzw. Überfremdung bei gleichzeitiger Zuführung von neuem risikotragenden Kapital. Partizipationsscheine sind in rechtlicher Hinsicht den Genussscheinen vergleichbar.
Die Passivseite der Bilanz zeigt mit dem Ausweis von Eigenkapital und Fremdkapital die Herkunft der Mittel, die der Finanzierung der (Aktiv-) Geschäfte des Unternehmens dienen.
Bankgeschäfte, die der Beschaffung von Geldkapital dienen und damit Verbindlichkeiten für die Bank darstellen. Zu den Passivgeschäften gehört die Hereinnahme von Einlagen und die Ausgabe von eigenen Schuldverschreibungen (Obligationen). Gegensatz: Aktivgeschäfte.
In der Regel nicht an Börsen gehandelte Aktien mit einem ausgesprochen niedrigem Kurswert von zumeist weniger als einem Dollar. Die Aktien werden häufig nur über ein einzelnes Brokerhaus vertrieben. Penny Stocks sind mit besonders hohen Risiken für die Anleger verbunden.
Juristisch unabhängige Alterversorgungsträger, die die ihnen zur Verfügung gestellten Gelder zweckgebunden verwalten und sie im Versorgungsfall auszahlen. Der Pensionsfonds gewährt den Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch. Er muss von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen werden und unterliegt auch nach Zulassung der Aufsicht durch diese. Das Vermögen des Pensionsfonds ist vom Unternehmensvermögen getrennt und damit auch im Falle des Unternehmenskonkurses gesichert. Beitragszahlungen an Pensionsfonds können vom Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer erfolgen und sind üblicherweise in ihrer Höhe variabel. Versorgungszusagen folgen entweder dem Prinzip des "Defined Benefit" oder dem Modell des "Defined Contribution". Bei Defined-Benefit-Plänen wird dem Arbeitnehmer eine bestimmte, vorab definierte Leistung zugesagt. Die Beiträge richten sich unter Zuhilfenahme versicherungsmathematischer Berechnungen nach der voraussichtlichen Höhe der Leistung und der bislang erzielten oder erwarteten Rendite der Kapitalanlagen. Sie sind also variabel. Bei Defined-Contribution-Plänen ist hingegen lediglich die Höhe des Beitrages fest definiert, während die resultierende spätere Renten- oder Kapitalleistung in ihrer Höhe unbestimmt ist.
Geschäft, bei dem der Pensionsgeber Vermögensgegenstände wie z.B. Wertpapiere gegen Zahlung eines Geldbetrages auf einen Pensionsnehmer überträgt. Gleichzeitig wird vereinbart, dass der Pensionsnehmer die Wertpapiere zu einem bestimmten oder noch zu bestimmenden Zeitpunkt gegen Entrichtung des Rückkaufpreises zurückverkauft. Der Rückkaufpreis setzt sich aus dem Kaufpreis und der Pensionsgebühr (Repo-Satz) zusammen, die bei Abschluss des Pensionsgeschäfts vereinbart werden. Der wirtschaftliche Zweck besteht regelmäßig in der Überlassung von Liquidität bzw. Finanzierungsmitteln an den Pensionsgeber. Synonym: Repo-Geschäft (Repurchase-Agreement).
Ist die angelsächsische Bezeichnung für Leistung. Im Wertpapiergeschäft ist Performance eine Messgröße zur Erfolgsbeurteilung von Kapitalanlagen und bedeutet die prozentuale Wertentwicklung eines Investments oder eines Portfolios - meist bezogen auf den Zeitraum eines Jahres.
Index, der im Gegensatz zum Kursindex um Dividenden und Kapitalveränderungen bzw. Zinszahlungen bereinigt wird. Die Deutsche Börse berechnet die wichtigen Aktien- und Rentenindizes zugleich als Kurs- und Performance-Indizes. Dividenden- und sonstige Zahlungen an die Aktionäre werden bei der Berechnung eines Aktien-Performance-Index in das fiktive Portfolio reinvestiert. Rentenkurs-Indizes werden unter Berücksichtigung des Zinsertrags - d.h. Reinvestition des abdiskontierten durchschnittlichen Jahreskupons - berechnet.
Festverzinsliches Wertpapier (Schuldverschreibung) einer privaten Hypothekenbank, Schiffspfandbriefbank oder eines öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts, durch dessen Ausgabe sich der Emittent Kapital verschafft. Das Kapital wird gegen die Bestellung von Hypotheken als Darlehen, insbesondere für den Wohnungsbau, vergeben. Ein Treuhänder kontrolliert, dass die emittierten Pfandbriefe zu jeder Zeit in gleicher Höhe durch Hypotheken mit mindestens gleichem Zinsertrag gedeckt sind. Pfandbriefe werden an der Börse gehandelt. Die Bezeichnung Pfandbrief ist gesetzlich geschützt. Pfandbriefe bieten in der Regel eine etwas höhere Rendite als Bundesanleihen, sind jedoch in Hinblick auf die Bonität der Emissionen als ähnlich sicher anzusehen. Sie sind mündelsicher, lombardfähig und deckungsstockfähig.
Bestimmte, von den Zulassungsstellen der Börsen benannte Zeitungen, in denen die Wertpapieremittenten alle Bekanntmachungen, zu denen sie verpflichtet sind, veröffentlichen müssen, z.B. die Prospekte der Börseneinführung (Börsenprospekt), die Termine der Hauptversammlungen, die Jahresabschlüsse (Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung), Bezugsrecht, Auslosungen usw.
Bei Termingeschäften die tatsächliche (physische) Lieferung des Basiswerts bei Ausübung - im Allgemeinen als Depotgutschrift zum festgelegten Preis (Basispreis). Beim Barausgleich dagegen wird nur ein Ausgleichsbetrag gezahlt. Dessen Höhe entspricht der Differenz zwischen dem Kontraktwert am Vortag des Fälligkeitstermins ("Settlement"-Tag) und dem Wert des Basiswertes am Settlement-Tag.
Der Verkauf (Unterbringung) von Wertpapieren an der Börse oder direkt beim Anlegerpublikum. Bei Neuemissionen werden die Wertpapiere in der Regel von einer Konsortialbank fest übernommen und anschließend am Markt verkauft. Die Bank erhält vom Emittenten eine Vergütung für das Risiko der Nichtabnahme der Wertpapiere. Von einer erfolgreichen Platzierung spricht man zumeist, wenn der Markt einen Großteil der Papiere abgenommen hat.
Verfahren zur Unterbringung (Platzierung) von Wertpapieren. Zu den wichtigsten Platzierungsverfahren gehören u.a. Bookbuilding, Festpreisverfahren, Privatplatzierung, Tenderverfahren.
Kurszusatz im vorbörslichen, börslichen oder nachbörslichen Handel, der eine deutliche Veränderung des Wertpapierkurses nach oben signalisiert. Nach der Höhe der Kursveränderung unterscheidet man einfache "+", doppelte "++" und dreifache "+++" Plusankündigungen. Gegensatz: Minusankündigung.
Auch: Portefeuille. Teil oder Gesamtheit von Wertgegenständen, die ein Kunde oder ein Unternehmen besitzt. Das sind vorrangig Wertpapiere, können aber auch Immobilien oder Grundbesitz sein. Ein Wertpapierportfolio ist demnach die Zusammensetzung eines Depots aus Aktien, Anleihen, Investmentfonds etc.
Klassischer Börsenhandel, der bei physischer Anwesenheit von Skontroführern, Freimaklern und Händlern während fester Geschäftszeiten auf dem Börsenparkett stattfindet. Charakteristisch ist die persönliche Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern. Der Präsenzhandel wird mehr und mehr von so genannten Computerbörsen über elektronische Handelssysteme, z.B. XETRA oder EUREX, abgelöst (vollelektronischer Handel). Die Frankfurter Wertpapierbörse ist die wichtigste Präsenzbörse in Deutschland.
Synonym: Emissionsmarkt. Markt für die erstmalige Ausgabe von Wertpapieren (Emission) und deren Verkauf (Platzierung). Gegensatz: Sekundärmarkt (Börse).
Die Prime Rate ist jener Zinssatz, den die großen amerikanischen Banken für kurzfristige Kredite an allererste Industriekunden berechnen. Sie stellt eine Art Leitzins dar, auf dem das gesamte Gefüge der Sollzinsen aufgebaut ist. Als Zinssatz für Kredite an beste Kunden ist der Ausdruck Prime Rate inzwischen auch in Deutschland gebräuchlich.
Listing-Segment der Deutschen Börse für Unternehmen, die besonders hohe internationale Transparenzstandards erfüllen. Die Zulassung zum Prime Standard setzt die Erfüllung der folgenden Transparenzanforderungen voraus: Quartalsberichte; Internationale Rechnungslegungsstandards nach IAS oder US-GAAP; Vorlage eines Unternehmenskalenders; mindestens eine Analystenkonferenz pro Jahr; Ad-hoc Mitteilungen zusätzlich in englischer Sprache. Unternehmen, die in diesem Segment gelistet werden wollen, müssen die Zulassung beantragen. Ein Listing im Prime Standard ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Auswahlindizes der Deutschen Börse.
Beteiligungskapital von privaten und institutionellen Finanzinvestoren an nicht börslich (öffentlich) gehandelten Unternehmen. Private Equity Investoren stellen temporär Eigenkapital und Management-Kompetenz zur Verfügung. Nach fünf bis sieben Jahren veräußern sie ihren Anteil wieder. Ihren Gewinn ziehen die Private Equity Häuser aus der Wertsteigerung, die das Unternehmen während der Dauer der Beteiligung erzielt. Man unterscheidet zwischen Buyout Capital und Venture Capital. Buyout Fonds erwerben in der Regel bedeutende, das heißt mehrheitliche Beteiligungen an reifen, etablierten Unternehmen in Industrie- und Dienstleistungsbranchen, die sich ihrerseits mit Eigen- und Fremdkapital finanzieren. Darunter fällt der typische Mittelständler genauso wie einzelne Geschäftsbereiche großer Konzerne, die aus strategischen Gründen abgestoßen werden. Venture-Capital-Fonds hingegen beteiligen sich an jungen Technologie-Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase (sog. Start-ups).
Unter dem Private Placement, wird der private (nicht öffentliche) Verkauf von Vermögensgegenständen verstanden. Bei der Privatplatzierung hat die Emissionsbank die Aufgabe, finanzstarke Investoren wie z.B. institutionelle Anleger oder Kapitalanlagegesellschaften anzusprechen und bei diesen große Teile (Tranchen) der Emission direkt und ohne Einschaltung einer Börse zu platzieren. Der Vorteil der Privatplatzierung liegt in der Vermeidung von Kosten für Prospekterstellung und Börseneinführung und ermöglicht eine schnelle Mittelaufnahme.
Anwendung computergestützter Marktanalyseprogramme zur Vorgabe von Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen auf der Basis mathematischer Modelle durch einen Computer. Die Notwendigkeit und Vorteilhaftigkeit des Computereinsatzes ergibt sich aus dessen Fähigkeit, große Datenmengen (Kassa-, Terminkurse, Zinssätze, Dividenden, Steuern, Transaktionskosten) schnell und zielgerecht verarbeiten zu können. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, Kursentwicklungen auf unterschiedlichen Märkten zu überwachen und auszuwerten, um so ggf. kurzfristig agieren bzw. reagieren zu können. Der Einsatz des Programmhandels erfolgt zu Zwecken der Arbitrage zwischen Kassa- und Terminmarkt.
Emittenten und Konsortialbanken haften für die Richtigkeit der Angaben im Verkaufsprospekt. Ein Wertpapierkäufer hat demnach bei nachweislich unwahren oder irreführenden Prospektangaben das Recht, die Wertpapiere an den Emittenten oder die Konsortialbank zurückzugeben. Der Emissionspreis zuzüglich der ihm beim Kauf entstandenen Kosten werden ihm erstattet. Hat er die Wertpapiere zu einem späteren Zeitpunkt erworben, erhält er die Kaufsumme zurück. Bei bereits veräußerten Wertpapieren wird der ihm entstandene Verlust ausgeglichen. Der Haftungsanspruch des Käufers verjährt sechs Monate, nachdem er die falschen Angaben festgestellt hat, spätestens jedoch drei Jahre nach der Veröffentlichung des Prospekts.
Alle Wirtschaftsunternehmen in Deutschland sind einer Offenlegungspolitik unterworfen. Je nach Rechtsform und Größe des Unternehmens ist diese enger oder weiter gefasst. Am ausführlichsten müssen Aktiengesellschaften über Verlauf und Ergebnis ihrer Geschäftstätigkeit berichten. Dies geschieht in der Regel durch Veröffentlichungen eines jährlichen Geschäftsberichtes und des Jahresabschlusses, der aus der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung besteht.
Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, die Öffentlichkeit über die eigene wirtschaftliche Situation und deren mögliche Veränderung zu informieren. Börsennotierte Unternehmen unterwerfen sich dabei einer besonderen Verpflichtung zur regelmäßigen Bekanntgabe von Informationen über die Entwicklung ihrer Geschäfte und müssen darüber hinaus kursrelevante Tatsachen unverzüglich melden (Pflicht zur Ad-hoc-Publizität). Die Deutsche Börse stellt an Unternehmen zusätzliche Publizitätsanforderungen, wenn sie im Prime Standard Segment gelistet sind: So müssen die Unternehmen neben dem Jahresabschluss regelmäßig Quartalsberichte veröffentlichen, mindestens eine Analystenkonferenz im Jahr halten und Ad-hoc Mitteilungen zusätzlich in englischer Sprache publizieren. Die Börsenorgane überwachen die Einhaltung der Publizitätspflicht. Sinn dieser Regelung ist die Gewährleistung einer Mindestmenge an Informationen für die Stake- und Shareholder des Unternehmens.
Deutsch: Verkaufsoption. Begriff aus dem Optionsgeschäft. Eine Put Option berechtigt den Käufer, eine bestimmte Anzahl zugrundeliegender Basiswerte (z.B. eine Aktie) zu einem festgelegten Kurs bis zu einem bestimmten oder an einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Der Kontrahent dieses Vertrages, der Verkäufer der Put Option, wird Stillhalter (in Geld) genannt, weil er im Falle der Ausübung der Option die vereinbarte Kaufsumme zur Verfügung haben muss. Dafür erhält er vom Erwerber des Put eine Prämie. Der Käufer eines Put rechnet mit fallenden Kursen des Basiswerts. Der Verkäufer eines Put erwartet dagegen steigende oder zumindest stagnierende Kurse; in diesem Fall wird sein Kontrahent die Option kaum ausüben, so dass er die vereinnahmte Optionsprämie als Gewinn verbuchen kann. Gegensatz: Kaufoption, Call-Option.