Aktien eines Unternehmens oder einer Branche, deren Wachstumspotenzial von Aktienanalysten auf längere Sicht als überdurchschnittlich gut eingeschätzt werden.
Auch Venture Capital genannt. Darunter versteht man von Venture Capital-Gesellschaften zur Verfügung gestelltes Beteiligungskapital für junge, innovative Unternehmen aus Wachstumsbranchen mit ungewissen Zukunftsaussichten. Zusätzlich erfolgt eine unternehmerische Betreuung des Start-up-Unternehmens. Das Kapital wird von den Venture-Capital-Gesellschaften zumeist über die Auflage eines Venture-Capital-Fonds aufgebracht. Privatinvestoren, Pensionsfonds und andere Investoren, die einen Teil ihres Vermögens mit hohem Risiko anlegen wollen, erwerben Fondsanteile und überlassen die Wahl der Anlage der VC-Gesellschaft. Die Beteiligungsdauer der Venture Capital-Gesellschaft an einem jungen Unternehmen liegt zumeist zwischen fünf bis acht Jahren. Anschließend wählt sie einen Exit-Weg, um ihren Gewinn aus der Anlage zu realisieren.
Bezeichnung für das gültige Zahlungsmittel eines Landes. Ferner ist Währung eine Umschreibung für die Geldverfassung eines Staates, die im Rahmen der Währungspolitik durch die Gesetzgebung formuliert wird.
Anleihen, die im Inland in einer ausländischen Währung, also nicht in Landeswährung, begeben werden. Zins- und Tilgungszahlungen werden also in fremder Währung geleistet.
Die Neuordnung des Geldwesens eines Staates. Sie erfolgt immer dann, wenn das Geld einer Volkswirtschaft seine Funktionen als Recheneinheit, Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel nicht mehr erfüllt. Häufig gehen einer Währungsreform Inflation und übermäßige Staatsverschuldung voraus. Eine Währungsreform ist in der Regel mit einer starken Entwertung der vorhandenen Vermögen verbunden. Am 20.06.1948 wurde z.B. in Deutschland eine Währungsreform durchgeführt. Dabei löste die D-Mark die Reichsmark ab. Streng zu unterscheiden ist die Währungsreform von einer Währungsunion. Während bei der Währungsreform eine Währung - meist sehr stark wertmindernd - durch eine andere ersetzt wird, erfolgt bei der Währungsunion (z.B. Europäische Währungsunion) die werterhaltende Zusammenlegung mehrerer Währungen zu einer neuen, gemeinsamen Währung.
Die New Yorker Börse (New York Stock Exchange) hat die Anschrift "Wall Street" in New York. Mit diesem Straßennamen verbindet man im Allgemeinen automatisch die New Yorker Börse, einen der weltweit bedeutendsten Handelsplätze für Wertpapiere.
Schuldverschreibungen, bei denen dem Inhaber neben der festen Verzinsung das Recht zusteht, unter bestimmten Bedingungen die Anleihe in Aktien des betreffenden Unternehmens zu wandeln. Die Wandelanleihe geht bei Wandlung in der Aktie auf. Nicht gewandelte Schuldverschreibungen werden am Ende der Laufzeit getilgt.
Börse, an der Terminkontrakte über mengen- und qualitätsmäßig standardisierte Einheiten von im großen Umfang verbrauchten Naturprodukten abgeschlossen werden. Die älteste und zugleich umsatzstärkste Terminbörse für Waren- und Finanzkontrakte ist die 1848 gegründete Chicago Board of Trade. Die deutsche Warenterminbörse befindet sich in Hannover; dort wurde 1998 der Handel aufgenommen.
Der gezogene Wechsel (Tratte) ist ein Wertpapier, durch das der Aussteller den Schuldner (Bezogenen) ohne Angabe des Schuldgrundes anweist, eine bestimmte Geldsumme an eine im Wechsel genannte Person (Wechselnehmer) oder an deren Order zu zahlen. Der Aussteller haftet für Annahme und Einlösung. Dagegen ist der eigene Wechsel (Solawechsel) ein Zahlungsversprechen, durch das sich der Aussteller ohne Angabe des Schuldgrundes selbst verpflichtet, eine bestimmte Geldsumme an den in der Urkunde bezeichneten Wechselnehmer oder an dessen Order zu zahlen. Die im Wechsel verkörperten Rechte können nur von demjenigen geltend gemacht werden, der sein Eigentumsrecht am Papier nachweist.
Umrechnungsverhältnis zwischen zwei Währungen. Feste (fixe) Wechselkurse sind mit einer Einschränkung der Kapitaleinfuhr und -ausfuhr verbunden. Dagegen bilden sich flexible Wechselkurse frei auf den Devisenmärkten durch Angebot und Nachfrage. Im bargeldlosen Zahlungsverkehr spricht man von Devisenkurs, bei Bargeld vom Sortenkurs.
Urkunde, in denen ein privates Recht in der Weise verbrieft ist, dass zur Geltendmachung des Rechtes zumindest der Besitz der Urkunde erforderlich ist. Wertpapiere sind z.B.: Banknoten, Schecks, Wechsel, Aktien, Anleihen, Hypothekenbriefe. Die Übertragung der Rechte erfordert die Vorlage oder Übergabe des Wertpapiers. Im engeren Sinne versteht man unter Wertpapieren Effekten. Dazu zählen: Schuldverschreibungen, Aktien, Investmentzertifikate.
Die Wertpapieraufsicht erfolgt in Deutschland dreistufig: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als oberste Instanz, die Börsenaufsichtsbehörden der Länder und die Handelsüberwachungsstellen der Börsen. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit der deutschen Märkte für Wertpapiere und Derivate nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) zu gewährleisten. Dies erfolgt u.a. durch Bekämpfung von Insidergeschäften und Schaffung einer hohen Transparenz.
Das am 1. Januar 2002 in Kraft getretene Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) regelt Angebote zum Erwerb von Aktien oder vergleichbaren Wertpapieren an Aktiengesellschaften oder Kommanditgesellschaften auf Aktien mit Sitz in Deutschland. Das Gesetz unterscheidet zwischen einfachen Erwerbsangeboten, Übernahmeangeboten und Pflichtangeboten. Übernahmeangebote sind definiert als Angebote, die auf das Überschreiten einer Kontrollschwelle von 30% der Stimmrechte gerichtet sind. Wer die Kontrollschwelle von 30% überschreitet, ohne zuvor ein Übernahmegebot abgegeben zu haben, muss ein Pflichtangebot abgeben. Für Übernahme- und Pflichtangebote gelten besondere Regelungen, u.a. zur Gegenleistung des Anbieters, zum Angebotspreis und zum Handlungsspielraum des Vorstands der Zielgesellschaft.
Das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ordnet das Wertpapiergeschäft und regelt den Handel mit Wertpapieren in Deutschland. Unter anderem sind hier die Ad-hoc-Regelungen sowie die Bestimmungen zu so genannten Insidergeschäften festgeschrieben. Die Einhaltung der Bestimmungen unterliegt der Überwachung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
Identifizierungsnummer für börsennotierte Wertpapiere, die eine eindeutige Identifizierung der Wertpapiere ermöglicht und somit den Wertpapierhandel erleichtert. In Deutschland ist die Wertpapierkennnummer (WKN) sechsstellig. Weltweit gilt die International Security Identification Number (ISIN), die in 2003 auch in Deutschland als einheitlicher Standard eingeführt wurde. Die WKN ist in die deutsche ISIN eingebunden. Die zwölfstellige ISIN setzt sich aus einem zweistelligen Ländercode, einer neunstelligen nationalen Kennnummer sowie einer Prüfziffer zusammen. Die WKN ist in der sechsten bis elften Stelle enthalten.
Bei der Wertpapierleihe verleiht ein Wertpapierbesitzer seine Aktien oder Anleihen mit der Bedingung, dass er nach Ablauf einer meist sehr kurzen Leihfrist von wenigen Tagen Papiere gleicher Art und Güte zurückbekommt. Dafür zahlt der Entleiher dem Verleiher eine Gebühr. Der Entleiher kann während der Leihfrist mit den Wertpapieren zum Beispiel eigene Lieferverpflichtungen erfüllen. Der Verleiher kann damit die Performance seines Depots erhöhen.
Kauf lombardfähiger Wertpapiere durch die Zentralbank mit gleichzeitiger Vereinbarung des Rückkaufs zu einem bestimmten zukünftigen Termin. Die betreffenden Wertpapiere müssen an einer Börse im amtlichen Handel oder geregelten Markt notiert werden. Eines der Instrumente der Geldpolitik: Die Zentralbank kann u.a. mittels Wertpapierpensionsgeschäften die Zuteilung von Zentralbankgeld an die Kreditinstitute steuern. Man unterscheidet bei der Zuteilung von Wertpapierpensionsgeschäften zwischen dem Mengen- und dem Zinstender.
Spezielle Form der Verwahrung von Wertpapieren, bei der der Käufer bzw. Einlieferer nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf Rückgabe gleichartiger, nicht aber gleicher Wertpapiere hat. Die Wertpapierrechnung findet z.B. Anwendung bei der Aufbewahrung von Wertpapieren im Ausland. Der Depotkunde erhält von seiner Inlandsbank für seine im Ausland erworbenen und dort verwahrten Wertpapiere eine Gutschrift in Wertpapierrechnung.
Kapitalwerte, die nicht in einer Wertpapierurkunde verbrieft sind. Beispiele sind Bundesanleihen und Bundesobligationen, die im Bundesschuldbuch eingetragen sind. Das bedeutet, dass keine effektiven Stücke dieser Papiere existieren. Der Anleger kann zwischen Depotgutschrift (Sammelanteil) und Einzelschuldbuchforderung wählen: Bei der Einzelschuldbuchforderung wird sein Anteil in das Schuldbuch gesondert eingetragen und von der Bundesschuldenverwaltung direkt geführt.
Festsetzung des Tages, an dem die zinsmäßige Gutschrift oder Belastung auf dem Bankkonto des Kunden erfolgt (Valuta). Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Verzinsung.
Bei ausschüttenden Fonds werden bei der Wiederanlage des Ausschüttungsbetrags in demselben Fonds Rabatte gewährt. Der Anleger muss dabei häufig keinen oder nur einen rabattierten Ausgabeaufschlag bezahlen. Die Höhe des Wiederanlagerabatts wird mit der Ausschüttungsbekanntmachung veröffentlicht.
Gewinne, die einem Unternehmen aufgrund einer allgemeinen Änderung der Marktlage, nicht aber aufgrund eigener Anstrengungen "zufliegen". Steigt zum Beispiel der Preis für einen Rohstoff aufgrund politischer oder konjunktureller Entwicklungen stark an, ohne dass sich die Produktionskosten des fördernden Unternehmens erhöhen, entstehen ihm Windfall Profits.
Angelsächsische Bezeichnung für Umlaufvermögen. Es ist eine Kennzahl in der statischen Bilanzanalyse, die der Beobachtung von Veränderungen der Liquidität eines Unternehmens dient. Sie zeigt die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurz- und mittelfristigem Fremdkapital an. Die Veränderung des Working Capital wird in der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens herangezogen.