„Ich will noch mehr erreichen“

Simon Reiner hat die Weichen für seine berufliche Zukunft früh gestellt. Der 30-jährige Metzgermeister hat einen Fleischereibetrieb am Bodensee übernommen und fit für die Zukunft gemacht. Wie? Mit einer Mischung aus Tradition und Innovation.


Bestes Sonntags-Grillwetter, aber der Kühlschrank ist leer? Für die Kunden der Fleischerei Hierling in Konstanz muss das Grillvergnügen nicht ausfallen, nur weil der Laden geschlossen ist. Außerhalb der Öffnungszeiten können sich Barbecue-Fans neuerdings spontan mit frischem, gekühltem Grillgut aus dem Verkaufsautomaten vor dem Laden eindecken. Nicht nur bei den Einheimischen, sondern auch bei vielen Touristen kommen der neue „Wurstautomat“, der wie ein Snack- oder Getränkeautomat funktioniert, sehr gut an, berichtet Inhaber Simon Reiner. Ende Mai hat er deshalb bereits den zweiten aufgestellt, diesmal auf einem großen Campingplatz in der Gegend.



Chancen ergreifen


Der junge Unternehmenschef freut sich nicht nur über das erfolgreich angelaufene Zusatzgeschäft. Vor allem genießt er seine neue Entscheidungsfreiheit: „Innovative Ideen wie die SB-Verkaufsautomaten kann ich jetzt endlich nach eigenem Ermessen umsetzen“, sagt er. Zusammen mit einer neuen Verpackungsmaschine hat er 45.000 Euro investiert – ein mutiger Schritt, den er in seinem früheren Berufsleben nicht hätte umsetzen können. Im Herbst 2018 hat der 30-jährige Metzgermeister den 70 Jahre alten Familienbetrieb Hierling samt Firmengebäude und 28 Angestellten vom Sohn des Gründerpaares übernommen – und damit den Sprung in die Selbständigkeit gewagt.

Wertvolle Starthilfe vom Seniorchef


Dass die Chemie zwischen ihm und dem Verkäufer stimmt, war für Simon Reiner ein wichtiger Punkt bei der Suche nach seinem Wunschbetrieb. Zwar kann er selbst bereits umfangreiche Berufs- und Branchenerfahrung vorweisen – nach seiner Meisterprüfung arbeitete er acht Jahre als Angestellter in verschiedenen Fleischereiunternehmen, zuletzt als Betriebsleiter bei einem Hersteller von Schwarzwälder Schinken. Doch die Vorlieben der Stammkunden oder die Stärken und Schwächen der Mitarbeiter kenne nun mal niemand besser als der langjährige Firmenchef Johannes Hierling. „Seine Unterstützung sorgt für einen harmonischen Übergang ohne verunsicherte Mitarbeiter oder verlorene Kunden“, sagt Simon Reiner. Noch bis September kann er auf diese Unterstützung bauen, dann verabschiedet sich Johannes Hierling in den Ruhestand.



Fairer Preis und gute Ausstattung


Dass der elterliche Betrieb erfolgreich fortgeführt wird, liegt auch dem langjährigen Firmenchef sehr am Herzen. Nicht zuletzt deshalb gewährte er seinem jungen Nachfolger einen fairen Preis: „Ihm war es wichtiger, den Familienbetrieb und die Arbeitsplätze zu erhalten, als den maximalen Preis für das Firmengebäude in der Innenstadt zu erzielen“, sagt Simon Reiner, der zahlreiche Verkaufsangebote in der Region geprüft hatte. „Die meisten waren entweder überteuert oder hatten einen erheblichen Investitionsstau“, erzählt er. Der Extremfall war ein Unternehmen, dessen Ausstattung schon seit Jahren komplett abgeschrieben war: Restbuchwert 1 Euro. Nicht so bei der Fleischerei Hierling.



Komfortabel finanziert in die Selbständigkeit


Die vielen Pluspunkte des Geschäfts überzeugten nicht nur Simon Reiner, sondern auch seinen Kundenberater von der Deutschen Bank. Für den Einstieg ins Unternehmertum schnürte dieser ihm ein Finanzierungspaket inklusive eines zinsgünstigen Förderdarlehens. „Bei der Deutschen Bank fühle ich mich sehr gut aufgehoben,“ sagt Simon Reiner. Sein Berater sei jederzeit für ihn ansprechbar gewesen. Als ihn beispielsweise während der Übernahmephase eine Infektion mehrere Wochen außer Gefecht setzte, habe sich sein Kundenberater um wichtige Details gekümmert. „Er hat sich intensiv eingearbeitet und versteht mein Geschäft – obwohl er seit Jahren Vegetarier ist“, erklärt Reiner und schmunzelt.



Gut aufgestellt für die Zukunft


Themen wie Fachkräftemangel, rückläufiger Fleischkonsum oder Metzgereiensterben machen dem 30-jährigen Unternehmer keine Angst. Die Immobilie werde an Wert gewinnen und auch die Konkurrenz der Discounter fürchtet Simon Reiner nicht. „Für gute Qualität werden die Kunden auch in Zukunft bezahlen“, ist er überzeugt. Und dass er auch mit innovativen Ideen punkten kann, hat Simon Reiner mit seinen beiden Wurstautomaten bewiesen. Kein Wunder, dass er sich ein Leben als Angestellter nicht mehr vorstellen kann: „Es war gut, aber ich will noch mehr erreichen.“