Frankfurt am Main, 11. September 2012

Deutsche Bank verkündet strategische und finanzielle Ambitionen für 2015 und die Folgejahre


Auf dem Weg zur global führenden, kundenorientierten Universalbank

Stärkung des Geschäftsmodells in einem veränderten Umfeld

  • Nachhaltiges Bekenntnis zum Universalbankmodell
  • Schaffung eines vierten Unternehmensbereichs: Integriertes Asset & Wealth Management umfasst auch das bisher zu CB&S gehörende ETF-Geschäft
  • Bedeutung des deutschen Marktes wird untermauert; Wachstumsambitionen in den Regionen Asien-Pazifik und Amerika bekräftigt
  • Bank übernimmt Führungsrolle für kulturellen Wandel in der Branche: Zeithorizont der Bonuszahlungen für das Topmanagement wird verlängert; Berufung eines unabhängigen externen Panels zur Überprüfung der Vergütungspraxis
  • Kapitalbasis wird weiterhin organisch gestärkt; operative Leistungsfähigkeit soll im Wettbewerbsvergleich führend werden
  • Beschleunigte Risikoreduzierung durch Schaffung einer eigenen Einheit, die nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivitäten umfasst

Finanzielle Ambitionen

  • Bis 2015 und unter Berücksichtigung der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Einheit: Steigerung des Vorsteuergewinns von PBC auf rund 3,0 Mrd €; Verringerung der Aufwand-Ertrag-Relation in CB&S auf unter 65%; Vorsteuergewinn von AWM und GTB gegenüber 2011 mehr als verdoppeln
  • Tier-1-Kernkapitalquote von mindestens 8% bis 31. März 2013 und von mehr als 10% bis 31. März 2015 bei vollständiger Umsetzung von Basel 3
  • Aufwand-Ertrag-Relation auf Konzernebene von weniger als 65%; jährliche Einsparung von 4,5 Mrd € bis 2015 bei Umsetzungskosten von 4 Mrd €
  • Durchschnittliche Eigenkapitalrendite nach Steuern von mindestens 12% bis 2015

Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DE / NYSE: DB) hat heute ihre strategischen und finanziellen Ambitionen bis zum Jahr 2015 und die Folgejahre bekannt gegeben. Sie stellt damit die Weichen, um die weltweit führende, kundenorientierte Universalbank zu werden.

Der Plan mit dem Namen „Strategie 2015+“ legt dar, wie die Bank zum einen den kurzfristigen Herausforderungen in einem sich ändernden wirtschaftlichen Umfeld begegnen wird, und wie sie zum anderen Chancen nutzen will, die sich aus langfristigen Megatrends ergeben.

Mit der Übernahme ihrer neuen Ämter als Co-Vorsitzende des Vorstands und des Group Executive Committee am 1. Juni initiierten Jürgen Fitschen und Anshu Jain für die folgenden 100 Tage eine Überprüfung der Unternehmensstrategie. Resultat dieser Überprüfung, die auch einen Dialog mit den unterschiedlichen Interessengruppen einschloss, ist die Strategie 2015+. Diese ist nicht nur die Weiterentwicklung des nachhaltigen Geschäftsmodells, sondern schließt auch einen tiefgreifenden kulturellen Wandel des Instituts ein.

Jürgen Fitschen und Anshu Jain, Co-Vorsitzende des Vorstands und des Group Executive Committee, sagten: „Die Deutsche Bank hat das Ziel, langfristig als Gewinnerin aus den fundamentalen Umwälzungen in der Finanzbranche hervorzugehen. Der mittelfristige wirtschaftliche und regulatorische Ausblick ist herausfordernd, deswegen müssen wir unsere operative Performance und Effizienz erheblich verbessern. Dabei ist es nicht ausreichend, unsere Strategie an die sich ändernden Kundenbedürfnisse anzupassen, sondern wir müssen auch unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.“

Strategie 2015+

Stärkung des Geschäftsmodells

Mit der Strategie 2015+ bekennt sich die Deutsche Bank zum bewährten Universalbankmodell, ihrem Heimatmarkt Deutschland und ihrer globalen Aufstellung. Zusätzliche Aspekte sind die Notwendigkeit weiteren Risikoabbaus, organischen Wachstums der Kapitalbasis und höherer operativer Leistungsfähigkeit. Zudem will die Deutsche Bank eine Vorreiterrolle bei dem kulturellen Wandel im Finanzdienstleistungssektor einnehmen.

Die vier Säulen ihres Geschäftsmodells sind aus Sicht der Bank optimal geeignet, um den Ertragsmix zu stabilisieren und den komplexer und globaler werdenden Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Die Strategie 2015+ schafft den Rahmen für die Weiterentwicklung der Unternehmensbereiche Private & Business Clients, Corporate Banking & Securities und Global Transaction Banking, die um den neu geschaffenen, voll integrierten Unternehmensbereich Asset & Wealth Management ergänzt werden. Durch eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Unternehmensbereiche und der Infrastruktureinheiten sollen erhebliche Synergien entstehen.

Der Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC), Marktführer im deutschen Privatkundengeschäft, will seine Position weiter stärken. Der Bereich wird die Vorteile seiner sehr starken Einlagenbasis nutzen und mehr Kredite an seine Privat- und Geschäftskunden vergeben. Durch die bereits weit fortgeschrittene Integration der Postbank werden in den kommenden Jahren noch signifikante Synergien erwartet. PBC strebt unverändert eine Steigerung des Vorsteuerergebnisses seines operativen Geschäfts von 2 Mrd € im Jahr 2011 auf rund 3 Mrd € bis zum Jahr 2015 an.

Erklärtes Ziel des Unternehmensbereichs Corporate Banking & Securities (CB&S) ist es, seine führende Position zu festigen, während das Geschäftsmodell überarbeitet wird. Der Bereich, der in der Finanzkrise Marktanteile hinzugewonnen hat, will seine europäische Spitzenposition behaupten und seine Marktposition in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum weiter ausbauen. Um nachhaltig eine Eigenkapitalrendite von rund 15% nach Steuern in seinem operativen Geschäft zu ermöglichen, strebt CB&S eine Verringerung seiner Aufwand-Ertrag-Relation auf unter 65% an. Bis zum Jahr 2015 soll deshalb die Kostenbasis um 1,9 Mrd € gesenkt werden.

Der neu integrierte Unternehmensbereich Asset & Wealth Management (AWM) ist ein wesentlicher Bestandteil des Universalbankmodells. Durch die Zusammenführung aktiver und passiver Anlagestrategien mit dem Publikumfondsgeschäft in einer Einheit kann die Bank das Potenzial ihrer rund 900 Mrd € an verwaltetem Vermögen voll ausschöpfen und einen Mehrwert für die Kunden schaffen. Nach eingehender Prüfung werden DWS Americas, DB Advisors, Deutsche Insurance Asset Management und RREEF integrale Bestandteile von AWM sein. Der neue Unternehmensbereich wird auch das bisher in CB&S angesiedelte Passiv- und Drittpartei-Alternatives-Geschäft, wie beispielsweise Exchange Traded Funds (ETFs), umfassen. Durch weitestgehende Beseitigung von Redundanzen entsteht eine effiziente Plattform für künftiges Wachstum. AWM strebt an, bis zum Jahr 2015 das Vorsteuerergebnis für sein operatives Geschäft von rund 0,8 Mrd € im Jahr 2011 auf ungefähr 1,7 Mrd € zu steigern und gleichzeitig das verwaltete Vermögen auf rund 1 Billion € auszuweiten. Der Bereich wird sich so klar als ein weltweit führender Anbieter etablieren.

Der Unternehmensbereich Global Transaction Banking (GTB) wird seine Wachstumsstrategie fortsetzen und weitere Marktanteile in allen Kundensegmenten, Produktbereichen und regionalen Märkten sichern. Mit seinem lösungsorientierten, auf Größeneffekten basierenden Geschäftsmodell liefert GTB über Marktzyklen hinweg eine starke und beständige Performance ab. Es wird angestrebt, den Vorsteuergewinn von 1 Mrd € im Jahre 2011 auf rund 2,4 Mrd € bis zum Jahr 2015 zu verdoppeln.

Gemäß ihrem Anspruch, die global führende, kundenorientierte Universalbank zu werden, wird die Deutsche Bank ihre Präsenz weltweit ausbauen. Strategische Priorität genießt der asiatisch-pazifische Raum, der in den kommenden Jahren das größte Wachstumspotenzial verspricht. Die Deutsche Bank wird aber auch verstärkt in den amerikanischen Markt investieren, wo sie von der erwarteten Erholung der US-Wirtschaft profitieren und zusätzliche Marktanteile in Nord- und Südamerika gewinnen will. Gleichzeitig wird die Bank die Vorteile ihrer starken Marktposition in Deutschland, der größten Volkswirtschaft Europas, voll ausspielen. Diesen Wettbewerbsvorteil wird sie nutzen, indem sie ihr Kreditvolumen bis zum Jahr 2015 um mindestens 10 Mrd € aufstockt.

Die Ziele, welche sich die Bank für ihre Strategie 2015+ gesetzt hat, basieren auf einer Reihe von Grundannahmen. Dazu gehören eine Normalisierung bzw. Stabilisierung bei der Bewertung von Vermögenswerten, ein Ertragswachstum der Bank analog zur Marktentwicklung, keine größeren Änderungen des gegenwärtig gültigen regulatorischen Regelwerks bezüglich Kapital oder der Trennung von Geschäftsaktivitäten, einem Wachstum der Weltwirtschaft in der Größenordnung von 2% bis 4%, einer Normalisierung der Wechselkursrelation Euro/US-Dollar von rund 1,30 sowie selektiver durch die Konsolidierung getriebener Marktanteilsgewinne durch die Bank.

Vorreiterin für kulturellen Wandel

Einen Wandel ihrer Unternehmenskultur betrachtet die Bank als unerlässlich. Nach einer Phase der Reflexion und des Dialogs mit den unterschiedlichen Interessengruppen hat die Bank sich das Ziel gesetzt, Vorreiterin für den kulturellen Wandel in ihrer Branche zu werden.

Die Vergütungspraxis ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um im Sinne aller Interessengruppen Verhaltensmuster zu ändern und Anreizsysteme an einer nachhaltigen Performance auszurichten. Die Bank wird nicht nur die Höhe der Boni im Verhältnis zum wirtschaftlichen Erfolg verringern, sondern auch den Zeithorizont für die Auszahlung der Boni für das Topmanagement verlängern. Vorgesehen ist eine Einmalzahlung nach fünf Jahren anstelle gestaffelter Auszahlungen über drei Jahre hinweg.

Darüber hinaus beruft die Deutsche Bank als eine der ersten Banken ein unabhängiges externes Panel, das die Struktur und Governance ihrer Vergütungspolitik überprüfen wird. Dieses Panel wird aus führenden Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaftlern und Vergütungsexperten bestehen. Die Empfehlungen des Panels werden schon die Jahresvergütung für 2012 beeinflussen.

Operative Leistungsfähigkeit und Finanzziele

Die Deutsche Bank hat in der Vergangenheit stets Kapitalquoten ausgewiesen, die komfortabel über den aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Schwellen lagen, und sie wird dies auch in Zukunft tun. Die Bank hat eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung des organischen Kapitalwachstums und zum weiteren Abbau der risikogewichteten Aktiva identifiziert, die wie bisher durch ein umsichtiges Risikomanagement flankiert werden.

Die Bank wird die Möglichkeiten zur organischen Stärkung ihrer Kapitalbasis nutzen, von der Gewinnthesaurierung bis zur Reduzierung von Boni. Bei vollständiger Umsetzung der Basel-3-Vorschriften erwartet die Bank zu Beginn des Jahres 2013 eine Tier-1-Kernkapitalquote von 7,2%. Dieser Wert soll den Planungen zufolge bis zum Ende des ersten Quartals 2013 auf mindestens 8% und bis zum Ende des ersten Quartals 2015 auf mehr als 10% steigen.

Um den Abbau der risikogewichteten Aktiva aus nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen zu beschleunigen, bildet die Bank hierfür eigens eine Einheit „Non-Core-Operations“, in der risikogewichtete Aktiva-Äquivalente im Gesamtvolumen von rund 135 Mrd € per Juni 2012 gebündelt werden. Diese Einheit umfasst primär verbriefte Wertpapiere von CB&S und anderen Unternehmensbereichen, aber auch operative Aktiva des Bereichs Corporate Investments. Als eigener Bereich wird sie transparent und voll verantwortlich arbeiten; sie soll Vermögenswerte möglichst effizient für die Bank verwalten und veräußern. Angestrebt wird zunächst eine Verringerung der Aktiva in Höhe von 45 Mrd € bzw. 33% bis März 2013.

Um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben, wird die Bank zur Steigerung ihrer operativen Leistungsfähigkeit in den kommenden Jahren in erheblichem Umfang Kosten, Redundanzen und Komplexität verringern. Es ist geplant, mit Umsetzungskosten von rund 4 Mrd € in den kommenden drei Jahren bis zum Jahr 2015 jährliche Kosteneinsparungen von 4,5 Mrd € zu erzielen. Knapp 40% bzw. 1,7 Mrd € der geplanten Einsparungen entfallen auf die Infrastruktur der Bank einschließlich Investitionen in neue integrierte IT-Plattformen, die Rationalisierung der regionalen Backoffice-Aktivitäten und die Zentralisierung des Einkaufs. Daneben will die Bank durch den Verkauf von rund 40 Gebäuden ihr Immobilienportfolio straffen. Mit diesen Maßnahmen strebt die Bank an, die Aufwand-Ertrag-Relation bis 2015 auf weniger als 65% zu verbessern.

Angesichts des veränderten Marktumfelds und der strengeren Vorgaben zur Eigenkapitalausstattung unter Basel 3 strebt die Bank bis 2015 eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von mindestens 12% an. Dieser Rechnung liegt eine kalkulatorische Konzernsteuerquote von 30% bis 35% zugrunde.


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Diese Presse-Information enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht Tatsachen der Vergangenheit beschreiben. Sie umfassen auch Aussagen über unsere Annahmen und Erwartungen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen, Schätzungen und Prognosen, die der Geschäftsleitung der Deutschen Bank derzeit zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen gelten deshalb nur an dem Tag, an dem sie gemacht werden. Wir übernehmen keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse anzupassen.

Zukunftsgerichtete Aussagen beinhalten naturgemäß Risiken und Unsicherheitsfaktoren. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa die Verfassung der Finanzmärkte in Deutschland, Europa, den USA und andernorts, in denen wir einen erheblichen Teil unserer Erträge aus dem Wertpapierhandel erzielen und einen erheblichen Teil unserer Vermögenswerte halten, die Preisentwicklung von Vermögenswerten und Entwicklung von Marktvolatilitäten, der mögliche Ausfall von Kreditnehmern oder Kontrahenten von Handelsgeschäften, die Umsetzung unserer strategischen Initiativen, die Verlässlichkeit unserer Grundsätze, Verfahren und Methoden zum Risikomanagement sowie andere Risiken, die in den von uns bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) hinterlegten Unterlagen dargestellt sind. Diese Faktoren haben wir in unserem SEC-Bericht nach „Form20-F“ vom 20. März 2012 unter der Überschrift „Risk Factors“ im Detail dargestellt. Kopien dieses Berichtes sind auf Anfrage bei uns erhältlich oder unter www.deutsche-bank.com/ir verfügbar.

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Letzte Änderung: 2.9.2013
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