Dr. Oliver Plein

Anleger fragen, Experten antworten

29.05.2017

Viele Aktienindizes notieren um historische Höchststände, etliche Unternehmen verdienen prächtig. Doch bleibt ihre Investionsfreude verhalten. Wie können Anleger jetzt auf diese Situation reagieren? Oliver Plein, Leiter Produktspezialisten bei der Deutschen Asset Management, beantwortet Fragen zur Vermögensbildung.

Sollten Anleger angesichts der jüngsten Index-Höchststände besser in Aktien umschichten, die als weniger schwankungsanfällig gelten?

Die Ergebnisse der Unternehmen konnten im ersten Quartal so stark zulegen wie seit Jahren nicht mehr: Japan verzeichnete mit plus 28 Prozent das höchste Gewinnwachstum je Aktie, aber auch Europa und die USA glänzten mit plus 23 Prozent respektive plus 14 Prozent. Damit liegt die Messlatte zwar recht hoch. Die sehr gute Verfassung der Unternehmen ist jedoch mehr als eine Momentaufnahme, denn auch die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr liegen unseren Schätzungen zu Folge bei über zehn Prozent. Dennoch sollten Anleger wachsam bleiben. Möchten sie die Risiken auf der Aktienseite reduzieren, sind defensive, dividendenstarke Titel nicht nur taktisch sondern auch strategisch ein wichtiger Portfoliobaustein.

Investieren die Unternehmen in Europa und den USA genug, um dauerhaft Umsatz- und Gewinnsteigerungen erzielen zu können?

Unternehmerische Investitionen, sei es in Form von Sachkapitalbildung oder Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, werden zwecks Gewinnerzielung getätigt, unterliegen aber stets der individuellen unternehmerischen Perspektive. Im Mittelpunkt des Unternehmens steht dabei stets die Frage, ob sich die Investition lohnt („Return on Investment“). Den Unternehmen stehen aber noch andere Möglichkeiten der Verwendung finanzieller Überschüsse zur Verfügung: Dies sind etwa die direkte Ausschüttung an die Aktionäre (Dividende) oder Aktienrückkäufe. In den USA erfreuen sich seit einiger Zeit Aktienrückkaufprogramme großer Beliebtheit, was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass die Unternehmen auf den Ausbau von Kapazitäten oder Investitionen in Forschung und Entwicklung verzichten.

 

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