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  • Interview

    „Ich stelle mir eine schöne, freundliche Praxis vor.“

    Carolin J. Gethmann, Assistenzärztin in Weiterbildung
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Dr. Gethmann - 1
Carolin J. Gethmann, Assistenzärztin in Weiterbildung, wechselte von der Urologie zur Inneren Medizin und arbeitet zurzeit in einer nephrologischen Praxis.

„Ich bin sehr gerne Ärztin. Besonders fasziniert mich, so eng mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten – mit den Arztkollegen, den Schwestern und natürlich den Patienten.“ Carolin ist ihre Begeisterung für ihren Beruf anzumerken. „Jeder Tag bringt neue Herausforderungen, neue Situationen und neue Erfahrungen.“ Ihre Arbeit ist spannend, manchmal fühlt sich Carolin im Umgang mit ihren Patienten wie ein Detektiv auf Spurensuche. „Man weiß ja am Anfang nie, wer oder was einen als Arzt erwartet. Das herauszufinden, auf den Menschen einzugehen und ihm bestmöglich zu helfen, das gibt mir ein großes Stück Zufriedenheit.“

Derzeit arbeitet Carolin in einem eingespielten Team von fünf Ärzten in einer nephrologischen Praxis. Hier werden 150 Dialysepatienten betreut – teilweise schon über viele Jahre. „Darüber hinaus versorgen wir in unserer Ambulanz täglich nierenkranke Patienten. Das ist dort ein ganz anderes, aber auch sehr lehrreiches Arbeiten.“ Zuvor hatte Carolin als Studentin und dann als Ärztin in der Notaufnahme im Schichtdienst gearbeitet – sie weiß also, was Belastung bedeutet. Später, in der Urologie an einer universitären Klinik, lernte sie die angenehmen Arbeitsbedingungen, die fast familiäre Atmosphäre im Kollegium, die gute Ausbildung und die Nähe zur Wissenschaft schätzen.

Für die Zukunft hat Carolin ein klares Ziel: eine eigene Praxis, mit der sie sich eine eigene Arbeitswelt schaffen kann, angepasst an ihre Bedürfnisse. „Ich arbeite gerne strukturiert und versuche Abläufe effizient zu organisieren.“ Gleichzeitig betont sie, wie wichtig Teamarbeit, engagierte und unterstützende Kollegen für eine gute Patientenversorgung sind.

Eine geregeltere Freizeit, keine Nacht- und Wochenenddienste mehr – das klingt reizvoll, kann in der Realität aber ganz anders ausschauen. Carolin hat das in ihrem privaten Umfeld beobachtet. Sie erinnert sich an einen Hausarzt, der als Einzelkämpfer überlastet und dementsprechend unglücklich war. „Nachdem er aus seiner Hausarztpraxis eine Gemeinschaftspraxis gemacht hatte, war er zufriedener als je zuvor.“

Von ihrer eigenen Praxis hat Carolin schon ein konkretes Bild vor Augen. Es sollen mindestens drei Kolleginnen oder Kollegen sein, mit denen sie sich die Verantwortung für das Unternehmerische teilen und sich medizinisch austauschen kann. „Man braucht Rat und ein Korrektiv“, betont sie und gerät dann bei ihrem weiteren Blick in die Zukunft ins Schwärmen: „Ich stelle mir eine offene, gemütliche und freundliche Praxis vor. Alle Räume um den Empfang gruppiert. Das Wartezimmer wohnlich mit einer Kaffeetheke.“ Sie lacht: „Ein Anlaufpunkt für alte Damen. Gerne hätte ich auch immer Medizinstudenten dort, damit sie sich im Patientengespräch üben können.“

Vor den unternehmerischen Aspekten ihrer Praxispläne hat Carolin „durchaus Respekt“. Das ist dann noch einmal etwas ganz Neues. „Man braucht auf jeden Fall die richtigen Berater, darf nicht naiv sein und muss sich trauen.“

Doch bei allen kommenden Herausforderungen und Unsicherheiten ist sie sich über ihre Wünsche im Klaren: „Es war nie mein Ziel, eine Villa in Monaco zu kaufen. Die Arbeit soll mir Spaß machen, ich möchte angemessen verdienen, mich weiterentwickeln und gute Medizin machen.“

Carolins Meinung zu einer eigenen Praxis: „Ich denke, dass es dafür nie wirklich zu früh oder zu spät ist, man sollte offen sein und sich vergegenwärtigen, dass man sehr vieles selbst in der Hand hat. Wenn man seine Vorstellungen klar benennen kann, fängt man unwillkürlich an, sich entsprechend vorzubereiten und den eigenen Weg zu ebnen.“

Hamburg, 23.09.2016

 

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