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  • Interview

    „In der Praxis geht eben beides.“

    Markus Kleinpoppen, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

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Markus Kleinpoppen, Wedel, übernimmt eine Einzelpraxis, die in eine überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft transferiert wird.

Zentrum für gute Medizin“ – das fällt Markus ein, wenn er über die Vision seiner künftigen Praxis spricht. Und das ist auch der Hauptgrund, warum er sich jetzt für die Niederlassung in eigener Praxis entschieden hat. „Bei mir soll sich der Patient gut aufgehoben, richtig gut beraten fühlen“, sagt er.

Als Orthopäde und Unfallchirurg im Krankenhaus baut man normalerweise keine persönliche Beziehung zu seinen Patienten auf. „Man sieht sie ja nie wieder. Ich möchte aber erleben, wie es ihnen weiterhin geht. Das Ergebnis meiner Arbeit auch mal nach einem längeren Zeitraum sehen.“

Sein Wunsch: konservative Orthopädie mit der chirurgischen vereinen, ohne an OP-Kapazitäten denken zu müssen. „In der Praxis geht eben beides.“

Das „Abenteuer Niederlassung“ beginnt für den angehenden Vater – er ist gerade 40 Jahre geworden – Anfang nächsten Jahres. Davor gönnt er sich noch einmal einen richtig langen Urlaub, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin. Sie studiert noch Medizin und erwartet ihr erstes Kind.

Sie haben viel diskutiert, ob es Sinn macht, in die Selbstständigkeit zu gehen – vor allem wenn bald ein kleines Kind da ist. Ob nicht das Familienleben und die Freizeit zu kurz kommen werden?

„Wir haben gute Beispiele im Freundeskreis, viele Ärzte. Die am Krankenhaus haben eher weniger Zeit für die Familie, keine regelmäßig freien Wochenenden, keine Feiertage.“ Schon die vielen Dienste fallen in der Praxis gar nicht erst an. Wer gut organisiert, lebt entspannter. Seine Freunde machen das ganz gezielt und clever.

Die Kollegen mit der Praxis könnten sich besser auf die Familie einstellen – könnten sogar mittags, wenn die Kinder aus der Schule kommen, zu Hause sein. „Das hat dann auch meine Freundin überzeugt.“

„Meine Kollegen waren meine wichtigsten Berater.“ Der bürokratische Aufwand vor der Niederlassung sei „zwar lästig, aber machbar.“ Schwieriger sei es gewesen, eine so umfassende Ausbildung zu bekommen, dass man sich die Freiberuflichkeit auch leisten könne. Man müsse das richtige Spektrum beherrschen, um wirtschaftlich existieren zu können.

„Ich bin da aber auch nicht reingesprungen, ohne es für mich auszuprobieren. Ambulante Medizin ist eben doch was anderes als Krankenhaus.“ Markus hat deshalb regelmäßig Praxisvertretungen gemacht und auch als angestellter Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum gearbeitet. Zwei Jahre lang! Die Arbeit hat Spaß gemacht. Aber er wollte zusätzlich wissen, ob er es auch wirtschaftlich schaffen könnte.

„Ich habe dann angefangen, meine Leistungen zu erfassen, wie viele Patienten ich sehe, was ich abrechne, welche Umsätze ich mache. Das hat mir sehr viel Sicherheit gegeben.“ Auch das Feedback der Patienten hat ihm gutgetan. „Sie kommen gerne wieder.“

Er hat sich für die Übernahme einer Praxis entschieden, die bisher als Einzelpraxis geführt wurde. Er wird aber gemeinsam mit Kollegen, die schon niedergelassen sind und die er schon lange kennt, arbeiten. Sie haben deshalb eine Berufsausübungs-gemeinschaft gegründet.

Der Clou dabei: Es gibt trotzdem zwei Praxisstandorte. Es ist also eine überörtliche Gemeinschaftspraxis. Der eine Standort ist mehr chirurgisch ausgerichtet, der andere orthopädisch. Die Praxen liegen nur fünf Minuten voneinander entfernt. „Wir sind dann vier Ärzte, die sich gegenseitig unterstützen können. Die Kollegen haben alles schon so prima organisiert, dass ich mich da gut aufgehoben fühle.“

Einen Tipp hat er für junge Kollegen: „Ich habe mir einen Gutachter gegönnt, der vor dem Kauf die Praxis begutachtet hat. Dadurch habe ich viel Zeit gespart. Die Gespräche mit dem abgebenden Kollegen, der Bank und dem Steuerberater waren danach viel leichter.“


Hamburg, 17. August 2015

 

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