Bereits seit einigen Jahren geht es mit den Immobilienpreisen in vielen Regionen der USA und Deutschlands immer weiter nach oben. Auch aufgrund des Mangels an interessanten Anlagealternativen zieht die Anlageklasse zunehmend Kapital an. Die Deutsche Bank hält die aktuelle Preisentwicklung weiterhin für gerechtfertigt und sieht derzeit weder in Deutschland noch in den USA Anzeichen einer überregionalen Blasenbildung. Vielmehr könnte sich der positive Trend fortsetzen: Das interessante Zinsumfeld für Immobilieninvestoren dürfte 2017 bestehen bleiben und die Nachfrage insbesondere in den Ballungszentren treiben.

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Konjunktur stützt US-Immobilien

In den USA basiert die positive Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarktes in erster Linie auf der soliden Konjunktur sowie der niedrigen Arbeitslosenquote, die mit weniger als 5 Prozent aktuell in Richtung Vollbeschäftigung tendiert. Diese beiden Faktoren dürften die Nachfrage nach entsprechenden Objekten in US-Ballungszentren aller Voraussicht nach auch 2017 treiben. Hinzu kommt, dass die Neubautätigkeit in diesem Segment weiterhin vergleichsweise gering ist. Einen genaueren Blick lohnen könnten US-Logistikimmobilien, die insbesondere von den Veränderungen in den Lieferketten profitieren dürften. So erwartet die Deutsche Bank, dass die wachsende Bedeutung des Onlinehandels zunehmend nationale Verteilerstationen und regionale Warenlager erfordert, um den Anforderungen an eine schnelle Distribution gerecht zu werden.

Insgesamt erwartet die Deutsche Bank für langfristig vermietete US-Gewerbeobjekte in guter Lage bis 2020 eine Rendite von im Schnitt 6 bis 8 Prozent jährlich – mögliche Währungseffekte für Euroanleger durch eine US-Dollar-Aufwertung nicht mitgerechnet. Zu beachten gilt es jedoch, dass sich der Markt bereits in einer „reiferen“ Entwicklungsphase befindet – sich also selbst ähnliche Objekte aus dem gleichen Segment unterschiedlich entwickeln können.

Japan: Mehr als Tokio

Auch der japanische Gewerbeimmobilienmarkt verzeichnet derzeit dank niedriger, weiter sinkender Leerstände und daraus resultierender Mietzuwächse am Büroimmobilienmarkt eine positive Entwicklung. Interessant erscheint etwa der Büromarkt in Osaka, der eine Spitzenposition hinter Tokio einnimmt. In der 2,7-Millionen-Einwohner-Stadt sind zwar weniger dynamische Mietsteigerungen zu beobachten als in der Hauptstadt – infolge der niedrigeren Immobilienpreise könnten sich jedoch zum Teil höhere Miet- und Gesamtrenditen erzielen lassen.

Deutschlands Wohnungsmarkt

In Europa könnten sich auch 2017 insbesondere am deutschen Wohnimmobilienmarkt interessante Investmentmöglichkeiten ergeben. Zwar sind die Kaufpreise seit der Finanzkrise 2008 doppelt so schnell gestiegen wie die Mieten. Jedoch dürfte es sich dabei weniger um Vorzeichen einer Blasenbildung als um Nachholeffekte handeln: Vor der Finanzkrise hinkten die Preis- den Mietsteigerungen lange hinterher. Damit scheinen deutsche Immobilien auch im europäischen Vergleich aktuell nach wie vor nicht zu teuer.

Langfristig stabile Erträge möglich

Ein breit gestreutes Immobilieninvestment kann nach Ansicht der Deutschen Bank unter Berücksichtigung der entsprechenden Risiken weiterhin ein Bestandteil eines ausgewogenen Depots darstellen – nicht zuletzt aufgrund der möglichen langfristig stabilen Erträge. Bei der Auswahl der Objekte scheint eine umfassende Marktexpertise 2017 jedoch besonders wichtig zu sein.