Die wichtigsten Fakten:

  • Globale Wirtschaft zeigt sich in guter Verfassung
  • Unternehmenszahlen in den USA, Europa und Japan überzeugen
  • Aktienmärkte könnten sich weiterhin positiv entwickeln

Die Weltwirtschaft ist aktuell gut in Fahrt – dafür sprechen nicht zuletzt verschiedene Konjunkturindikatoren wie beispielsweise die Einkaufsmanagerindizes. Seit Monaten deuten diese in vielen Wirtschaftsräumen weltweit auf ein Anziehen der wirtschaftlichen Dynamik hin. Nach einem Weltwirtschaftswachstum von 3,1 Prozent im vergangenen Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) für dieses Jahr mit einem Wachstum von 3,5 Prozent, während die Deutsche Bank sogar 3,6 Prozent erwartet. Doch schlagen sich die positiven Vorgaben letztlich auch in den Bilanzen der Unternehmen nieder? Betrachtet man die bisher für das 2. Quartal 2017 veröffentlichen Geschäftszahlen, scheint dies durchaus der Fall zu sein: Sowohl in den USA als auch in Europa und Japan zeigt sich ein positives Bild.

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Hohe Aktienkurse erscheinen angesichts der guten Unternehmenszahlen gerechtfertigt.

USA: Unternehmenszahlen überzeugen

In den USA liegen bereits für mehr als drei Viertel der im Leitindex S&P 500 gelisteten Unternehmen die Zahlen für das 2. Quartal 2017 vor. Rund 70 Prozent haben die Erwartungen der Analysten hinsichtlich des Wachstums von Gewinn und Umsatz übertroffen. Noch wichtiger ist jedoch die tatsächliche Gewinnentwicklung – und auch hier sind die Ergebnisse positiv: Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnten die Unternehmen ihre Gewinne um 10 Prozent steigern, die Erlöse legten um 5 Prozent zu. Besonders bemerkenswert: Das Gewinn- und Umsatzwachstum findet auf breiter Basis statt. Die Gewinnsteigerungen ziehen sich durch nahezu alle Sektoren des S&P 500.

Europa: zweistelliges Gewinnwachstum

In der Eurozone – derzeit ein maßgeblicher Treiber der Weltwirtschaft – haben bislang ebenfalls drei von vier der im breiten Leitindex Euro Stoxx gelisteten Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Obwohl Analysten ihre durchschnittlichen Erwartungen aufgrund der Eurostärke im Vorfeld der Berichtssaison nach unten korrigiert haben, steht hier ein Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Höhe von 11 Prozent zu Buche. Das Umsatzwachstum liegt aktuell bei 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch in Europa können die Unternehmen also überzeugen.

Japan: besonders hohe Gewinnsteigerungen

Die besten Unternehmenszahlen kommen derzeit aus Japan: Dort haben rund die Hälfte der Unternehmen aus dem Leitindex Topix ihre Quartalszahlen bereits veröffentlicht. Rund 70 Prozent der Unternehmen konnten die Gewinnprognosen der Analysten übertreffen, für Japan im historischen Vergleich ein guter Wert. Das Umsatzwachstum beläuft sich auf 6 Prozent und bewegt sich damit in etwa auf dem Niveau der US- und Eurozone-Unternehmen. Deutlich die Nase vorn haben die japanischen Konzerne hingegen beim Gewinnwachstum: Um ganze 25 Prozent konnten sie ihre Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Japans Wirtschaft stark exportorientiert ist – und damit besonders von der dynamischen globalen Konjunktur profitiert.

Vor dem Hintergrund der positiven Unternehmenszahlen erscheint die zuletzt gute Entwicklung an den Aktienmärkten gerechtfertigt: So erreichte beispielsweise der US-amerikanische Dow-Jones-Index am 7. August 2017 mit 22.118 Punkten erneut ein Allzeithoch. Aus Sicht der Deutschen Bank scheinen Aktien für entsprechend risikobereite Anleger weiterhin ein interessantes Investment darzustellen – nicht zuletzt aufgrund der anhaltend positiven globalen Wachstumsprognosen.



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Redaktionsschluss: 08.08.2107