Die wichtigsten Fakten

  • Angebotsüberhänge und US-Dollar-Stärke belasten die Märkte.
  • Ölpreis sucht weiter nach seinem Boden.
  • Preispotenzial bei Gold scheint begrenzt.

Das Jahr 2015 wird den meisten Rohstoffanlegern in keiner guten Erinnerung bleiben: Die Preise für Öl, Gold, Kupfer oder Co. fielen auf breiter Front und setzten damit ihren Abwärtstrend fort. Der Hauptgrund für den Preisverfall war auf der Angebotsseite zu finden: Die erheblichen Investitionen von Minen- und Ölunternehmen in den Boomjahren bis 2011/2012 führten in vergangener Zeit zu großen Angebotsüberhängen. Hinzu kam die zunehmende Stärke des US-Dollar, die ebenfalls preisdämpfend wirkte. Beide Faktoren – Überangebot und Dollarstärke – sollten auch am Jahresbeginn 2016 die Rohstoffmärkte prägen. Erst zum Jahresende scheint eine Stabilisierung auf moderaten Niveaus möglich, wobei konkrete Preisprognosen mit großen Unsicherheiten behaftet bleiben.

Vergleich Entwicklung Rohstoffe / US-Dollar
Vergleich Entwicklung Rohstoffe / US-Dollar

Ölpreisentwicklung weiterhin mit Unsicherheiten behaftet

Der Ölpreis sollte auch 2016 weiterhin unter Druck stehen. Die Deutsche Bank rechnet mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Grund dafür ist die sukzessive Annäherung von Angebot und nachfrage weltweit.

Auf der Angebotsseite dürfte sich der erwartete Rückgang der Förderquoten in den USA auf die Preise durchschlagen. Schon heute sind von den einst rund 1.600 US-Ölförderanlagen nur noch etwas mehr als 555 in Betrieb. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC). Zwar haben die 12 Mitgliedsstaaten Anfang Dezember 2015 erneut beschlossen, ihre Förderung nicht zu drosseln. Wie sie sich auf ihrer kommenden Sitzung im Juni 2016 entscheiden, ist jedoch völlig offen. Zumal mit dem Auslaufen der Sanktionen gegen das OPEC-Mitglied Iran in diesen Monaten ein alter Player neu an den Markt drängt.Trotz erheblicher Marktunsicherheiten und globaler Lagerbestände auf Rekordniveau erwartet die Deutsche Bank für das zweite Halbjahr 2016 einen leicht steigenden Ölpreis.

Die Aussichten für Gold verlieren im Zuge eines wahrscheinlichen Zinsanstiegs in den USA weiter an Glanz.

Kaum weiteres Aufwärtspotenzial bei Gold

Bei Gold sollte der Preisdruck hoch bleiben. Hauptgrund dafür ist ein Zinsanstieg in den USA: Da ein Goldinvestment weder Zinsen abwirft noch Dividenden zahlt, werden Zinsanlagen wie US-Staatsanleihen im Vergleich interessanter. Hinzu kommt, dass Gold seinen Ruf als Krisenwährung seit einiger Zeit nur temporär gerecht wird: Von der Verunsicherung an den Kapitalmärkten konnte der Goldpreis im Jahr 2015 nicht profitieren – im Gegenteil, er verlor. Eine Umkehr dieser Entwicklung ist aktuell nur zeitweise in Sicht.

Auch bei den Industriemetallen sieht die Deutsche Bank auf breiter Front kaum Preispotenzial. Und das, obwohl 2016 mit einem leichten Anziehen der globalen Konjunktur zu rechnen ist – theoretisch ein Argument für steigende Nachfrage und Preise. Ein solcher Anstieg dürfte aufgrund der Angebotsüberhänge jedoch begrenzt bleiben. Einzelne Metalle wie Aluminium könnten ihr Preisniveau zumindest stabilisieren.

Insgesamt könnten die Rohstoffmärkte für Anleger im Jahresverlauf wieder etwas stärker in den Fokus rücken. Insbesondere dort, wo das Überangebot abgebaut werden kann, sind moderate Preissteigerungen möglich. Aufgrund der erwarteten Schwankungsintensität erscheinen Investments in einzelne Rohstoffe aber nach wie vor sehr risikobehaftet.

Preistrends/Prognosen für die wichtigsten Rohstoffe (in US-Dollar)
Preistrends/Prognosen für die wichtigsten Rohstoffe (in US-Dollar)