Die wichtigsten Fakten:

  • Unternehmen präsentieren Ergebnisse für das 1. Quartal 2017
  • Insgesamt starke Gewinn- und Umsatzsteigerungen
  • Kursrücksetzer an den Aktienmärkten dennoch nicht ausgeschlossen

„Sell in May and go away ...“: Diese populäre Börsenweisheit rät Anlegern, ihre Aktien im Mai zu verkaufen und den Märkten über die Sommermonate hinweg den Rücken zuzuwenden. Erst im September solle die Aktivität an den Finanzmärkten dann wieder aufgenommen werden: „... but remember to come back in September“, heißt es folgerichtig im zweiten Teil der Weisheit. Wenngleich sich aus Börsenweisheiten ohnehin keine verlässliche Anlagestrategie ableiten lässt: Im Mai dieses Jahres scheint es für Anleger besonders wenige Gründe zu geben, ihre Papiere zu veräußern.

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Unternehmen steigern Gewinne und Umsätze

Betrachtet man beispielsweise die Ergebnisse, welche die Unternehmen in den weltweit wichtigsten Anlageregionen bisher für das 1. Quartal präsentiert haben, zeigt sich ein durchweg freundliches Bild: Sowohl die Gewinne als auch die Umsätze konnten deutlich zulegen. Im US-Leitindex S&P 500 lagen die Erträge um mehr als 14 Prozent höher als im Vorjahresquartal, die Umsätze legten um gut 7 Prozent zu. In Europa (Aktienindex Stoxx 600) waren sogar Steigerungen von 24 beziehungsweise 12 Prozent zu verzeichnen. Auch in Japan zeigt sich ein positiver Trend – wenngleich hier bislang weniger als die Hälfte der Unternehmen aus dem Leitindex Topix berichtet hat (Stand: 11. Mai 2017).

Positivtrend auf breiter Basis

Bemerkenswert bei diesen insgesamt sehr guten Ergebnissen ist, dass sie sich nicht nur mehrheitlich rund um den Globus ziehen – sondern auch durch annähernd alle Branchen. Am stärksten zur positiven Gewinn- und Umsatzentwicklung haben dabei sowohl in den USA als auch in Europa insbesondere der Rohstoff- und der Finanzsektor sowie die IT-Branche beigetragen. Dass die gute Verfassung der Unternehmen mehr ist als eine Momentaufnahme, zeigt sich beim Blick auf die Gewinnerwartungen für die kommenden Monate: Für das Gesamtjahr 2017 rechnen die Analysten in allen wichtigen Anlageregionen mit Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich.

Kursrücksetzer scheinen nicht ausgeschlossen

Trotz dieser positiven Vorgaben sollten Anleger wachsam bleiben. Denn es deutet einiges darauf hin, dass es in absehbarer Zeit zu temporären Kursrücksetzern an den Aktienmärkten kommen könnte. So war die Aktienmarktrallye in den USA – aber auch in anderen Anlageregionen – in den vergangenen Monaten durch eine ungewöhnlich lange Phase positiver Makroüberraschungen geprägt. Das heißt: Viele Konjunkturdaten fielen besser aus als von den Marktteilnehmern erwartet. Zuletzt hat sich diese Entwicklung jedoch etwas umgekehrt.

Trotz starker Berichtssaison: Kursrücksetzer an den Aktienmärkten nicht ausgeschlossen.

Noch entscheidender als die Makroüberraschungen dürften jedoch die globalen Einkaufsmanagerindizes (engl. Purchasing Managers‘ Indices, kurz PMIs) sein. Bei diesen handelt es sich um wichtige Indikatoren für die künftige wirtschaftliche Entwicklung – auch hier war zuletzt ein Rückgang zu beobachten. Sollte sich in naher Zukunft der Trend nachgebender PMIs bestätigen, könnte das die gestiegenen Erwartungen an die globale Wirtschaft enttäuschen und Kursrücksetzer an den Börsen nach sich ziehen.

Aktien weiterhin interessant

Insgesamt dürften aus Sicht der Deutschen Bank sowohl der europäische als auch der US-amerikanische Aktienmarkt für entsprechend risikobereite Anleger ein interessantes Investmentziel bleiben. Ein Trend zu nachhaltig fallenden Kursen ist im Umfeld steigender Gewinnerwartungen derzeit nicht auszumachen. Vielmehr könnten temporäre Kursrücksetzer als Einstiegsgelegenheit genutzt werden.



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Anlagewissen

Redaktionsschluss: 16.05.2017