Die wichtigsten Fakten:

  • 4. Quartal 2018 durch Marktverwerfungen beeinträchtigt
  • Ausbleiben negativer Überraschungen könnten Aktienkurse stützen
  • Deutsche Bank erwartet 2019 solides Gewinnwachstum in den USA

Seit 1931 hatte der US-Leitindex S&P 500 im Dezember keinen höheren Verlust mehr hinnehmen müssen als 2018. Gründe für den Kurseinbruch waren vor allem die zunehmenden Sorgen der Anleger um die Fortsetzung des konjunkturellen Wachstumstrends. Hinzu kamen das gesunkene Zinsniveau, das insbesondere dem Finanzsektor zu schaffen machte, sowie der gefallene Ölpreis, der die Erträge der großen US-amerikanischen Energiekonzerne schmälerte. Ein relativ starker US-Dollar sorgte zudem für eine geringere Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter US-Unternehmen.

Gewinnerwartungen für US-Unternehmen zuletzt gesunken

Im Zuge der gestiegenen Unsicherheiten korrigierten die Analysten ihre Gewinnprognosen für die Unternehmen im S&P 500 in jüngster Zeit nach unten. Weil dazu US-Branchengrößen Gewinnwarnungen herausgaben, sanken die Erwartungen an die absoluten Gewinne im 4. Quartal 2018. Derzeit rechnet die Analystengemeinde im Vergleich zum Vorjahresquartal nur noch mit einem Gewinnwachstum von rund 14,3 Prozent. Das ist zwar immer noch sehr solide, allerdings deutlich weniger als in den drei Quartalen zuvor, in denen die Konzerne ihre Gewinne jeweils um mehr als 20 Prozent steigern konnten. Diese Entwicklungen sorgen einerseits für Verunsicherung unter den Anlegern, eröffnen andererseits aber auch Raum für positive Überraschungen: Einige große US-Finanzwerte beispielsweise übertrafen die eher zurückhaltenden Analystenprognosen bereits, was sich stützend auf ihre Aktienkurse auswirkte.

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Positiver Effekt der Steuerreform läuft aus

Für Anleger noch spannender als die Geschäftszahlen für das vergangene Quartal ist jedoch der Ausblick auf die kommenden Monate. Und dieser kann sich noch immer sehen lassen: Für das Gesamtjahr 2019 erwartet die Deutsche Bank für die Unternehmen im US-Leitindex Gewinnsteigerungen von 7 Prozent. Das ist im Vergleich zu 2018 auf den ersten Blick recht wenig, stellt aber nach den einmaligen steuerreformbedingten Sondereffekten aus dem vergangenen Jahr eine Normalisierung dar: 7 Prozent entspricht in etwa dem durchschnittlichen jährlichen Gewinnwachstum der Unternehmen im S&P 500 in den Jahren seit 2011.

Die globale Analystengemeinde dagegen erwartet eine etwas schlechtere Gewinnentwicklung in den USA: Im Schnitt rechnet sie für 2019 – nachdem sie die Erwartungen in den letzten Monaten senkte – mit einem Wachstum der Gewinne pro Aktie von 6,0 Prozent. Wenn sich die Gewinne in den kommenden Monaten wie von der Deutschen Bank prognostiziert besser entwickeln sollten, dürfte sich die in den Kursen bereits eingepreiste, eher zurückhaltende Anlegerstimmung verbessern. Ähnliches gilt mit Blick auf die bestehenden Wirtschaftsrisiken: Sollte der Ölpreis, wie von der Deutschen Bank erwartet, ein stabiles Niveau halten oder sich im Handelsstreit ein Kompromiss zwischen China und den USA ergeben und sich so die Stimmung unter den Marktteilnehmern nachhaltig verbessern, dürfte sich das positiv in den Gewinnerwartungen und Aktienkursen niederschlagen.

Aktieninvestments erfordern Zuversicht in die Konjunktur

Wenngleich der Wachstumshöhepunkt in den USA im laufenden Zyklus überschritten scheint und der Ausblick etwas schwächer ausfällt, prognostiziert die Deutsche Bank für 2019 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent und für die USA eine mit 2,5 Prozent noch immer robust wachsende Konjunktur – eine Rezession wird nicht erwartet. Für Anleger mit entsprechender Risikobereitschaft könnten US-Aktien daher ein interessanter Bestandteil in einem breit diversifizierten Portfolio sein.

Trotz Belastungsfaktoren: Deutsche Bank blickt optimistisch auf die weitere Aktienmarktentwicklung in den USA.

Redaktionsschluss: 28.01.2019