Die wichtigsten Fakten:

  • US-Steuerreform ist beschlossene Sache
  • Implementierung könnte Aktienkurse in den USA zusätzlich treiben
  • Aktieninvestment in den US-Markt weiterhin interessant

Das erste große Reformprojekt der US-Regierung ist beschlossene Sache. Während US-Präsident Donald Trump bisher vergeblich versuchte, das Obamacare genannte US-Bundesgesetz zur Regelung des Zugangs zu Krankenversicherungen abzuschaffen, und der Bau der Mauer zu Mexiko aus dem Blickfeld geraten ist, konnte seine Administration am 20. Dezember einen Erfolg vermelden: die Verabschiedung der im Wahlkampf angekündigten Steuerreform, die unter anderem auf die Verringerung der Steuerlast für Unternehmen abzielt.

US-Steuerreform nimmt letzte Hürde – Implementierung könnte US-Aktienmarkt im Jahr 2018 zusätzlich treiben.

Trumps Steuerreform ist beschlossen

Dabei war der Weg bis zu einer Einigung nicht ohne Stolperfallen: Nachdem das Repräsentantenhaus und der Senat bereits unterschiedliche Entwürfe für die Neuregelung der Steuergesetzgebung verabschiedet hatten, mussten die beiden Reformentwürfe erst noch in eine gemeinsame Vorlage überführt werden. Das Repräsentantenhaus gab den Weg für die angepasste Version am 19. Dezember frei. Der Senat folgte am 20. Dezember – allerdings wies er die Vorlage aufgrund von Verfahrensfehlern an das Repräsentantenhaus zur erneuten Abstimmung zurück. Erst im zweiten Anlauf gelang die Verabschiedung der Reform endgültig. Nach der Unterzeichnung durch Donald Trump wird die größte US-Steuerreform seit dem Jahr 1986 zum 1. Januar 2018 in Kraft treten.

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Stimulus für Unternehmensgewinne

Kritiker verweisen insbesondere auf die geminderten Steuereinnahmen in Höhe von fast 1,5 Billionen US-Dollar: Schätzungen zufolge könnte die US-Staatsverschuldung durch die Steuerreform in den kommenden zehn Jahren um zusätzlich eine Billion US-Dollar steigen. Befürworter hingegen argumentieren angesichts sinkender Unternehmenssteuern mit steigenden Investitionen und positiven Impulsen für das Wirtschaftswachstum. Kernelement der Reform ist eine Senkung der Körperschaftsteuer – also des Steuersatzes auf Unternehmenseinkommen – von derzeit 35 Prozent auf 21 Prozent. Eine solche Änderung dürfte sich bereits sehr kurzfristig positiv auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken: Nach Einschätzung der Deutschen Bank dürfte durch eine erfolgreiche Umsetzung der Steuerreform das Gewinnwachstum der Unternehmen im US-Leitindex S&P 500 einen zusätzlichen Schub erfahren, ohnehin erwartete die Analystengemeinde ein Gewinnwachstum von 11,5 Prozent im kommenden Jahr. Dies sollte dem US-Aktienmarkt weiteres Kurspotenzial eröffnen. Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigte bereits den großen Einfluss, den die Steuerreform auf den US-Aktienmarkt haben kann: Nachdem sich die Republikaner auf eine einheitliche Gesetzesvorlage einigen konnten, stieg der S&P 500 Mitte Dezember spürbar an.

Zusätzlicher Treiber für den US-Aktienmarkt

Aktuell sprechen bereits die hohe konjunkturelle Dynamik und die soliden Gewinnerwartungen der Unternehmen für weiteres Kurspotenzial am US-Aktienmarkt – die Steuerreform dürfte hier einen zusätzlichen Schub geben: Sollte sie wie erwartet Anfang 2018 implementiert werden, könnte die Deutsche Bank ihre Jahresendprognose für den S&P 500 von aktuell 2.850 Punkten weiter nach oben anpassen. Ein breit gestreutes Engagement in US-Aktien scheint unter diesen Umständen für entsprechend risikobereite Anleger weiterhin ein interessantes Investment darzustellen.



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Anlagewissen

Redaktionsschluss: 22.12.2017