Investments – Aktien

In Etappen zur Griechenland-Rettung?

Erste Etappenziele auf dem Weg zur Rettung Griechenlands sind erreicht. Wenn für das Land eine nachhaltige Lösung gefunden werden kann, könnte sich das Wirtschafts­wachstum in der Euro­zone beschleunigen.


Reform-Kompromiss verabschiedet

Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone einigten sich am 13. Juli mit Griechenland darauf, Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm aufzunehmen. Es soll Griechenland in den kommenden drei Jahren 82 bis 86 Milliarden Euro einbringen. Diese Einigung kann als ein erstes Etappenziel auf dem Weg zur Rettung des Landes gesehen werden.

Gleichzeitig wurde auf dem EU-Gipfel vereinbart, dass Griechenland zunächst harte Reform- und Sparmaßnahmen verabschieden muss, bevor Gespräche über neue Hilfsgelder stattfinden. Die Debatte und Abstimmung hierzu fanden am Mittwoch im Athener Parlament statt. Im Hinblick auf das Referendumsergebnis war ein schwieriger Abstimmungsprozess erwartet worden. Und tatsächlich schwand der Rückhalt der Regierung um Premier Tsipras deutlich. Den Reform-Kompromiss brachte er dennoch durch das Parlament – dank ausreichend Stimmen der Opposition. Zu Neuwahlen wird es voraussichtlich vorerst nicht kommen. Damit ist das zweite Etappenziel für Griechenland erreicht.

Zum Ende der Woche muss das neue Hilfspaket nun den Weg durch einige nationale europäische Parlamente schaffen – auch hier stehen noch diffizile Abstimmungen an. Wenn diese Parlamente am Freitag der Grundsatz-Einigung zugestimmt haben, soll letztlich eine Brückenfinanzierung für Griechenland in Höhe von 7 Milliarden Euro verkündet werden.

Wirtschaftswachstum in der Eurozone

Wenn für Griechenland eine nachhaltige Lösung gefunden werden kann, könnte sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone beschleunigen. Die Märkte waren zwar gerade in den letzten Wochen von hohen Schwankungen gekennzeichnet. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass sich die negativen Auswirkungen - anders als von vielen Marktteilnehmern erwartet - in Grenzen hielten und beispielsweise der Deutsche Aktienindex (DAX) Mitte Juli auf dem Stand von Ende April notiert.

Bislang positives Bild für europäische Aktien

Im ersten Halbjahr 2015 ergab sich mehrheitlich ein positives Bild für europäische Aktien. Daran hat sich fundamental wenig geändert, auch wenn sich die Unsicherheit im Zusammenhang mit Griechenland zuletzt negativ auf die Kurse ausgewirkt hat. Die Gefahr einer Ansteckung innerhalb der Peripherieländer scheint jedoch zum derzeitigen Zeitpunkt gering. Die Stimmung in der Wirtschaft, der Ausblick bei Unternehmensgewinnen und die Wachstumsaussichten sind insgesamt solide. Besonders die Märkte in Italien und Spanien erscheinen unter diesen Voraussetzungen interessant. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, hat mit seiner Notenbankpolitik (niedrige Leitzinsen, Anleihekaufprogramm) die Voraussetzungen für verstärkte Investitionen und Stärkung des Exports über einen schwachen Euro geschaffen.

Vor diesem Hintergrund wird der Markt die Entwicklung der bevorstehenden Berichtssaison und der Unternehmensgewinne genau beobachten. Bei den aktuell geringen Erwartungen sind Enttäuschungen eher unwahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Der europäische Aktienmarkt sollte weiter volatil bleiben, könnte aber aufgrund der zuletzt gesunkenen Kurse weiteres Aufwärtspotential zum Jahresende bieten.

Anhebung des DAX Kursziels

Sollte es im Verlauf des zweiten Halbjahrs wieder zu einem leicht anziehenden Weltwirtschaftswachstum kommen, könnte der DAX aufgrund seiner zyklischen Struktur zu den Profiteuren zählen. Zudem ist er mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,6* im europäischen Vergleich interessant bewertet. Kurzfristige Rücksetzer könnten Anleger mit entsprechendem Risiko-Appetit als Einstiegsmöglichkeit in Erwägung ziehen, da sich fundamental betrachtet kaum etwas verändert hat. Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, erwartet zum Jahresende eine positive Performance des DAX und hat das Kursziel daher erst kürzlich auf 12.000 Punkte angehoben.

* Konsensus Schätzungen des KGVs auf Basis der für in 12 Monaten erwarteten Unternehmensgewinne

Stand: 17.07.2015
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