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21. August 2019

Liebe Leser,

Giuseppe Conte kritisiert seinen Innenminister, Euroaktien geht der Nachwuchs aus, und polnische Aktien sind wegen Altlasten unter Druck.
Italienische Staatsanleiherenditen geben nach
Italiens parteiloser Ministerpräsident Giuseppe Conte kritisierte bei der mit Spannung erwarteten Rede seinen Innenminister scharf. Matteo Salvini hatte zuvor die Regierung mit der Fünf-Sterne-Bewegung aufgekündigt. Conte sprach von „verantwortungsloser Bedienung eigener Interessen, was Italien hohen Risiken“ aussetze. Staatspräsident Sergio Mattarella muss nun entscheiden, wie es weitergeht. Immerhin beraten die Sozialdemokraten der Demokratischen Partei (PD) um Matteo Renzi mit der Fünf-Sterne-Bewegung von Wirtschafts- und Sozialminister Luigi Di Maio über eine Regierungskoalition. Zwar führt Salvinis Lega in aktuellen Umfragen, im Parlament haben aber die Fünf-Sterne-Bewegung und die PD eine solide Mehrheit, im Senat auch, wenn sie von den Unabhängigen gestützt werden. Wahrscheinlich ist die Aussicht auf eine zeitnahe und europafreundliche Regierungsbildung der Grund für die deutlich nachgebenden Renditen italienischer Staatanleihen. Immerhin gibt es in Italien auf zehnjährige Bonds noch 1,37 Prozent Rendite.
Euroaktien geht der Nachwuchs aus
Seit Jahresbeginn hat der EuroStoxx 600 in Euro zehn Prozent zugelegt. Der US-Leitindex S&P 500 schlug sich mit über 20 Prozent deutlich besser. Manche sehen in dieser schlechteren Euro-Performance neben konjunkturellen Gründen auch den Mangel an jungen, vielversprechenden Unternehmen in Europa. Zwischen 2000 und 2018 sank die Zahl der börsengelisteten Unternehmen in Europa um rund 29 Prozent. Die Zahl der Unternehmen, die dieses Jahr europäisches Parkett erstmals betreten haben, ist auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Dabei kommen die Start-up-Unternehmen wegen ihrer Risikostruktur nicht ohne weiteres an Kapital und müssen sich über Venture-Kapitalgeber finanzieren. Diese privaten Investoren können die jungen Unternehmen wegen der derzeit günstigen Finanzierungskonditionen länger in ihren Portfolios halten und nicht an die Börse bringen. Gut möglich, dass sich neben diesen technischen Gegebenheiten auch regulatorische Hürden sowie ein struktureller Mangel an Risikobereitschaft in Europa bemerkbar machen. Derweil könnte der S&P 500 nächstes Jahr mit einem erwarteten Gewinnwachstum von rund zehn Prozent gegenüber 2019 erneut die Nase vorne haben.
Der ifo und der DAX
Es ist eine der ältesten Regeln zum Anlegen im DAX: Wenn der ifo-Geschäftsklimaindex dreimal in Folge steigt, muss man zyklische Werte übergewichten, fällt er dreimal in Folge, setzt man lieber auf defensive. Das letzte Mal sendete der ifo ein solches Signal am 22. März 2018 – zu Beginn des letzten Jahres war er dreimal in Folge gefallen. Seitdem fällt er fast stetig weiter und die Weisheit scheint sich zu bestätigen. Der DAX liegt seitdem rund drei Prozent im Minus, defensive Werte wie Telekommunikationsunternehmen (plus 27 Prozent), Versorger (plus 17 Prozent) und Immobilienwerte (plus 20 Prozent) liegen hingegen deutlich im Plus. Die Kehrseite sind der Industriesektor mit einem Minus von 15 und der zyklische Konsum mit einem Minus von 13 Prozent. Mit einer baldigen Kehrtwende beim ifo rechne ich noch nicht, für ein Übergewicht bei zyklischen Werten ist es daher noch zu früh. Die Schere bei der Wertentwicklung dürfte aber auch nicht weiter auseinandergehen.
Polnische Banken wegen Altlasten unter Druck
Osteuropäische Aktien sind seit Jahresbeginn in Euro gerechnet rund 13,5 Prozent im Plus. Polnische Aktien hinken mit minus neun Prozent hinterher, angeführt vom Finanzsektor. Einer der Gründe: In der Vergangenheit gaben polnische Banken an den Schweizer Franken gebundene Baufinanzierungen aus, deren Umrechnung nicht eindeutig gestaltet war. In einer ersten Stellungnahme wurde dies vom Europäischen Gerichtshof im Grundsatz als widerrechtlich eingestuft, eine endgültige Entscheidung wird im September erwartet. Bei einer Bestätigung der Stellungnahme schätzen Marktbeobachter die Kosten für den Bankensektor auf 60–80 Milliarden polnische Złoty. Allerdings dürften die tatsächlichen Kosten geringer ausfallen. Denn nicht jeder, der eine solche Baufinanzierung hat, wird klagen und aufgrund von unterschiedlichen Vertragsausgestaltungen wird nicht jeder, der klagt, Recht bekommen. Mit der Underperformance von über 20 Prozent bei Aktien scheint das Risiko daher ausreichend eingepreist.
Zahl des Tages: 1000
Haben Astronomen jetzt den vollen Durchblick? Das „Very Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte in Chile kann dank neuer Technik schärfere Bilder machen als das Hubble-Weltraumteleskop. 1000 Mal pro Sekunde korrigiert ein verformbarer Spiegel Verzerrungen und liefert so extrem klare Bilder aus dem Weltall. Vielleicht gelingen jetzt ja sogar Alien-Schnappschüsse.

Ich wünsche Ihnen einen galaktischen Tag.

Herzlichst,
Unterschrift: Dr. Ulrich Stephan
Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden

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