medNachrichten Q4 Seite 2

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Seite 2 Deutsche Bank medNachrichten Ausgabe 4 2017 Europa holt wieder auf Die deutsche Wirtschaft wird das hohe Wachstumstempo der ersten sechs Mo nate in der zweiten Jahreshälfte voraus sichtlich nicht ganz halten können Das Bundeswirtschaftsministerium ging für den Herbst von einer abgeschwächten Dynamik aus aber auf hohem Niveau Das Bruttosozialprodukt in Deutschland hatte in den ersten sechs Monaten immer hin um zwei Prozent zugelegt Allerdings ist Deutschland nicht die einzi ge Volkswirtschaft die in Europa für Wachstum sorgt Der Internationale Wäh rungsfonds IWF erwartet dass sich wei tere Länder gut entwickeln Für den Eu roraum insgesamt geht der IWF für die Jahre 2017 und 2018 sogar von einem besseren Ergebnis als in Deutschland aus Fest steht dass die Wachstumsraten im Gesundheitswesen im ersten Halbjahr 2017 erneut deutlich über der Entwick lung der Gesamtwirtschaft lagen Die Ho norarentwicklung in den ersten sechs Mo naten hat besonders für die ärztliche Behandlung einen deutlichen Schub ge Die deutsche Wirtschaft bekommt Konkurrenz Auch andere Länder im Euroraum dürfen auf eine gute wirtschaftliche Entwicklung hoffen Gleichzeitig steigen die Beitragseinnahmen der gesetzli chen Krankenversicherung GKV weiter mit positiven Auswirkungen für Ärzte und Zahnärzte bracht Hier stiegen die Honorare um 4 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeit raum Um 3 4 Prozent gingen die Ausga ben für Arznei und Heilmittel nach oben Für Krankenhausbehandlungen stiegen die Ausgaben um 2 9 Prozent und auch für Zahnarztbehandlungen wurden im ers ten Halbjahr um 2 5 Prozent höhere Hono rare bezahlt Für das höhere Wachstum gibt es mehre re Gründe Das Gesundheitswesen profi tiert in Form steigender Einnahmen der Krankenkassen von der seit Jahren guten Konjunktur der deutschen Wirtschaft Die Folge sind Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung siehe Meldung auf dieser Seite und damit Spielraum für Ho norarerhöhungen Hinzu kommt die stei gende Nachfrage nach Gesundheitsleis tungen in der Bevölkerung die über die entsprechende Kaufkraft für privatärzt liche Leistungen verfügt GKV erneut im Plus Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland stehen erneut vor einem Jahr mit einem Milliardenüberschuss Nach kürzlich vorgelegten Zahlen haben sie al lein in der ersten Jahreshälfte einen Über schuss von 1 4 Milliarden Euro erzielt Die Einnahmen der Gesetzlichen Krankenver sicherung GKV waren im ersten Halbjahr um 4 3 Prozent die Ausgaben um 3 7 Pro zent gestiegen Damit waren die Finanzre serven der GKV bis zur Jahresmitte 2017 auf insgesamt 17 5 Milliarden Euro ge stiegen Hinzu kommt die Reserve des Ge sundheitsfonds die mit neun Milliarden Euro angegeben wurde Im Jahr 2016 hat te der Überschuss der GKV insgesamt 1 6 Milliarden Euro betragen Die höchsten Überschüsse erzielten in der ersten Jah reshälfte die Ortskrankenkassen 650 Mil lionen Euro während die Ersatzkassen ein Plus von 155 Millionen Euro auswie sen Ermöglicht werden die Überschüsse durch die gute Konjunktur in Deutschland und durch steigende Versichertenzahlen Im ersten Halbjahr ist die Zahl der GKV Versicherten um 870 000 gestiegen Diese sorgen für Zusatzeinnahmen Außerdem führen die gute Beschäftigungslage und steigende Lohnabschlüsse zu einem Bei tragszuwachs in der GKV GESUNDHEITSMÄRKTE Die medizinische Biotechnologie wird für die Pharmabranche immer wichtiger Dies belegen die jüngsten Zahlen des In teressenverbandes vfa bio wonach sich der Umsatz mit Biopharmazeutika im Vor jahr um 12 4 Prozent auf rund 9 3 Milliar den Euro erhöht hat Zum Vergleich Der gesamte Pharmamarkt in Deutschland wuchs um 4 2 Prozent auf ein Volumen von 37 4 Milliarden Euro Der Anteil der Biotechnologie am Gesamtpharmamarkt stieg damit von 22 9 auf 24 8 Prozent Mit den steigenden Umsätzen ging eine erneute Erhöhung der Beschäftigtenzah len einher Mit 44 100 Mitarbeitern be schäftigten die 365 deutschen Unterneh men der Branche im vergangenen Jahr mehr Menschen als je zuvor Von den 365 Firmen vermarkten bislang 116 eigene Biopharmazeutika oder besitzen eine eige ne innovative Produktpipeline Die übrigen 249 tragen etwa durch Technologieplatt formen zur Medikamentenentwicklung bei entwickeln aber nicht selbst eigene Wirkstoffe Das Wachstum erstreckte sich auf fast alle Anwendungsgebiete Hauptumsatzträger waren erneut die Immunologie die Onko logie und die Therapie von Stoffwechsel erkrankungen Zusammen sorgen diese drei Bereiche für 74 Prozent des Gesamt umsatzes mit Biopharmazeutika Rückläu fig ist der Umsatz bei Biopharmazeutika gegen Erkrankungen des Zentralnerven systems weil hier verstärkt orale che misch synthetische Medikamente verord net werden In der EU wurden 2016 insgesamt 38 Medikamente mit neuem Wirkstoff oder neuer Kombination be kannter Wirkstoffe zugelassen Unter die sen Neuzulassungen befinden sich zwölf Original Biopharmazeutika und drei Biosi milars Damit stellten Biopharmazeutika 37 Prozent aller Neuzulassungen Biopharmazeutika auf Rekordniveau Biopharma wächst besonders schnell Jahresumsatz in Deutschland in Mrd Euro Quelle vfa bio Pharma 2014 2015 Biopharma 2016 34 1 2014 2015 2016 35 9 37 4 7 5 8 2 9 3 0 2 3 Behandlung durch Zahnärzte 2 5 Krankenhausbehandlung 2 9 Arznei und Verbandmittel 3 4 Bruttoinlandsprodukt 2 0 2 5 4 Ärztliche Behandlung 4 5 4 5 4 5 5 Markt Honorarentwicklung 1 Halbjahr 2017 GKV und privatärztlich Quelle REBMANN RESEARCH


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