medNachrichten Q4 Seite 5

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Seite 4 Seite 5 Deutsche Bank medNachrichten Ausgabe 4 2017 Privatanteil beim Honorar rückläufig Die aktuelle alle vier Jahre durchgeführte Kostenstrukturanalyse des Statistischen Bundesamtes Destatis hat die Bedeutung der Privateinnahmen für Arztpraxen bestä tigt Laut Destatis erzielten Praxen 2015 durchschnittlich 133 000 Euro aus der Pri vatabrechnung Vor vier Jahren waren es noch 4 000 Euro mehr Dennoch wurden im Jahr 2015 weiterhin 26 3 Prozent der Einnahmen 2011 28 3 Prozent von Arzt praxen nach GOÄ abgerechnet Die Privat versicherten die laut PKV Verband elf Pro zent aller Krankenversicherten ausmachen tragen damit zusammen mit Kassenpatien ten die Selbstzahlerleistungen wollen wei terhin weit überproportional zu den Praxis einnahmen bei Im Fachgruppenvergleich hat sich die Be deutung der Privatmedizin unterschiedlich entwickelt Ganz vorne stehen die Zahnärz te bei denen 51 3 Prozent 2011 51 7 Pro zent der Einnahmen nach GOÄ oder GOZ abgerechnet werden Grund Bei vielen Be handlungen müssen Patienten von Zahn ärzten privat dazuzahlen Eine sehr hohe Bedeutung hat die Privatmedizin außerdem bei einigen grundversorgenden Fachgrup pen Den höchsten Privatanteil verzeichne ten 2015 laut Destatis mit 45 9 Prozent der Gesamteinnahmen die Dermatologen Vier Jahre zuvor waren es noch nahezu 48 Pro zent gewesen Über 40 Prozent Privatanteil kamen außerdem die Urologen mit 42 8 Prozent der Gesamteinnahmen und die Or thopäden mit 41 9 Prozent Bei beiden Fach gruppen hat sich der Privatanteil gegen den Trend sogar nochmals leicht gesteigert Bei Allgemeinmedizinern fällt der Rück gang des Privatanteils relativ ausgeprägt aus 14 5 Prozent der Gesamteinnahmen erzielten Allgemeinmediziner in ihren Pra xen aus der Privatabrechnung Vor vier Jahren waren es noch 18 4 Prozent Bei Internisten liegt der Anteil mit 21 8 Prozent 2011 22 8 Prozent deutlich höher aber immer noch unter dem Durchschnitt von 26 3 Prozent In Arztpraxen wird mehr als jeder vierte Euro mit Privat leistungen erwirtschaftet Der Anteil war in den vergangenen Jahren allerdings erstmals wie der rückläufig wie das Statisti sche Bundesamt feststellt HONORAR Der aktuelle Honorartipp Neustart für die Videokonferenz Videokonferenzen mit Patienten kön nen als eine der ersten telemedizini schen Leistungen abgerechnet werden Das gilt zwar bereits seit April dieses Jahres doch erst im Sommer haben die ersten Anbieter ein Zertifikat vorlegen können das Voraussetzung für die Ab rechnung ist Um folgende Leistungen geht es EBM Nr 01439 Die eigentliche Leis tung der Videosprechstunde ist be wertet mit 9 27 Euro Sie kann aber nur abgerechnet werden wenn es keinen persönlichen Arzt Patienten Kontakt im Quartal gegeben hat Der Patient muss zudem bekannt sein das heißt in einem der beiden Vor quartale persönlich in der Praxis ge wesen sein EBM Nr 01450 Der Technik Zu schlag 4 21 Euro kann bis zu 47 Mal im Quartal bei einer Videosprech stunde abgerechnet werden Mit ihm sollen die Kosten für die Bereitstel lung der Technik abgedeckt werden Die Bewertung der neuen Leistung ist unter Ärzten umstritten Vorteile kann die Videokonferenz aber auch in der Praxisorganisation bringen Das gilt zum Beispiel bei der Verlaufskontrolle bei chronischen Wunden ein Teil der Hausbesuche kann eingespart werden Die Anbieter die ein Zertifikat vorwei sen können sind im Internet bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung abrufbar Die Adresse www kbv de html videosprechstunde php Moderates Plus in der GKV deutliche Steigerung in der UV GOÄ Die Honorarsteigerungen fallen in die sem Jahr je nach Kostenträger sehr un terschiedlich aus Der Preis für erbrachte Leistungen von Vertragsärzten Orientie rungswert genannt steigt zum 01 Janu ar um 1 18 Prozent von 10 53 Cent auf 10 65 Cent Zusätzlich können die Ärzte mit Steigerungen ihrer Budgets und mehr extrabudgetärem Honorar rechnen was Mehreinnahmen von bis zu einer knappen Milliarde Euro bringen kann Deutlich höher fallen die Steigerungen in der Unfallversicherung aus Leistungen die nach der UV GOÄ abgerechnet wer den sind in der Bewertung zum 01 Okto ber um acht Prozent aufgewertet worden Weitere Erhöhungen in den kommenden drei Jahren um jeweils drei Prozent sind vorgesehen so dass sich über vier Jahre eine Erhöhung um 18 Prozent ergibt Von den neuen Honoraren profitieren vor allem die sogenannten Durchgangsärz te D Ärzte in erster Linie Unfallchirur gen und Orthopäden Aber auch Hausärz te die zum Beispiel die Erstversorgung bei Schulunfällen übernehmen werden pro fitieren Zusätzlich sind zum 01 Oktober für Anästhesieleistungen neue Leistungs legenden eingeführt worden Auch damit seien deutlich höhere Gebühren verbun den hieß es von der KBV die das Hono rar mit den Trägern der Unfallversicherung ausgehandelt hat Ausgenommen von der linearen Erhöhung sind einige Leistungen die in den vergangenen Jahren bereits deutlich erhöht worden waren Gutach tergebühren Schreibgebühren Gebühren für die Hautkrebsbehandlung Zuschläge für das ambulante Operieren und für am bulante OP Leistungen Dermatologie Urologie Orthopädie Augenheilkunde Radiologie Nuklearmed Strahlentherapie HNO Heilkunde Chirurgie Frauenheilkunde Innere Medizin Pädiatrie Allgemeinmedizin Arztpraxen gesamt 46 43 42 39 38 38 35 32 22 16 15 26 Zahnmedizin 51 Privatmedizin wichtige Säule für Ärzte Anteil der Einnahmen 2015 in Prozent Quelle Statistisches Bundesamt


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