medNachrichten Q4 Seite 7

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Seite 6 Seite 7 Deutsche Bank medNachrichten Ausgabe 4 2017 Keine Unterstützung bei Überversorgung Unterdurchschnittlich frequentierte Arzt praxen müssen zwar grundsätzlich die Möglichkeit haben innerhalb von fünf Jah ren auf den Durchschnitt ihrer Fachgrup pe zu wachsen Daraus ergibt sich aber kein Anspruch auf eine dauerhafte Unter stützung durch die Kassenärztliche Verei nigung KV wenn diese Praxen in über versorgten Regionen ihre Fallzahlen nicht auf das Durchschnittsniveau steigern kön nen So entschied kürzlich das Bundessozi algericht das sich mit der Klage von sieben überwiegend kleineren urologischen Pra xen aus den Regionen Flensburg und Kiel zu befassen hatte Aktenzeichen B6 KA 3 17R Die Praxisinhaber hatten eine be sondere Unterstützung gefordert weil sie infolge der bestehenden Überversorgung die Durchschnittszahlen ihrer Fachgruppe nicht erreichen konnten und angesichts der Dichte des Angebots an urologischen Pra xen in ihrem Umfeld auch keine Chance sahen dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern könnte Tatsächlich belegen die Zahlen die Über versorgung Auf Landesebene beträgt der Versorgungsgrad in der Urologie in Schles wig Holstein 145 Prozent im Raum Kiel erreicht der Versorgungsgrad sogar 198 Prozent Einer solchen Überversorgung Kleine Praxen müssen die Chance haben auf den Durchschnitts wert ihrer Fachgruppe zu wachsen Anspruch auf Unterstützung durch die KV haben sie aber in überversorgten Gebieten nicht STEUERN RECHT FINANZEN muss eine KV bei ihrer Honorarverteilung aber nicht zwangsläufig Rechnung tra gen urteilte der Vertragsarztsenat des Bun dessozialgerichts Insbesondere sei die KV nicht verpflichtet kleinen Praxen ei nen Ausgleich zu verschaffen in Schles wig Holstein beispielsweise durch ein er höhtes Punktzahlvolumen Eine solche dauerhafte Stützung wäre mit dem Ge sichtspunkt der Honorarverteilungsgerech tigkeit außerhalb von Härtefallregelungen grundsätzlich nicht zu vereinbaren heißt es in der Urteilsbegründung Ohne Unterstützung haben Praxen damit nur die Option sich im Wettbewerb um Pa tienten nach der Decke zu strecken Aktuelle Finanzmarktthemen Der steinige Weg zur Normalität Die unorthodoxe Politik der bedeuten den Notenbanken war ein wichtiger Fak tor bei der Bewältigung der Finanzkrise wird nun aber immer mehr zum Problem für die Finanzstabilität Zwar lassen sich Anzeichen einer geldpolitischen Norma lisierung beobachten allerdings nicht überall im gleichen Maße Mehr dazu und zu weiteren Kapital marktthemen erfahren Sie unter www deutschebank de mum dem Invest ment Infoportal mit Einschätzungen von Dr Ulrich Stephan Chef Anlage stratege für Privat und Firmenkunden der Deutschen Bank Prinzipiell gilt ambulant vor stationär Der Vorrang der ambulanten vor einer sta tionären Behandlung gilt auch dann wenn die stationäre Leistungserbringung güns tiger angeboten wird als die ambulante Das entschied kürzlich das Landessozial gericht Sachsen Nach Ansicht der Richter gilt der Grundsatz ambulant vor stationär solange ein Klinikaufenthalt medizinisch nicht notwendig ist Im konkreten Fall hat te eine Klinik im Raum Chemnitz mehre re Patienten stationär chemotherapeu tisch behandelt Die Kassen beauftragten den Medizinischen Dienst mit einer Über prüfung und weigerten sich anschließend die Kosten für die Chemotherapie zu über nehmen Begründung Die Klinikaufent halte seien nicht erforderlich gewesen Das Krankenhaus argumentierte es sei nicht absehbar gewesen dass die Thera pien ohne Komplikationen verlaufen wür den Außerdem verwies es auf Kostenvor teile im Medikamenteneinkauf die an die Kostenträger weitergegeben würden Sowohl das Sozialgericht Chemnitz als auch das Landessozialgericht Sachsen wiesen die Klage des Krankenhauses ab Das LSG verwies zur Begründung auf den Grundsatz ambulant vor stationär und stellte ausdrücklich klar dass dieser unab hängig von den Kosten gelte Zwingende medizinische Gründe für eine stationäre Chemotherapie habe es in den verhandel ten Fällen nicht gegeben Damit seien die Fälle als Fehlbelegungen einzustufen Aktenzeichen L12 KR244 16 Das BSG hat entschieden Es gibt kein Recht auf ei nen Durchschnittsumsatz vege Fotolia com Dringliche Einbestellungen sind sorgfältig zu überwachen Bei dringlichen Einbestellungen sollten Pra xisinhaber sorgfältig darauf achten dass die Patienten tatsächlich in der Praxis ge wesen sind Unterbleibt dies kann es zu ei nem Verstoß gegen die Pflicht zur weiteren therapeutischen Beratung kommen Ein solcher Fall wurde kürzlich vor dem Bundesgerichtshof BGH verhandelt An lass war eine Krebsvorsorgeuntersuchung einer jungen Frau in einer gynäkologi schen Praxis Ein Abstrich ergab einen un klaren PAP III Befund der weitere Abklä rung erforderte Die Ärztin schickte der Patientin ein Rezept für Vaginaltabletten die vorrangig gegen Trichomoniasis einge setzt werden Im konkreten Fall sollten sie aber für eine Aufhellung des Zellbildes und so für bessere Untersuchungsergeb nisse sorgen Anschließend sollte die Pati entin erneut in der Praxis erscheinen Tatsächlich kam sie erst neun Monate später wegen eines Rezeptes Ein erneu ter Abstrich ergab Gebärmutterhalskrebs Vier Operationen folgten Die Patientin klagte wegen mangelnder Aufklärung sie hatte wegen der Vaginaltabletten eine Pilzerkrankung vermutet Das Berliner Kammergericht konstatierte einen Be funderhebungsfehler was der BGH nicht bestätigte Allerdings müsse das Kam mergericht jetzt prüfen ob das Anschrei ben der Praxis eine angemessene Auffor derung zum erneuten Arztbesuch enthielt Ein Sachverständiger hatte eine Pflicht zur Kontrolle abgeleitet ob die Patientin das Anschreiben richtig verstanden hat


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