Themen: Brexit, 04. 01.2021

Brexit: Informationen zur Handelbarkeit von Wertpapieren

   

Am 24.12.2020 verständigten sich das Vereinigte Königreich (UK) und die EU-Kommission inhaltlich auf das „Handels- und Kooperationsabkommen“, das am 1. Januar 2021 zunächst vorläufig in Kraft getreten ist und provisorisch bis maximal zum 28. Februar 2021 gelten soll. Wir gehen auf Grundlage der aktuell vorliegenden Informationen davon aus, dass bis zum 28. Februar 2021 und auch ab dem Inkrafttreten dieses Abkommens ein Handel in Wertpapieren ohne größere Einschränkungen möglich sein wird. In Bezug auf den Handel mit Aktien erwarten wir folgende Änderungen:

Können Kundenaufträge (Kauf oder Verkauf) in Aktien von Unternehmen aus UK (erkennbar an der internationalen Wertpapierkennnummer - ISIN -, die mit GB beginnt) weiterhin ausgeführt werden?

Wir rechnen derzeit mit keinen Einschränkungen in der Möglichkeit der Ausführung solcher Aufträge. Aufträge in solchen Aktien werden auf Grundlage der aktuellen Informationen weiterhin an den Börsen/Ausführungsplätzen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraum und an den Börsen/Ausführungsplätzen in UK ausführbar sein.

Können Kundenaufträge (Kauf oder Verkauf) in Aktien von Unternehmen aus den vVerbleibenden EU-Staaten (EU27) und Norwegen, Lichtenstein und Island (erkennbar an der internationalen Wertpapierkennnummer –ISIN–-, die mit einer Länderkennung der EU27 bzw. Norwegen, Lichtenstein oder Island beginnt) weiterhin ausgeführt werden?

Aufträge in solchen Aktien werden auf Grundlage der aktuellen Informationen weiterhin an den Börsen/Ausführungsplätzen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums der EU ausführbar sein. An den Börsen/Ausführungsplätzen in UK werden diese ausschließlich in der Währung britische Pfund Sterling (Great Britain Pound) ausführbar sein.

Können Kundenaufträge in Aktien von Nicht-UK-Unternehmen (ISIN beginnt nicht mit GB) weiterhin an Börsen/Ausführungsplätzen in UK ausgeführt werden?

Kundenaufträge in solchen Aktien können auf Grundlage der aktuellen Informationen nach einem no-deal Brexit nicht mehr an Börsen/Ausführungsplätzen in UK ausgeführt werden. Ein Handel an allen Börsen/Ausführungsplätzen innerhalb der EU und in Drittstaaten (außerhalb EU, der Schweiz und UK, z.B. Börse New York), die wir gemäß unseren Ausführungsgrundsätzen angebunden haben, wird weiterhin möglich sein. Da für unsere Kunden Börsen und Handelsplätze innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums die mit Abstand am meisten genutzten Börsen/Ausführungsplätze darstellen, erwarten wir im täglichen Geschäft hier keine größeren Auswirkungen in der Auswahl von Börsen/Ausführungsplätzen für unsere Kunden.

Bitte beachten Sie: Diese Informationen beziehen sich ausschließlich auf die Handelsmöglichkeiten von Aktien. Eine Aussage zu Preisveränderungen oder Marktschwankungen von Aktien im Fall eines no-deal Brexit ist damit nicht verbunden.

Kundenaufträge in allen anderen Wertpapieren (z.B. Investmentfonds, Zertifikate oder Anleihen):

Hier erwarten wir keine wesentlichen Änderungen der bisherigen Möglichkeiten zur Ausführung von Kundenaufträgen zum Kauf oder Verkauf dieser Wertpapiere.

Dienstleistungsangebot im Wertpapiergeschäft mit Kunden mit ständigem Wohnsitz in UK:

Die Verwahrung von Wertpapieren und die Ausführung von Kundenaufträgen (z.B. zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder deren Übertragung) werden weiterhin wie bisher auch möglich sein. Bitte beachten Sie jedoch die oben genannten Einschränkungen zum Handel von Aktien an Börsen in UK, die unabhängig vom ständigen Wohnsitz des Kunden gelten. Sofern in UK ansässige Kunden bisher die Dienstleistung der Anlageberatung in Anspruch genommen haben, könnten sich aufgrund der geänderten Gesetzeslage in UK Änderungen im möglichen Serviceangebot ergeben. Bitte sprechen Sie hierzu Ihren Berater in der Filiale an.