Immobilien: stabil auch in der Krise

In der Coronavirus-Krise erwiesen sich Immobilieninvestments insgesamt als solides Anlagefundament. Langfristig bleiben die Ertragsaussichten interessant. Dabei sollten Anleger jedoch die Entwicklungen in den unterschiedlichen Sektoren und Regionen im Blick behalten.

Die wichtigsten Fakten:

  • In den meisten Regionen keine coronabedingten Rücksetzer
  • Nachfrage auch nach Büroimmobilien dürfte hoch bleiben
    • Breite Streuung des Immobilienportfolios erscheint ratsam 
    Immobilien

    Kaum ein Wirtschaftszweig war 2020 so wenig von der Coronavirus-Krise betroffen wie die Bauwirtschaft. Zwar fiel die weltweite Produktion im März um 12 Prozent, doch schon im Sommer erreichte sie wieder das Vorkrisenniveau und stützte damit in vielen Ländern die allgemeine konjunkturelle Entwicklung. 

    Dieser Trend dürfte sich fortsetzen: Die Deutsche Bank rechnet, abhängig vom weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie, für die globale Bauproduktion 2021 mit einem Anstieg von bis zu 2,0 Prozent, gefolgt von plus 5,4 Prozent im Jahr 2022. 

    "Anstieg der globalen Bauproduktion 2021 von bis zu +2,0 Prozent, gefolgt von +5,4 Prozent im Jahr 2022 möglich."


    Preisniveaus gut behauptet

    Auch bei den Kaufpreisen kam es in den meisten Regionen nicht zu einem coronabedingten Einbruch. Das galt insbesondere für Wohnimmobilien. Hier stieg das Preisniveau mancherorts sogar stark an: In Deutschland beispielsweise verteuerten sich Häuser und Wohnungen vom Jahresanfang bis Ende November im Durchschnitt um mehr als 7 Prozent.

    Kräftige Preiszuwächse gab es auch in den Niederlanden oder Großbritannien. Treiber dieser Entwicklung waren im Umfeld eines anhaltend niedrigen Zinsniveaus unter anderem die staatlichen Maßnahmen zur Absicherung der privaten Einkommen sowie der verstärkte Trend zum mobilen Arbeiten. In Deutschland dürften die Preise im Jahr 2021 weiter anziehen: Trotz gestiegener Produktion wird immer noch zu wenig gebaut, um die Nachfrage insbesondere nach urbanem Wohnraum zu decken.

    "Häuser und Wohnungen verteuerten sich in Deutschland um 7 Prozent."

    Am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt sind die Aussichten trotz eines coronabedingten Nachfragerückgangs im Jahr 2020 weiterhin solide: Bei einer durchschnittlichen Leerstandsquote von nur 3,4 Prozent dürften die Mietrenditen für Büroimmobilien 2021 stabil bleiben. Zudem ist rund die Hälfte der bis 2022 geplanten neuen Büroflächen bereits vorvermietet. Auch weltweit dürfte der Bedarf an Büroflächen nach der flächendeckenden Verfügbarkeit der COVID-19-Impfstoffe schnell wieder steigen, denn nicht nur in Deutschland entstehen neue Arbeitsplätze vor allem im Dienstleistungsbereich. Hier gilt es allerdings im Blick zu behalten, ob der durch COVID-19 eingeläutete Trend zum mobilen Arbeiten nach dem Ende der Pandemie anhält und inwieweit er die Büroflächennachfrage beeinflusst. Besonders stark gefragt dürften in vielen Regionen weltweit Industrie- und hier vor allem Logistikimmobilien bleiben, denn viele Online-Händler suchen neue Lagerhäuser und moderne Verteilzentren mit guter Verkehrsanbindung. Klassische Einzelhandelsimmobilien könnten dagegen weiter unter Druck geraten.

    "Mietrenditen für Büroimmobilien bleiben stabil (Trend zum mobilen Arbeiten beachten). Immobilien des Einzelhandels weiter unter Druck."


    Portfolio breit diversifizieren

    Immobilieninvestments könnten für entsprechend risikobereite Anleger auch 2021 ein wichtiger Baustein innerhalb eines breit diversifizierten Portfolios sein. Sowohl die vielerorts immer noch zu geringe Bautätigkeit als auch ein anhaltend niedriges Zinsniveau sprechen für Wohnimmobilien: Häuser und Eigentumswohnungen dürften weiterhin knapp bleiben und die Finanzierungskosten niedrig. Bei Gewerbeimmobilien könnten sich angesichts der  unterschiedlichen Entwicklung der verschiedenen Sektoren breit aufgestellte Immobilienfonds empfehlen.

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