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Die Corona-Krise hinterlässt auch an den gewerblichen Immobilienmärkten in der Eurozone Spuren: Im 2. Quartal brachen die Investitionen um rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Die Halbjahresbilanz fällt zwar mit einem Plus von 4 Prozent noch ansprechend aus. Die zunehmenden Anzeichen für eine zweite COVID-19-Infektionswelle lassen jedoch an einer spürbaren Erholung der Märkte bis Jahresende zweifeln. Die Beschränkungen im Reiseverkehr halten insbesondere Investoren aus Übersee fern. Es ist zu erwarten, dass Logistik- und Büroimmobilien sich schneller erholen als Einzelhandelsimmobilien.

Strukturelle Veränderung

Vor allem in den europäischen Metropolen macht sich der fehlende Auslandstourismus negativ bei den Einzelhandelsumsätzen bemerkbar. Gleichzeitig haben während der ersten Lockdown-Phase deutlich mehr Konsumenten im Internet eingekauft. Ein Teil von ihnen könnte das Kaufverhalten nachhaltig verändert haben – die wieder steigenden Infektionszahlen dürften die Entwicklung nun zusätzlich zementieren. Dies belastet den Einzelhandelsimmobiliensektor besonders stark. Entsprechend länger dürfte es dauern, bevor die Mieten und Immobilienwerte wieder alte Niveaus erreichen.

Nur kurzfristig hat sich der massive Wirtschaftseinbruch auf die Flächennachfrage von Logistikimmobilien ausgewirkt. Die schnelle Erholung in der Industrie und die Dynamik der Digitalisierung sprechen für eine rasche Rückkehr der Mieten und Immobilienwerte zum Vorkrisenniveau. Logistikimmobilien profitieren nachhaltig vom anhaltenden Trend zum Online-Shopping.

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Redaktionsschluss: 08.10.2020