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Kaum eine Branche hat sich so schnell von der Corona-Krise erholt wie der Bausektor. Weltweit fiel die Produktion im Baugewerbe im März 2020 um 12 Prozent. Nach der Stabilisierung im April erreichte sie bereits im Sommer wieder Vorkrisenniveau. Der aktuelle Lockdown sollte die Bauwirtschaft kaum beeinträchtigen. Allerdings hat sich das Geschäftsklima im deutschen Bauhauptgewerbe im Dezember 2020 bei kleinen und mittleren Unternehmen leicht eingetrübt. Das einschlägige KfW-ifo-Mittelstandsbarometer verzeichnet einen Rückgang um 0,7 Zähler auf 7,7 Saldenpunkte, bleibt damit aber über dem langfristigen Durchschnitt seit 2005.

Steigende Mieten

Gute Perspektiven bietet vor allem der Wohnungsbau. Der Sektor profitiert von Einkommenshilfen, vom Trend zum Homeoffice sowie von günstigen Finanzierungskonditionen. Insbesondere in den Metropolen trifft eine unvermindert hohe Nachfrage auf ein zu knappes Angebot. Zwar wird in Deutschland so viel gebaut wie seit 20 Jahren nicht mehr. Insgesamt fehlen aber weiterhin rund eine Million Einheiten. Eine Studie von 

Empirica und CBRE ergab für Boomregionen einen Rückgang der Leerstandsquote auf zuletzt nur noch 1,9 Prozent. Damit dürfte sich auch 2021 die langjährige Entwicklung steigender Mietpreise fortsetzen –
auch wenn das Institut der deutschen Wirtschaft mit einer schwächeren Dynamik in den Städten rechnet. Gleichzeitig könnten Mieten und Kaufpreise im Umland stärker als bisher zulegen – Folge einer begrenzten Migration aus Metropolen in die Speckgürtel. Kompakte Stadtwohnungen bieten häufig nicht die räumlichen Bedingungen für das Arbeiten von zu Hause aus.

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Redaktionsschluss: 13.01.2021; 16 Uhr