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Die Corona-Krise hinterlässt deutliche Spuren in Teilen des Immobiliensegments und beschleunigt dabei auch bereits laufende Entwicklungen. So haben die Lockdowns dem Online-Handel zusätzlichen Schub verliehen – in den USA explodierte das Geschäft im 3. Quartal 2020 um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Marktanteil kletterte auf 16 Prozent. Auf der anderen Seite gingen vergangenes Jahr 45 größere Einzelhandelsketten in Konkurs – fast doppelt so viele wie 2019. Entsprechend erzielten US-Industriegebäude 2020 vor allem dank Lagerhallen eine Gesamtrendite von 11,8 Prozent, während Einzelhandelszentren eine negative Rendite von -7,5 Prozent ablieferten.

Steigende Mieten

US-Einkaufszentren beherbergen oft viele Kaufhäuser und Bekleidungsgeschäfte, die nun straucheln. Gleichzeitig profitierten Logistikimmobilien, die für eine schnelle Abwicklung der Online-Bestellungen und Retouren entscheidend sind. Die coronabedingte Verschiebung der Konsumausgaben von Dienstleistungen zu Waren hat diese Effekte noch verstärkt. Die Deutsche Bank erwartet eine Fortsetzung des Trends und präferiert innerstädtische Einzelhandelskonzepte mit starker Ausrichtung auf Lebensmittel und Services. 

Der Mix aus Waren des täglichen Bedarfs und Dienstleistungen von Fitnessstudios und Restaurants sollte langfristig dem Online-Handel besser Paroli bieten können als das Angebot in klassischen Einkaufszentren. Die entsprechende Nachfrage könnte vor allem in US-Regionen mit hohem Bevölkerungszuwachs spürbar steigen. Allerdings droht langfristig als Folge eines möglichen Preisanstiegs ein Überangebot an Logistikimmobilien.

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Redaktionsschluss: 04.03.2021; 12 Uhr