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Die Corona-Pandemie hat mobiles Arbeiten und Homeoffice deutlich gestärkt. Wie nachhaltig der Trend in Europa ist, hängt nach Einschätzung der Deutschen Bank von verschiedenen Aspekten ab. Klassische Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Anzahl der Bürobeschäftigen oder Flächenangebot spielen eine zentrale Rolle bei der Immobilien- und Standortbewertung. Ein ebenso wichtiger Gradmesser ist die Pendlerzeit zwischen Büro und Wohnort. Umfragen zeigen, dass sich viele Arbeitnehmer vorstellen können, künftig zwei Tage in der Woche von zu Hause aus zu arbeiten – je länger die Fahrtdauer zur Arbeit, desto größer der Anreiz.

Voraussetzung hierfür sind allerdings ein geeignetes Geschäftsmodell und ein entsprechender Digitalisierungsgrad. Das bietet insbesondere Unternehmen, die aktuell ohnehin einen strukturellen Wandel durchlaufen, die Chance, Einsparpotenziale zu nutzen. Technologieintensive Branchen wie Finanzen oder IT, in denen viel am Computer oder Laptop gearbeitet wird, können leichter auf Homeoffice umstellen als arbeitsintensive Bereiche (Krankenpflege, Logistik).

Steigende Mieten

Der aktuelle Homeoffice-Trend trifft die europäischen Office-Standorte unterschiedlich. Besonders stark betroffen dürfte London sein. Der Finanzsektor spielt in der britischen Metropole eine wichtige Rolle und die durchschnittliche Fahrtzeit ist vergleichsweise hoch. Auch in München und Mailand könnte sich angesichts relativ hoher Büromieten der pandemiebedingte Trend zu mehr Heimarbeit verstetigen. In Städten mit geringen Fahrtzeiten und niedrigen Büromieten (Barcelona, Amsterdam) sind die Anreize dagegen geringer.

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Redaktionsschluss: 04.02.2021, 16 Uhr