Quelle: Philippe Lejeanvre / Getty Images

Viele Investoren überschätzen die Auswirkungen einer US-Präsidentschaftswahl auf die Immobilienmärkte. Ein Blick auf die Historie des einschlägigen NCREIF Property Index (NPI) zeigt: Die Renditen gewerblicher US-Immobilien entwickeln sich bislang unter den verschiedenen politischen Konstellationen ähnlich. Zwischen 1978 und 2020 verzeichnete der NPI durchschnittlich eine jährliche Rendite von 10,3 Prozent, wenn ein Demokrat im Weißen Haus das Sagen hatte, und von 8,1 Prozent unter einem republikanischen Präsidenten. Häufig haben Wahlen in den Bundesstaaten und auf lokaler Ebene direktere Folgen für Investoren, wenn etwa Immobiliensteuern neu festgesetzt oder Mietgesetze verändert werden.

Strukturelle Veränderung

Wichtigster Nachfragemotor für US-Immobilien ist die Wirtschaftsentwicklung. Die Fundamentaldaten und Bewertungen werden in erster Linie von zyklischen Trends und Zinssätzen bestimmt. Allerdings können Entscheidungen aus Washington auch für Immobilien wichtige Faktoren verschieben. So dürften unter US-Präsident Joe Biden die Steuern für Unternehmen und Bezieher hoher Einkommen tendenziell steigen sowie Kapitalgewinne höher besteuert werden. Mittelfristig könnte darunter das US-Wirtschaftswachstum leiden. Ein schwacher Arbeitsmarkt und eine geringere Konsumnachfrage wären wohl auch eine Belastung für US-Gewerbeimmobilien (Büro, Einzelhandel). Eine stärkere Besteuerung von Immobilieninvestoren würde sich kurzfristig negativ auf Liquidität, Preise und Margen auswirken.

Aktuelle Marktkommentare erhalten Sie im täglichen Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“.

Redaktionsschluss: 12.11.2020