Zur Finanzierung der Corona-Lasten haben die Euroländer ihre Anleiheemissionen massiv ausgeweitet und seit Jahresbeginn eine Billion Euro platziert – ein Zuwachs um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Den Großteil der zusätzlich emittierten Papiere hat die Europäische Zentralbank (EZB) absorbiert und damit größere Marktverwerfungen verhindert. Auch für künftige Anleihekäufe steht der EZB ausreichend Spielraum zur Verfügung. Das erwartete Volumen im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) dürfte sich für den Rest des Jahres auf 290 bis 370 Milliarden Euro belaufen. Insgesamt stehen der EZB über das Notfallprogramm PEPP 1.350 Milliarden Euro zur Verfügung. Bei einem wöchentlichen Ankaufsvolumen in Höhe von 20 bis 25 Milliarden Euro reicht das Geld etwa bis Mitte 2021.

Zusätzliche Käufe

Auch die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bleibt locker. Nach der letzten Sitzung rechnen alle 17 Währungshüter im Offenmarktausschuss zumindest bis Ende 2021 mit einem Leitzins nahe Null. 13 Mitglieder erwarten erst Ende 2023 eine Anhebung. Die Märkte preisen die erste Zinserhöhung sogar erst für Herbst 2024 ein. Die Notenbank betonte erneut, dass sie künftig ein durchschnittliches Inflationsziel von 2 Prozent anpeilt. Während sich der Arbeitsmarkt bis Ende 2023 erholen könnte, werde das Preisziel bis dahin aber nicht erreicht. Außerdem plant die Fed ihre Anleihekäufe mindestens im derzeitigen Umfang fortzusetzen.

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Redaktionsschluss: 08.10.2020