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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Januar erwartungsgemäß ihren expansiven geldpolitischen Kurs bestätigt. Das im Dezember auf insgesamt 1,85 Billionen Euro aufgestockte Corona-Krisenprogramm (PEPP) für den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen läuft unverändert bis März 2022. Inzwischen haben die Notenbanker auch im Protokoll vermerkt, dass das PEPP nicht voll ausgeschöpft werden muss.

Die EZB lässt aber keinen Zweifel daran, so lange wie erforderlich Anleihen zu kaufen, um insbesondere den Staaten die Möglichkeit zu geben, die hohen pandemiebedingten Ausgaben günstig zu refinanzieren. Außerdem betonte EZB-Chefin Christine Lagarde, die Wirtschaft weiter mit Liquidität unterstützen zu wollen. Zuletzt konnten sich die Geschäftsbanken der Eurozone im Dezember mit günstigen Langfristkrediten (TLTRO) eindecken. Die Institute bestätigten in einer Umfrage für das 4. Quartal, dass die Maßnahmen dazu beigetragen haben, eine Verschlechterung ihrer Refinanzierungskosten zu vermeiden.

Neuer Stresstest

Die EZB plant ein internes Kompetenzzentrum Klimaschutz – auch um die Folgen des Klimawandels etwa auf Verbraucherpreise zu erfassen. 2022 müssen sich die Eurozonen-Banken einem Klima-Stresstest unterziehen. Außerdem erwägt die EZB offenbar, Klimaaspekte bei ihren Anleihekäufen stärker zu beachten. Kritiker sehen es nicht als Aufgabe der EZB an, „grüne“ Finanzpolitik zu betreiben. Bundesbank-Chef Jens Weidmann etwa warnt vor einem Glaubwürdigkeitsverlust.

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Redaktionsschluss: 04.02.2021, 16 Uhr