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Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) lotet die Optionen einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik aus. Aktuell nimmt die Fed monatlich Staats- und Unternehmensanleihen im Volumen von mindestens 120 Milliarden US-Dollar in die Bilanz. Die Deutsche Bank erwartet aber eine Ausweitung der Anleihekäufe beim nächsten Treffen des Offenmarktausschusses am 16. Dezember. Zwar zeigt sich die US-Wirtschaft in der Corona-Pandemie trotz anhaltend hoher Infektionszahlen robust. Es überwiegt der Optimismus, dass die in Kürze verfügbaren Impfstoffe und eine Einigung auf ein neues US-Fiskalpaket die Konjunktur zusätzlich stützen könnten. Doch bis diese Faktoren ihre Wirkung entfalten, dürften noch einige Monate ins Land ziehen.

Mögliche Einigung

Außerdem muss die Fed ihre umfangreichen Notfallkreditprogramme (TALF, PMCCF, SMCFF, MSLP, PPP), die sie im Frühjahr zur Bewältigung der Corona-Krise aufgelegt hat, zum Jahresende beenden – eine Entscheidung der noch amtierenden US-Regierung. Das ist heikel, denn die gewaltige Schlagkraft der Programme mit einem Gesamtvolumen von 4,5 Billionen US-Dollar wirkt beruhigend auf die Märkte. Allerdings könnte die nun anstehende Rückzahlung von nicht verwendetem Risikokapital die Einigung auf ein Fiskalpaket im Kongress befördern. Ohnehin besteht die berechtigte Hoffnung, dass die designierte US-Finanzministerin und Ex-Fed-Chefin Janet Yellen im Ernstfall eine Neuauflage der Notfallkreditprogramme ermöglicht.

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Redaktionsschluss: 10.12.2020