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Auf die Europäische Zentralbank (EZB) ist Verlass. Einen Tag nach Ankündigung eines „Lockdown-Light“ in Deutschland haben Europas Währungshüter auf ihrer Ratssitzung Ende Oktober zwar stillgehalten. Weder an den Zinssätzen noch an den Anleihekaufprogrammen wurde geschraubt. Doch die Botschaft an die Märkte war eindeutig: Die Notenbanker überprüfen bis Dezember den Einsatz weiterer geldpolitischer Mittel.

Mehr Ankäufe

Die Deutsche Bank erwartet nun, dass der EZB-Rat im Dezember das Gesamtvolumen der Anleihekäufe um 300 bis 500 Milliarden auf dann bis zu 1,85 Billionen Euro aufstockt. Die monatlichen Anleihekäufe aus dem Notfallprogramm PEPP würden so 2021 vermutlich auf 95 bis 110 Milliarden Euro zulegen – und sich damit auf dem Niveau dieses Jahres bewegen. PEPP läuft offiziell im Juni 2021 aus, soll aber mindestens so lange beibehalten werden, wie die Corona-Pandemie in Europa tobt. Außerdem lasse die konjunkturelle Erholung in der Eurozone bereits seit September wieder nach, die zweite Corona-Welle schwäche die Euro-Wirtschaft spürbar. Ihre Maßnahmen wird die EZB von der weiteren Entwicklung der Pandemie und den finanziellen Hilfen der Euro-Staaten abhängig machen.

Denkbar wäre auch ein aggressiveres Vorgehen. Mittel der Wahl könnte im nächsten Schritt dann eine Verlängerung der Laufzeiten der Liquiditätshilfen TLTRO für Banken sowie eine Anhebung der Obergrenze für deren Kreditaufnahme sein.

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Redaktionsschluss: 12.11.2020