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Aufgrund wachsender Inflationssorgen befürchten Investoren, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) früher als bislang erwartet die geldpolitischen Zügel anziehen könnte. Das Risiko eines erneuten sogenannten „Taper Tantrum“ steht im Raum. 2013 hatte die Fed überraschend die Verringerung von Anleihekäufen angekündigt. Doch Fed-Chef Jerome Powell hat den Spekulationen mit dem Verweis auf die anhaltend schlechte Lage am US-Arbeitsmarkt vorerst den Boden entzogen.

Keine Negativzinsen

Die Impferfolge in Großbritannien bieten Raum für Konjunkturoptimismus. Lautete die Frage im Januar noch, ob die Bank of England (BoE) 2021 den Pfad der Negativzinsen einschlagen wird, spekulieren Analysten nun über Zinserhöhungen. Das Ende der Mehrwertsteuersenkung, der Brexit-bedingte Preisdruck bei Importen, steigende Energiepreise und eine stärkere statistische Gewichtung von Lebensmitteln und Mieten könnten die Inflationsrate über die Zielmarke der BoE in Höhe von 2 Prozent steigen lassen. Viel wird davon abhängen, wie schnell und stark sich der britische Arbeitsmarkt erholt und ob nach der Pandemie höhere Preise für Dienstleistungen durchsetzbar sind. Eine Lohn-Preis-Spirale ist aktuell nicht in Sicht. Deshalb könnte die Inflationsrate 2022 bereits wieder sinken. Nach Meinung der Deutschen Bank wird die BoE ihre expansive Geldpolitik vorerst beibehalten, aber keine Notwendigkeit für Negativzinsen sehen und Leitzinserhöhungen kaum vor 2023 vornehmen.

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Redaktionsschluss: 04.03.2021; 12 Uhr