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Die Deutsche Bank erwartet für 2020 einen Rückgang des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,5 Prozent und prognostiziert für 2021 einen Rebound von 5,2 Prozent. In den USA könnte sich das BIP-Minus des abgelaufenen Jahres auf -3,5 Prozent belaufen und die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 4 Prozent zulegen.

Ein bedeutender Faktor für die US-Konjunktur ist der private Konsum. Weil die Demokraten nun auch die Mehrheit im Senat haben, könnten die Corona-Hilfen kräftig aufgestockt werden – US-Konsumenten winken weitere 468 Milliarden US-Dollar. Anders als im Frühjahr, als die Bürger wegen zunehmender Arbeitsplatz- und Einkommensunsicherheit Staatshilfen auf die hohe Kante gelegt und die Sparquote bis auf 33 Prozent erhöht haben, könnte das zusätzliche Geld den Konsum stärken.

Quelle: Bloomberg L.P.; Stand: 07.01.2021. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen

Hoffnung auf einen Aufschwung macht auch die überraschend gute Stimmung in der US-Industrie. Der Einkaufsmanagerindex ISM für das Verarbeitende Gewerbe ist im Dezember um 3,2 auf 60,7 Punkte gesprungen. Die Zeichen stehen auf Expansion.

Kräftiger Aufschwung

Eine noch stärkere Erholung traut die Deutsche Bank inzwischen der EU zu: 5,5 Prozent im Jahr 202 und 3 Prozent im Jahr 2022. Trotz neuer Höchststände bei den Covid-19-Neuinfektionen und eines umfassenden Lockdowns hat sich jedenfalls die Stimmung der deutschen Wirtschaft im Dezember unerwartet aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe befindet sich mit 58,6 Punkten auf dem höchsten Stand seit fast drei Jahren. Besonders überraschte aber der Stimmungsaufschwung im Dienstleistungssektor, der besonders stark unter den Corona-Beschränkungen leidet: Der Service-PMI legte um 1,7 auf 47,7 Punkte zu – und nähert sich damit im Lockdown der Expansionsschwelle von 50 Punkten.

Die Verlängerung der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Januar könnte zwar zu einem Rückschlag führen. Die robuste Lage in der Industrie, die sich auch in anderen Ländern der Eurozone zeigt (PMI Verarbeitendes Gewerbe Eurozone: 55,5 Punkte), macht aber berechtigte Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft gut durch die zweite Welle kommen und anschließend schnell auf einen Erholungskurs einschwenken könnte.

Schneller als die USA und Europa findet offenbar die Region Asien/Pazifik zu alter Stärke zurück. Das gilt allen voran für China. Das Land könnte zu den wenigen großen Volkswirtschaften gehören, in denen die Wirtschaft 2020 wächst. Für dieses Jahr prognostiziert Oxford Economics für China sogar ein BIP-Plus von knapp 8 Prozent. Die Einschätzung, dass sich die Wirtschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Erde auf dem Weg zur Normalisierung befindet, bestätigte sich zuletzt: Im November 2020 legten Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze um 7 Prozent beziehungsweise 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Steigende Exporte

Die Eindämmung der Infektionen in Asien hat frühzeitig die Wiederbelebung der ökonomischen Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum ermöglicht. Der IWF rechnet dort deshalb für 2020 nur mit einem moderaten BIP-Rückgang um 2,2 Prozent. Eine kräftige Erholung könnte 2021 ein Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent ermöglichen. Von der robusten Konjunktur in Asien profitiert der deutsche Außenhandel überproportional. Die Region war auch 2020 mit einem Anteil von knapp 17 Prozent wichtigste Exportdestination. China liegt mit einem Anteil am Export von 7,8 Prozent nun knapp vor Frankreich (7,6 Prozent). Absatzmarkt Nummer 1 bleiben die USA. Es besteht die Hoffnung, dass sich 2021 mit der Wirtschaftserholung und wieder engeren Handelsbeziehungen der US-Anteil an den deutschen Ausfuhren von zuletzt 8,5 Prozent auf über 9 Prozent erhöhen könnte.

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Redaktionsschluss: 13.01.2021; 16 Uhr