Geldanlage: 7 Mythen im Faktencheck

Bei Themen rund um Geld, Niedrigzins und Börse ist es oft nicht einfach, Fakten und Vorurteile auseinanderzuhalten. Und manchmal sind die Wahrheiten von gestern heute schon überholt. Wir schaffen Klarheit darüber, was zutrifft und was Mythos ist.

1. Mit der Geldanlage sollte man warten, bis Corona vorbei ist.

Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung und -verbreitung haben die Aktienmärkte bereits beflügelt. Haben die, die im letzten Jahr nicht in Aktien investiert haben, den richtigen Zeitpunkt verpasst und sollten nun abwarten? Statt auf den richtigen Einstiegszeitpunkt zu warten, kann es sinnvoll sein, regelmäßig kleinere Beträge anzulegen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 brachen die Aktienkurse auf der ganzen Welt innerhalb weniger Wochen ein – der DAX beispielsweise fiel innerhalb weniger Tage um fast 40 Prozent . Es folgte eine Erholungsrallye, begleitet von starken Schwankungen. Dennoch verzeichnete der deutsche Leitindex sogar Höchststände. Der rasante Kursanstieg wirft die Frage auf: Lohnt sich ein Einstieg noch? Oder ergeben sich nach Corona möglicherweise interessantere Einstiegsgelegenheiten, wenn die Lage planbarer wird?

Den richtigen Einstiegszeitpunkt für eine Geldanlage zu finden, fällt jedoch selbst Anlageprofis schwer. Wer zu lange wartet, verpasst vielleicht den Aufschwung; wer zu früh an die Börse zurückkehrt, dem drohen Verluste. Für private Anleger könnte es sich von daher empfehlen, regelmäßig und langfristig etwas Geld zu investieren – zum Beispiel mit einem ratierlichen Investmentplan.

Der legt monatliche Beträge in einem aktiv gemanagten Fonds oder in einem ETF an, der einen Aktienindex wie den DAX oder den MSCI World nachbildet. Ein solcher Plan ist schon ab Beträgen von 25 Euro pro Monat möglich. Die monatlichen Einzahlungen können die Gefahr reduzieren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt einzusteigen. Zudem kann der regelmäßige Erwerb von Fondsanteilen einen günstigen durchschnittlichen Kaufpreis ermöglichen. Wie der Einstieg an der Börse für Sie gelingen kann, besprechen unsere Berater gerne mit Ihnen. Wir freuen uns auf Sie!

So gelingt der Einstieg an der Börse

Unsere Berater helfen Ihnen, die für Sie passende Anlagestrategie zu finden.

2. Geldanlage ist ein Vollzeitjob – dafür habe ich keine Zeit!

Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe – die Vielfalt der Möglichkeiten zur Geldanlage sind mannigfaltig. Auf den ersten Blick scheint es viel Zeit zu erfordern, ein zur eigenen Situation und persönlichen Risikobereitschaft passendes Portfolio zusammenzustellen. Zudem braucht dieses auch aufmerksame Pflege. Es sollte regelmäßig geprüft und unter Umständen angepasst werden, damit es zur aktuellen Marktlage passt – zum Beispiel, wenn eine schwankungsanfällige Anlageklasse wie Aktien an Wert gewonnen hat oder wenn die Kurse an den Börsen fallen. Anleger möchten dann vielleicht zeitweise den Aktienanteil erhöhen bzw. verringern.

Doch diese Arbeit können Anleger auch delegieren, zum Beispiel an eine digitale Vermögensverwaltung, auch Robo Advisors genannt.

So können Sie beispielsweise mit ROBIN, der digitalen Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, in börsengehandelten Indexfonds (ETFs) aus den Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe investieren. Dies ermöglicht eine breite Streuung der Anlagen bei überschaubaren Kosten. Auf Grundlage einer vorangegangenen Prüfung und der von Ihnen mitgeteilten finanziellen und persönlichen Angaben sowie Ihrer Risikobereitschaft und des Anlagehorizonts schlägt ROBIN eine Anlagestrategie für Ihre Vermögensverwaltung vor. Das Portfolio wird täglich an die aktuelle Marktsituation angepasst – und Sie haben Zeit für die schönen Dinge im Leben. Weitere Informationen zu ROBIN, der digitalen Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, finden Sie hier.

3. Die Inflation spielt keine Rolle mehr – da kann ich das Geld auf dem Konto lassen.

Die Inflation war lange Zeit sehr niedrig. Auf dem Konto sollte man sein Erspartes trotzdem nicht lassen – denn die Verbraucherpreise werden schon bald wieder steigen.

Die Coronavirus-Pandemie hat den Preisen in Deutschland einen kräftigen Dämpfer versetzt. Laut Statistischem Bundesamt stieg der Verbraucherpreisindex 2020 nur um 0,5 Prozent, in der zweiten Jahreshälfte war die Inflation negativ. Schon in den Jahren davor waren die Preise nur wenig gestiegen. Mit zunehmender wirtschaftlicher Erholung nach der Covid-19-Pandemie kann sich dies jedoch ändern.

Die Experten der Deutschen Bank erwarten für 2021 einen Anstieg der Inflation auf zwei Prozent, da sich die Wirtschaft weiterhin erholen könnte, Corona-Hilfsgelder fließen und die Verbraucher in Deutschland wieder mehr Geld ausgeben könnten. Für Sparer bedeutet die Rückkehr der Inflation vor allem eines: Der reale Gegenwert des Kapitals, das unverzinst auf dem Konto liegt, wird mit der Zeit immer weniger. Bei einer angenommenen Inflation von dauerhaft zwei Prozent hätten 1.000 Euro nach zehn Jahren nur noch eine Kaufkraft von rund 820 Euro.

Doch Sparern steht je nach Risikobereitschaft eine Reihe von Möglichkeiten offen, die eine höhere Rendite als das Sparbuch bieten, aber auch mit möglichen Wertverlusten einhergehen: zum Beispiel offene Immobilienfonds, Multi-Asset-Fonds oder digitale Vermögensverwaltungen. Gerne erörtern unsere Berater mit Ihnen Ihre Optionen.

4. Beim nachhaltigen Investieren geht es nur um Umweltschutz

Laut dem Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) entdecken Privatanleger zunehmend nachhaltige Geldanlagen und tragen spürbar zum Gesamtwachstum derselben bei. Doch vielen ist nicht klar, dass es nicht nur um „Environmental“ – also den Schutz von Natur und Klima – geht, sondern ebenso um „Social“ und „Governance“.

Abgekürzt werden die drei Nachhaltigkeitskriterien mit ESG. Was sich hinter diesen drei Buchstaben verbirgt, erläutern wir im Folgenden:

  • E steht für „Environmental“: Das Unternehmen produziert umweltfreundlich, zum Beispiel durch Filteranlagen oder eine müllvermeidende Produktionsweise. Weitere Fragen an die Unternehmen sind, ob sie erneuerbare Energien verwenden oder die Herausforderungen des Klimawandels berücksichtigen.
  • S steht für „Social“: Das Unternehmen schafft faire soziale Bedingungen für Mitarbeiter, für Lieferanten und für die Gemeinden, in denen es tätig ist. Darunter fallen Chancengleichheit, das Einhalten von Geschlechter- und Behindertenquoten oder Weiterbildungschancen.
  • G steht für „Governance“: Es gibt interne Kontrollen zur Einhaltung von Gesetzen sowie Regeln und zur Vermeidung von Risiken, transparente Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption oder eine Vergütung für Vorstände, wenn sie Nachhaltigkeitsziele erreichen.

Neben dem Umwelt- und Klimaschutz fördern ESG-Anlagen also auch Unternehmen mit transparenten Strukturen, sozialer Verantwortung und hoher Diversität. Und sie sind nicht nur gut für das Gewissen: Firmen, die die ESG-Kriterien erfüllen, sind demnach häufig effizient sowie nachhaltig geführt und haben motivierte Mitarbeiter. Das zeigt sich auch in den Zahlen: So entwickelte sich der auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien zusammengestellte Index MSCI Europe SRI in den letzten fünf Jahren um 41 Prozent besser als der Standard-Index MSCI Europe. Welche Möglichkeiten für nachhaltiges Investieren sich Ihnen bieten, besprechen unsere Berater gerne mit Ihnen.

Erfahren Sie mehr zu unseren nachhaltige Anlagemöglichkeiten.

5. Der Immobilienboom ist bald vorbei – da lohnt sich ein Investment nicht mehr

Viele erwarten, dass die Coronavirus-Pandemie zu einem Ende des Immobilienbooms führt. Tatsächlich spricht aber viel dafür, dass das Wachstum weitergehen könnte.

Seit Jahren steigen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland. Besonders rasant ist die Entwicklung in den Metropolen: In München haben sie sich laut Experten der Deutschen Bank zwischen 2009 und 2020 mehr als verdoppelt. So mancher nimmt daher an, dass das Ende des Booms unmittelbar bevorstehen müsse – und dass sich eine Geldanlage in Immobilien nicht mehr lohne.

Doch wenig weist auf eine Abkühlung hin. Die Immobilienpreise in Deutschland stiegen laut dem Verband deutscher Pfandbriefbanken auch im Corona-Jahr 2020 um 6 Prozent, angeführt von Wohnimmobilien mit einem Plus von 7,5 Prozent . Selbst genutztes Wohneigentum verteuerte sich sogar um 8,5 Prozent.

Hauptgrund für den Preisanstieg ist die hohe Nachfrage nach Wohnungen in den Großstädten. Das Angebot ist zwar groß, aber immer noch zu gering, um die Nachfrage zu decken. Es könnte also sein, dass die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland weiter zulegen.

Um an dieser Entwicklung zu partizipieren, müssen Sie weder ein Haus noch eine Wohnung kaufen. Mit einem offenen Immobilienfonds können Sie schon mit verhältnismäßig kleinen Beträgen am Immobilienmarkt teilhaben. Zudem sind in solchen Fonds Objekte aus mehreren Sektoren – wie zum Beispiel Büro- und Logistikimmobilien – enthalten, was für eine breitere Risikostreuung sorgt. Welches Potenzial Immobilien mittel- bis langfristig haben könnten, erfahren Sie im Kapitalmarktausblick. Gerne unterstützen Sie auch unsere Berater bei Ihrer Geldanlage.

6. Wer erfolgreich an der Börse investieren will, muss reich sein.

Um an der Börse Geld zu investieren, brauchen Sie nicht viel Startkapital. Mit einem ratierlichen Investmentplan können Sie schon ab 25 Euro an der Entwicklung der Aktienmärkte teilhaben.

Beim Stichwort „Börse“ denken viele Menschen an große Investmentgesellschaften oder vermögende Spekulanten. Doch Sie müssen nicht überdurchschnittlich wohlhabend sein, um an der Börse anlegen zu können. Tatsächlich investieren laut Deutschem Aktieninstitut 2020 bereits 12,4 Millionen Deutsche in Aktien oder Aktienfonds; im internationalen Vergleich verteidigen die Deutschen ihren Ruf als Sparernation aber weiterhin. Für interessierte und entsprechend risikobereite Anleger kann beispielsweise ein ratierlicher Investmentplan ein interessanter Einstieg in die Börse sein, der monatliche Beträge in einem aktiv gemanagten Fonds anlegt – oder in einem ETF, der die Wertentwicklung eines Aktienindex wie des DAX oder des MSCI World weitgehend nachbildet. Eine solche ratierliche Investition ist schon ab Beträgen von 25 Euro pro Monat möglich.

Wer sich für ein Investment an den Kapitalmärkten interessiert, sollte sich zuerst folgende Fragen stellen:

  • Welches Sparziel verfolge ich und wann will ich es erreichen?
  • Wie risikobereit bin ich und inwiefern kann ich starke Schwankungen oder Verluste verschmerzen?
  • Welche Renditevorstellung habe ich?

Die Antworten auf diese Fragen geben erste Hinweise darauf, ob ein Investment an der Börse für Sie in Betracht kommen könnte. Denn die damit verbundene Chance auf eine höhere Rendite bringt immer auch ein entsprechendes Risiko mit sich. Wie der Einstieg an der Börse für Sie gelingen kann, besprechen unsere Berater gerne mit Ihnen.

7. Fürs Alter muss ich nicht vorsorgen – das übernimmt der Staat.

Die gesetzliche Rente wird nicht einmal die Hälfte Ihres Einkommens betragen – sorgen Sie daher rechtzeitig vor. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten.

Der Staat übernimmt die Versorgung im Alter nur zu einem Teil – und dieser wird auch noch immer kleiner. Denn die Durchschnittsrente eines Menschen, der 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat, beträgt aktuell weniger als die Hälfte seines Durchschnittsbruttoeinkommens. Tendenz: fallend – bis 2034 wird der Wert laut Bundesregierung auf 46 Prozent sinken. Wer seinen Lebensstandard im Alter also halten möchte, sollte so früh wie möglich privat vorsorgen. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt hier das Drei-Schichten-Modell zur Vorsorge.

Die Altersvorsorge sollte sich aus folgenden drei Teilen zusammensetzen:

  • Basisvorsorge: Hierzu zählt die gesetzliche Rente sowie für Selbstständige die Basisrente („Rürup-Rente“ genannt). Sie bilden die Basis für das Einkommen im Alter.
  • Kapitalgedeckte Zusatzversorgung: Hierzu zählt zum einen die Riester-Rente, bei der der Staat Einzahlungen durch Zulagen beziehungsweise Sonderausgabenabzug fördert. Die Höhe der Förderung hängt von der Höhe der Einzahlungen ab. Ein weiterer Baustein ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV), die zwar jedem Arbeitnehmer gesetzlich zusteht, aber nicht zwangsläufig vom Arbeitgeber bezuschusst wird. 
  • Kapitalanlageprodukte: Hierzu zählen Versicherungen – zum Beispiel private Rentenversicherungen oder Kapitallebensversicherungen – sowie Kapitalmarktprodukte.

Je nach frei verfügbarem Einkommen ist es sinnvoll, möglichst früh und Schritt für Schritt mit dem Aufbau dieser Bausteine zu beginnen. Wie bei anderen Anlagezielen gilt es auch beim Thema private Altersvorsorge, zwischen Renditechancen und Risiko abzuwägen.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch.

Renditechancen und Risiken ausbalancieren – unsere Berater entwickeln mit Ihnen einen Plan für Ihre Geldanlage.