Corona macht Wohnraum im Umland von Metropolen attraktiver

Der Zuzug in die deutschen Metropolen hatte bereits vor der Corona-Pandemie zugunsten kleinerer Städte im Umland nachgelassen. Dieser Trend dürfte durch COVID-19 noch weiter verstärkt werden – wie auch die Experten des ZIA Zentralen Immobilien Ausschusses analysiert haben.

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Mehr Platz, mehr Ruhe, geringere Kosten – das waren bislang die Argumente für Wohnimmobilien jenseits der größten A-Städte in Deutschland. Auch aus diesen Gründen bevorzugten laut einer repräsentativen ZDF-Umfrage schon vor der Pandemie 39 Prozent der Befragten das Leben in einer kleineren Stadt. Nur 16 Prozent favorisierten demnach die deutschen Metropolen als Wohnort.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr dürfte für einige Bauherren und Immobilienkäufer ein weiteres Argument hinzukommen: ein geringeres Infektionsrisiko. Auch große Immobilienportale stellen diese durch den Lockdown im März verstärkte Entwicklung mittlerweile fest.

Den Trend zum Immobilienkauf in Klein- und Mittelstädten hat nun auch der Zentrale Immobilien Ausschuss analysiert. So kommen die Verfasser des aktuellen ZIA-Herbstgutachtens vom Spitzenverband der deutschen Immobilienwirtschaft zu dem Schluss, dass eine „verstärkte Suburbanisierungswelle“ wahrscheinlich ist. Für verschiedene Gruppen potentieller Immobilienkäufer spielen dabei unterschiedliche Argumente eine Rolle.

Beispiel Berufspendler: Selbst nachdem die Corona-Pandemie überwunden sein wird, dürften die zwangsweise erprobten Formen des mobilen Arbeitens salonfähig bleiben, analysieren die Verfasser des ZIA-Gutachtens. Dies wiederum könnte die Voraussetzungen für die Wahl des Wohnstandorts verändern.

Beispiel Familien: Hohe Preise in den Großstädten und knappe Wohnbauflächen haben schon in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern über das direkte Umfeld der Großstädte hinaus auf entferntere Standorte erstreckt, darunter viele gut angebundene ländliche Kreise und kleinere Städte.

Beispiel Senioren: Vor allem in den Ankerstädten wachsender ländlicher Kreise gewinnen altersgerechte Eigentumswohnungen laut ZIA-Gutachten an Bedeutung. Denn sie bieten Senioren die Möglichkeit, vom bisherigen Eigenheim in eine bedarfsgerechte Wohnung in einem städtisch geprägten Umfeld mit guter Infrastruktur zu ziehen.