Entlastungen für Immobilienkäufer und Bauherren im neuen Jahr

Ob Kauf oder Modernisierung: Die Finanzierung des eigenen Wohntraums wird 2021 vom Staat noch besser gefördert. Zusätzlich zur höheren Wohnbauprämie, der längeren Antragsfrist für das Baukindergeld und dem Wegfall des Solis muss der Käufer einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses ab dem 23.12.2020 nur noch höchstens die Hälfte der Maklerkosten tragen.

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Der Staat macht das Bausparen und die Finanzierung der eigenen vier Wände einfacher und attraktiver – mit vier Rechtsänderungen zum Jahreswechsel.

1. Ab 2021 wird die Wohnungsbauprämie erhöht – wir hatten Sie hierzu bereits detailliert in unserem Juli-Newsletter informiert. Unter anderem steigt die Zulage von 8,8 auf 10 Prozent, die Einkommensobergrenzen sinken. Hier die Neuerungen im Überblick:

2. Die Antragsfrist für das Baukindergeld ist ausgedehnt worden. Wer vor Baubeginn seines Eigenheims oder Abschluss eines Immobilienerwerbs steht, kann dieses nunmehr drei Monate länger beantragen, also bis zum 31.03.2021. Damit will der Staat Verzögerungen durch die Corona-Krise ausgleichen. Förderberechtigte mit einer Baugenehmigung oder einem notariellen Kaufvertrag, die vor Ende der neuen Frist datieren, erhalten je Kind jährlich 1.200 Euro für maximal zehn Jahre. Die weiteren Voraussetzungen können Sie gern noch einmal hier nachlesen.

3. Ab Januar 2021 entfällt der Solidaritätszuschlag („Soli“) vollständig – für Alleinstehende mit einem Bruttojahreseinkommen bis ca. 73.000 Euro, bei Verheirateten bis ca. 151.000 Euro. Ein guter Anlass für ein Gespräch mit Ihren Kunden. Denn der Bund will so 35,5 Millionen Bürger um rund elf Milliarden Euro im Jahr entlasten: Für rund 90 Prozent der Steuerzahler bleibt mehr Netto vom Brutto, denn der Soli-Zuschlag von 5,5 Prozent auf die Einkommensteuer entfällt. Aber: Unverändert gilt der Soli bei einem jährlichen Bruttojahreseinkommen von mehr als ca. 109.000 Euro für Alleinstehende bzw. ca. 221.000 Euro für Verheiratete und Verpartnerte. In der Milderungszone zwischen diesen Einkommensgrenzen wird zunächst ein ermäßigter Satz erhoben, der sukzessive auf den vollen Ausgangswert steigt.

4. Reform der Maklerprovision am 23.12.2020: Wer eine private Immobilie kauft, muss künftig nur noch maximal die Hälfte der Maklerkosten tragen. Das ergibt sich aus dem Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäusern. Bisher übernehmen Käufer beim Haus- oder Wohnungserwerb die Maklerprovision in der Regel vollständig.