Vorsorge mit Wohneigentum – Altersarmut vermeiden

Viele Menschen schieben das Thema Immobilienkauf und -finanzierung vor sich her. Ein Grund: Ihnen ist oft nicht bewusst, wie gut die eigenen vier Wände sie später „versorgen“ und damit gegen Altersarmut schützen können. Es gibt eine Reihe guter Argumente für die Altersvorsorge mit Immobilien, die Sie und Ihre Kunden kennen sollten.

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Die Zahl der 25- bis 40-jährigen Wohnungs- und Eigenheimbesitzer in Deutschland ist seit 2002 stark rückläufig. Das geht aus einer Studie des Pestel-Instituts für das Verbändebündnis Wohneigentum hervor. Dabei wären in der Altersgruppe der bis 40-Jährigen rund 4,1 Millionen Mieterhaushalte in der Lage, Wohneigentum zu finanzieren. Bei den geburtenstarken Jahrgängen der aktuell 40- bis 60-Jährigen hätten weitere 3,1 Millionen Haushalte „realistische Chancen zur Eigentumsbildung“, so die Studie.

Ein Grund für die Zurückhaltung: Vielen in dieser Zielgruppe ist gar nicht bewusst, wie sinnvoll Immobilienerwerb beziehungsweise -finanzierung für sie sein könnte. Mit Blick auf Wohneigentum unterstreicht die Studie dabei vor allem drei Aspekte:

  • Geringere Fixkosten: Rein statistisch ist Altersarmut oft gleichbedeutend mit „Mieterarmut“. Denn mit dem Eintritt in den Ruhestand sinkt das Nettoeinkommen in der Regel deutlich, während sich die Fixkosten kaum ändern. Ist eine selbst genutzte Immobilie zu diesem Zeitpunkt meist abgezahlt, bleiben bei Mietern die Mietzahlungen in voller Höhe erhalten. Dafür mussten laut Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) 63 Prozent der Mieterhaushalte mit einer Referenzperson ab 65 Jahren im Jahr 2016 mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens ausgeben. Zum Vergleich: Der entsprechende Anteil lag bei Eigentümerhaushalten bei nur zehn Prozent.
  • Höhere Sparquote: Die Pestel-Studie verweist zudem auf ein psychologisches Argument: Der Immobilienerwerb wirkt auch deshalb armutsvermeidend, weil er die Sparquote der Wohneigentumserwerber erhöht. Einen Nachweis dafür liefert unter anderem das Forschungs- und Beratungsinstitut Empirica, das regelmäßig Einkommens- und Verbrauchsstichproben vergleicht. Sie zeigen, dass Eigentümer im Ruhestand über rund 70 Prozent mehr Geldvermögen verfügen als Mieter – bei zuvor identischem Einkommen.
  • Aufzehrung möglich: Neben diesen empirischen Befunden stellt Wohneigentum laut Pestel-Institut auch eine Form der Alterssicherung dar, die im Laufe der Zeit „aufgezehrt“ werden kann. So haben einkommensschwächere Immobilieneigner meist die Option, Investitionen über Jahre hinauszuzögern oder gar vollständig zu unterlassen. Mietzahlungen oder -erhöhungen müssen dagegen immer gezahlt werden.

Fazit: Wohneigentum ist Vorsorge und damit Schutz vor Altersarmut – das kann ein entscheidendes Argument für eine Baufinanzierung sein. Dies gilt für einkommensstärkere Zielgruppen, denen dieser Vorsorge-Effekt noch nicht bewusst ist, und auch bei einkommensschwächeren Zielgruppen bietet der Erwerb von „kleinerem“ Wohneigentum im Alter Sicherheit und finanzielle Vorteile.