Wie COVID-19 unser Leben verändern wird

COVID-19 bringt für uns alle enorme Einschnitte in Alltag und Berufsleben mit sich. Einige Verhaltensweisen sollten nach der Pandemie in gewohnte Bahnen zurückkehren, andere sich dauerhaft wandeln – vielleicht sogar zu unserem Vorteil. Welche Trends Bestand haben dürften, prognostizieren die Experten von DB Research.

Getty Images/Geber86

Die Experten von DB Research haben schon heute einen Blick auf „Das Leben nach COVID-19“ geworfen. Das Ergebnis ihrer Analyse: 20 spannende Prognosen für unterschiedliche Bereiche – von der künftigen Finanzierung des Gesundheitssystems über die Zukunft von Flugreisen bis hin zu den langfristigen Folgen für den Profi-Fußball. Wir haben daraus drei Trends zusammengefasst, die für Sie und Ihre Kunden interessant sein dürften:

  • Homeoffice: Technisch seit Jahren möglich, dürfte COVID-19 der Arbeit von zu Hause aus den Durchbruch bringen, so DB Research. Bis zu 50 Prozent der Beschäftigten könnten nach der Pandemie im Homeoffice bleiben: 60 Prozent der Arbeitnehmer hielten sich dort für mindestens so produktiv wie im Büro, Arbeitgeber sparten mit einem „zumindest semipermanenten Wechsel“ Mietkosten. Voraussetzung: ein eigener Platz daheim für ungestörtes Schaffen. Dieser Raumbedarf stärke den Wunsch nach der eigenen Immobilie, oft außerhalb der Großstädte – mit zwei positiven Folgen: Belebung ländlicher Räume und Entlastung von Ballungszentren. Letzteres würde zudem die Infektionsgefahr bei einer weiteren Pandemie senken.
  • Digitalisierung: Die durch COVID-19 forcierte Digitalisierung hat laut DB Research die Konsumgewohnheiten bereits beeinflusst – die Experten zeigen „große Zurückhaltung“, dass Verhaltensweisen der Vor-Corona-Zeit zurückkehren. Social Distancing könnte zur „Dauereinrichtung“ werden. Die Digitalisierung verändere nachhaltig, „wie wir arbeiten, konsumieren, Kontakte knüpfen, uns unterhalten und lernen“. Das Beispiel der in der Pandemie stark gestiegenen Online-Lebensmittelkäufe zeigt positive Nebeneffekte auf: Flexible Verbraucher könnten so ihren CO2-Fußabdruck halbieren, wenn sie energieeffizient beliefert würden.
  • Klimawandel: Jenseits von Corona zählen der Kampf gegen den Klimawandel und die Bereitstellung klimaverträglicher Energie für die Experten von DB Research zu den „elementaren Herausforderungen dieses Jahrhunderts“. Sie ziehen „aus der Bekämpfung der Corona-Pandemie Lehren für die Klimaschutzpolitik“. Zwar gebe es Unterschiede, aber: Beide Probleme würden vom Staat mit dem Ordnungsrecht (Lockdown, Emissionsgrenzen) und mit Subventionen für neue Technologien (Impfstoffe, erneuerbare Energien) angegangen. Auf Dauer sei auch wegen hoher volkswirtschaftlicher Schäden ein Verzicht (Reisebeschränkungen) als Lösung undenkbar – die Förderung des technologischen Fortschritts daher der Königsweg. Die Corona-Krise biete „eine Blaupause für die Klimaschutzpolitik“, die um marktwirtschaftliche Ansätze (Emissionshandel) ergänzt werden sollte. Das Coronavirus zu bepreisen, sei hingegen „keine umsetzbare Idee“.