Wohneigentum für Best Ager: Wenn Wunsch und Wirklichkeit zusammenpassen

Die Corona-Krise stärkt gerade bei den Über-50-Jährigen den Wunsch, im Alter in den eigenen vier Wänden zu wohnen, so eine aktuelle Maklerstudie. Die Chancen für eine erfolgreiche Finanzierung stehen besser als noch 2011 – trotz der Explosion der Immobilienpreise.

Getty Images/Vesnaandjic

Die Pandemie hat den Blick vieler auf ein Leben im eigenen Zuhause noch positiver werden lassen. Eine Folge: Wohneigentum ist einer repräsentativen Studie im Auftrag des Immobilienmaklers Engel & Völkers zufolge für 45 Prozent der über 50-jährigen Deutschen in der Krise wichtiger geworden. Von den 50- bis 54-Jährigen hegt demnach jeder Fünfte den Wunsch nach einem eigenen Zuhause im Alter, von den Über-70-Jährigen sogar mehr als jeder Dritte.

Preisanstieg weckt falsche Vorstellungen

Allerdings haben sich die Preise für Wohnimmobilien in den vergangenen zehn Jahren sehr dynamisch entwickelt – gerade in den Ballungszentren. So zogen die Preise für Wohneigentum einem Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge von 2011 bis 2020 zwischen 9 Prozent (Gelsenkirchen) und 128 Prozent (Augsburg) an.

Auf den ersten Blick könnte der Preisboom bei manchem Best Ager den Eindruck erwecken, die eigenen vier Wände wären weniger erschwinglich geworden sind. Tatsächlich aber ist die Amortisationszeit für Wohnimmobilen im Zehn-Jahres-Vergleich laut IW-Berechnungen im Schnitt gesunken: In 38 von 50 betrachteten deutschen Großstädten ist Wohneigentum damit sogar erschwinglicher als 2011.

Niedrige Zinsen und genügend Eigenkapital

Das liegt vor allem an den niedrigen Zinsen. Diese hätten die Preisentwicklung überkompensiert, so die IW-Experten. Sie rechnen auch für die Zukunft nicht mit deutlich höheren Finanzierungskosten. Dafür sprächen die steigende Lebenserwartung, die mit erhöhter Ersparnisbildung einhergehe, ebenso wie die langfristigen volkswirtschaftlichen Folgen der Pandemie und die damit verbundenen Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank.

Das IW-Gutachten zeigt darüber hinaus, dass die Eigenkapitalanforderungen für den Erwerb einer selbst genutzten Immobilie von vielen Bundesbürgern erfüllt werden können, die aktuell noch zur Miete wohnen. So verfügten rund 15 Prozent dieser Haushalte über ein angespartes Kapital von 60.000 Euro und mehr.

Pandemie treibt Sparquote auf Höchstwert

Im Zuge der Corona-Pandemie dürfte sich die Eigenkapitalausstattung der Haushalte sogar noch verbessert haben. Laut dem Monatsbericht März der Bundesbank sind die Bankeinlagen privater Haushalte von Januar 2020 bis Januar 2021 um 182 Milliarden auf 1,73 Billionen Euro gestiegen. Ein Grund: Die Sparquote in Deutschland hat sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Pandemiejahr 2020 auf 16,2 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung erhöht. So dürfte sich vielfach Beratungsbedarf ergeben für die Finanzierung des altersgerechten Umbaus einer selbstgenutzten Immobilie oder für des Wechsels aus dem Eigenheim mit großem Garten in die schicke Erdgeschosswohnung nahe dem Stadtzentrum.