Aktien – 14.01.2022

Aktien: Eine gute Basis

Die wichtigsten Fakten:

  • Negative Realrenditen an den Anleihemärkten sind ein Argument für Anleger, verstärkt in Aktien zu investieren.
  • Unterschiedliche Einflussfaktoren können im Jahresverlauf geografische und sektorale Rotationen auslösen.
  • Die Trendthemen Nachhaltigkeit und Digitalisierung dürften langfristig an Bedeutung gewinnen.

Quelle: oben901 / Adobe Stock

Das war ein starkes Börsenjahr: Aktienanleger, die 2021 im globalen Index MSCI World investiert waren, verzeichneten ein überdurchschnittliches Kursplus von rund 29 Prozent. Die gelisteten Konzerne überraschten mit starken Gewinnzuwächsen um 50 Prozent gegenüber 2020. Regional lagen Investoren erneut mit US-Aktien richtig. Der Leitindex S&P 500 legte um rund 36 Prozent zu, sein europäisches Pendant STOXX 600 immerhin um fast 23 Prozent. Dagegen hat vor allem die Schwäche chinesischer Börsen Schwellenländeraktien ins Minus gedrückt: Der Hongkonger HSCEI beendete 2021 mit mehr als 18 Prozent Kursverlust (Indexentwicklungen auf Eurobasis).

Gewinnwachstum treibt die Kurse

Quelle: Refinitiv Datastream, Stand: 03.01.2022. Wertentwicklungen der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Vorübergehende Risiken

Inzwischen spricht in Asien viel für eine Erholung – und sehr viel für eine Fortsetzung der insgesamt positiven Entwicklung an den globalen Aktienmärkten. Die Deutsche Bank erwartet ein stabiles Umfeld für Aktien, solange die Realrenditen an den Anleihemärkten trotz steigender Zinsen wie prognostiziert im negativen Bereich verharren und die Entscheidungen führender Notenbanken wie erwartet ausfallen. Ein solides Gewinnwachstum im höheren einstelligen Bereich könnte die Aktiennotierungen auch 2022 stützen.

Das gilt in begrenztem Maße auch für moderat anziehende Inflationsraten. Mit den Preisen steigen oft die Umsätze und Gewinne von Unternehmen mit hoher Preismacht. Bei anhaltend starker Nachfrage können sie höhere Kosten auf ihre Kunden abwälzen. Die Deutsche Bank rechnet für US-Unternehmen mit stabilen, für europäische sogar mit steigenden Gewinnmargen.

Anfang 2022 dürften zunächst konjunktursensible Unternehmen performen. Vom Nachholbedarf der Konsumenten könnten etwa die zyklischen Sektoren Luxus, Onlinehandel oder Tourismus profitieren. Finanztiteln kämen graduell steigende Kapitalmarktzinsen mit längeren Laufzeiten zugute. Die Autoproduktion in Europa und in den USA könnte spürbar anziehen, vorausgesetzt die Halbleiterproduktion in Asien stabilisiert sich. Im 2. Halbjahr sollten dann defensive Titel und Tech-Aktien wieder stärker in den Blickpunkt rücken. Je nach Entwicklung von Inflation, Konjunktur, Zinsen und pandemischer Lage sind aber wiederholt sektorale und geografische Rotationen der Anlagefavoriten möglich.

Zu den bevorzugten Regionen könnte 2022 Europa zählen. Die Aktien werden im Vergleich zu US-Titeln aktuell so günstig gehandelt wie zuletzt vor 20 Jahren. In der Vergangenheit hat sich der STOXX 600 aber im Umfeld steigender Kapitalmarktzinsen oft überdurchschnittlich positiv entwickelt. Aussichtsreich erscheinen Investments in Wachstumswerte etwa aus dem IT-Bereich. Ebenfalls vielversprechend: Grundstoff- und Industrietitel sowie Nebenwerte. Auch in den USA könnte sich ein Blick auf kleinere und mittelgroße Firmen lohnen. Allen voran dürften dort aber Digital- und Technologiekonzerne den S&P 500 stützen. Die Bereiche Banken, Energie und zyklischer Konsum sollten den Gesamtmarkt ebenfalls outperformen. Für US-Aktien spricht eine hohe Nettogewinnmarge.

Starke Themen

Auf globaler Ebene wird Nachhaltigkeit zu einem immer wichtigeren Faktor im Portfolio. Für Anleger könnten sich Investitionen unter Berücksichtigung von ESG-Kriterien (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = gute Unternehmensführung) langfristig auszahlen. Ein wichtiges Feld ist hier die Reduzierung von CO2-Emissionen durch den Einsatz kohlenstoffarmer Energiequellen (Dekarbonisierung). Die großen Industrienationen haben sich hier für mehrere Jahrzehnte zu enormen Investitionen verpflichtet. Beispiele sind der „Green Deal“ der EU oder das Investitionspaket der US-Regierung.

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Redaktionsschluss: 13.01.2022, 18 Uhr