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Die globalen Märkte für Wohnimmobilien entwickeln sich nach wie vor robust. In vielen Ländern Europas steigen die Hauspreise weiter an – seit Jahresbeginn am stärksten im Vereinigten Königreich, in Spanien und in Deutschland mit Zuwächsen zwischen 3,4 und 4,5 Prozent. Einiges spricht dafür, dass sich der Aufschwung fortsetzt. So ist die Sparquote während der Pandemie deutlich gestiegen. In der Eurozone verfügen die privaten Haushalte vermutlich über 500 Milliarden Euro zusätzlicher Reserven, die sie für den Erwerb eines Eigenheims einsetzen könnten. Hinzu kommen historisch günstige Finanzierungsbedingungen. In Deutschland etwa liegt der durchschnittliche Hypothekenzins für Immobilienkredite mit 10 Jahren Laufzeit um 1 Prozent. Daran dürfte sich angesichts einer weiterhin expansiven Notenbankpolitik vorerst wenig ändern.

Stabile Nachfrage

Noch stärker legen die Hauspreise in den USA zu: aktuell mit einer Jahresrate von 13 Prozent. Doch anders als vor der Weltfinanzkrise 2008 sind die Privathaushalte von einer Überschuldung weit entfernt. Ihre Gesamtschulden haben sich 2020 trotz der stärkeren Kreditnachfrage nur um 4 Prozent erhöht. Gemessen am verfügbaren Einkommen geben die privaten Haushalte mit 9,4 Prozent auch dank niedriger Zinsen sogar weniger für die Finanzierung aus als vor der Krise. Damit sollte vom boomenden US-Immobilienmarkt derzeit kein Risiko für die Finanzmarktstabilität ausgehen. Die US-Fundamentaldaten sprechen noch stärker als in Europa für eine robuste Nachfrage nach Wohnimmobilien – auch weil künftig Hunderttausende von Millennials einen eigenen Haushalt gründen und Immobilien kaufen oder bauen.

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Redaktionsschluss: 08.07.2021, 14 Uhr