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Die deutsche Baubranche ist vergleichsweise gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen, der Wohnungsbau verzeichnete sogar ein Umsatzplus von rund 10 Prozent. Doch der Fachkräftemangel und das unterdurchschnittliche Produktivitätswachstum belasten den Sektor seit Jahren, nun kommen noch Themen wie Baustoffknappheit und Digitalisierung hinzu. Allerdings könnte gerade die digitale Transformation im Bauwesen der Branche zusätzlichen Schub verleihen. So versprechen der Einsatz von Drohnen und Kameras oder die Datenanalyse durch Künstliche Intelligenz mehr Sicherheit auf Baustellen. Und digitale Systeme zur vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance) erlauben es, Leistungsprobleme im Ausrüstungsbereich frühzeitig zu erkennen. Die Reparaturkosten im Bausektor lassen sich so um 5 bis 10 Prozent und der Aufwand der Wartungsplanung sogar um 20 bis 50 Prozent verringern.

Stabile Nachfrage

Zu den kostenintensivsten Herausforderungen der kommenden Jahre gehört die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks von Gebäuden. Immobilien verursachen etwa 40 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen und sind weltweit für rund 60 Prozent des Strom- und für 25 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich. Insgesamt sollten größeren Firmen Investitionen in digitale Lösungen leichter fallen. Sie dürften über Skaleneffekte stärker profitieren als kleine und mittlere Baufirmen. Aber auch IT-Dienstleister, Elektronikhersteller, Maschinenbauer und Berater für dreidimensionale Planungs- und Steuerungskonzepte über den Lebenszyklus von Immobilien (BIM) könnten Nutznießer der zunehmenden Digitalisierung der Bauunternehmen sein.

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Redaktionsschluss: 05.08.2021, 14 Uhr