Immbilien – 11.02.2022

Starke Bilanz, interessante Perspektiven

Die wichtigsten Fakten:

  • Wohnimmobilien in Deutschland sind relativ zum Einkommen günstiger als in den 1980-er Jahren.
  • Die schnelle wirtschaftliche Erholung von der Pandemie hat US-Gewerbeimmobilien gestützt.

Quelle: THANANIT / Adobe Stock

Der deutliche Preisanstieg im Segment der Wohnimmobilien in Deutschland wird von einigen Marktbeobachtern zunehmend kritisch beurteilt. Das Verhältnis von Kaufpreisen zu Mieten ist auch hierzulande in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Inzwischen werden Wohnimmobilien in Großstädten mit dem 24-fachen des jährlichen Mietertrags bewertet – ähnlich teuer waren sie zuletzt während des Wiedervereinigungsbooms Mitte der 1990er-Jahre.

Hieraus auf eine allgemeine Überbewertung zu schließen, wäre aber kaum zulässig. Denn laut einem Erschwinglichkeitsindex der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind Wohnimmobilien in Deutschland relativ zum Einkommen immer noch deutlich günstiger als beispielsweise in den 1980er-Jahren. Auch gibt es keine Anzeichen dafür, dass Wohnungen und Häuser weniger erschwinglich sind als in anderen Ländern. Unabhängig davon folgen Immobilienanlagen dem allgemeinen Renditetrend. Ein Ende des Aufschwungs am Wohnimmobilienmarkt ist vorerst nicht in Sicht.

Hohe Renditen

Unterdessen entwickeln sich Gewerbeimmobilien in den USA besser als in anderen Ländern – denn die Wirtschaft dort hat sich relativ schnell von den ersten Pandemiewellen erholt. Investoren konnten 2021 mit Anlagen in Büro-, Einzelhandels- und Logistikimmobilien durchschnittlich eine Gesamtrendite von rund 8 Prozent erzielen, die 2022 auf über 10 Prozent ansteigen könnte. Vergleichbare Investitionen in der Eurozone und im Vereinigten Königreich halten da bislang nicht mit, dürften aber immerhin Renditen im hohen einstelligen Prozentbereich abliefern.

Aktuelle Marktkommentare erhalten Sie im täglichen Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“.

Redaktionsschluss: 10.02.2022, 18 Uhr