Immbilien – 03.11.21

Immobilien: Hohe Baukosten, stabiler Aufschwung

Die wichtigsten Fakten:

  • Home-Office und Mobilitätsbeschränkungen in der Pandemie haben den Wohnimmobilienmarkt gestützt.
  • Kreditausausfälle privater Haushalte sind in den meisten Ländern aktuell nicht absehbar.

Quelle: Philippe Lejeanvre / Getty Images

Der Aufschwung am Immobilienmarkt in Deutschland ist aktuell intakt. Zunehmende Inflationssorgen und der Anstieg der Kapitalmarktrenditen seit August rücken aber weiter in den Fokus der Investoren. Außerdem haben in den vergangenen Jahren die Preise für Wohnimmobilien spürbar angezogen. Treibende Faktoren waren die hohe Nachfrage bei zu geringem Angebot, eine durchschnittliche Verdoppelung der Baulandpreise und die ökologische Transformation der Wirtschaft. So wurden Bauvorschriften verschärft, um die Pariser Klimaziele einzuhalten. Nach Analysen der Deutschen Bank macht sich die Regulierung in Richtung Klimaschutz und Dämmung bei den Bauleistungen inzwischen deutlich bemerkbar. Hier sind die Preise in den vergangenen 10 Jahren um mehr als 30 Prozent gestiegen, im ersten Halbjahr 2021 sogar um 6,4 Prozent.

Begrenztes Risiko

Sollten Inflationssorgen die Flucht in Sachwerte befeuern, könnte sich der Preisanstieg auch vom aktuellen Niveau aus noch fortsetzen. Hierzulande haben sich Wohnimmobilien 39 Quartale in Folge verteuert. Mit einem Anstieg seit 2010 um durchschnittlich 50 Prozent liegt Deutschland im OECD-Vergleich auf Rang 15. Den längsten Aufschwung verzeichneten die Niederlande von 1992 bis 2008: 67 Quartale, 266 Prozent. Den bislang größten Preisschub überhaupt erlebte Japan mit 360 Prozent in nur 56 Quartalen zwischen 1960 und 1974. Auch andere wichtige Kennzahlen relativieren die Risiken des Booms. Im Verhältnis zu den Mieten und gemessen an den Einkommen sind deutsche Wohnimmobilien günstiger als im Durchschnitt der OECD-Länder.

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Redaktionsschluss: 02.11.2021, 18.00 Uhr