Immbilien – 07.10.21

Immobilien: Intakter Aufschwung

Die wichtigsten Fakten:

  • Home-Office und Mobilitätsbeschränkungen in der Pandemie haben den Wohnimmobilienmarkt gestützt.
  • Kreditausausfälle privater Haushalte sind in den meisten Ländern aktuell nicht absehbar.

Quelle: Philippe Lejeanvre / Getty Images

Während sich die konjunkturelle Erholung in vielen Ländern verlangsamt, scheint der Aufschwung bei Wohnimmobilien ungebrochen. Dort hat sich im globalen Durchschnitt der Preisanstieg im 2. Quartal 2021 noch einmal beschleunigt. Das Plus gegenüber dem Vorjahr betrug gut 10 Prozent und erreichte damit seinen höchsten Wert seit 40 Jahren. In der Pandemie haben sich Wohnimmobilien durchschnittlich um 13 Prozent verteuert. Ein Grund für diese Entwicklung sind die guten Rahmenbedingungen, die sich während der Corona-Krise teilweise sogar noch verbessert haben. Während Mobilitätsbeschränkungen und Home-Office die Nachfrage nach Wohnraum gestützt haben, förderten auf der Nachfrageseite staatliche Einkommenshilfen und rückläufige Hypothekenzinsen die Kaufkraft. Die Verknappung bzw. Verteuerung wichtiger Baustoffe und von Bauland haben die Preise zusätzlich angeheizt.

Stabile Nachfrage

Die Entwicklung bei Wohnimmobilien hat inzwischen die Aufmerksamkeit einiger Notenbanken erregt. Übertreibungen können die Finanzstabilität gefährden, insbesondere wenn gleichzeitig die Hypothekenverschuldung der Privathaushalte stark steigt und die Ausfallrisiken in den Bankbilanzen zunehmen. Das ist in den meisten Ländern aber nicht der Fall. Die Belastung durch Zinszahlungen in Relation zu den Einkommen ist auch 2021 weiter gesunken und liegt unter dem langjährigen Durchschnitt. Kreditausfälle in großem Volumen sind kaum zu befürchten. Der Aufschwung an den meisten Wohnimmobilienmärkten ist offenbar intakt und könnte sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen noch für einige Zeit fortsetzen.

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Redaktionsschluss: 06.10.2021, 18.00 Uhr