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Wohnraum in Deutschland bleibt vorerst teuer – auch in der Corona-Krise hat sich der Preisanstieg bei Immobilien kaum abgeschwächt. Aktuell bleibt die Nachfrage größer als das Angebot. In der vergangenen Dekade haben die Preise hierzulande durchschnittlich um rund 90 Prozent zugelegt – und Immobilien sind damit auch im internationalen Vergleich hoch bewertet. München liegt inzwischen auf Platz drei der teuersten Städte Europas – Frankfurt, Hamburg, Köln und Berlin rangieren im oberen Drittel.

Unterdessen liegt laut OECD in Deutschland das Verhältnis von Hauspreisen zu Einkommen (Erschwinglichkeitsindex) mittlerweile oberhalb des langfristigen Durchschnitts – das Preisniveau am Immobilienmarkt könnte bald ein kritisches Niveau erreichen. Auf Basis einer Studie der Deutschen Bank spricht viel dafür, dass bis 2023 die Angebotsknappheit trotz wachsender Nachfrage beseitigt wird – in kleineren Städten früher, in Metropolregionen später.

Sinkende Attraktivität

Investoren müssen außerdem mit weiteren Marktregulierungen rechnen, die den Mietpreisanstieg weiter bremsen dürften. So könnte die Risikoprämie gegenüber Bundesanleihen bis 2025 so weit sinken, dass Wohnimmobilien als Anlage vorübergehend kaum noch interessant sind.

Eine massive und nachhaltige Abwärtskorrektur ist aber nicht zu erwarten. Bis 2030 könnte die Bevölkerung in Deutschland auf rund 84 Millionen anwachsen. Zudem erwartet das Statistische Bundesamt bis 2033 einen Anstieg der Singlehaushalte um 5 Prozent. Das erhöht den Bedarf an zusätzlichen Wohnungen. Eine systemrelevante Immobilienblase droht aktuell nicht.

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Redaktionsschluss: 07.04.2021, 14 Uhr