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Die Corona-Krise hat den seit einer Dekade laufenden Zyklus am deutschen Wohnungsmarkt zwar ein wenig gebremst, keinesfalls aber gestoppt. Bereits während der ersten Welle der Pandemie hatte die Deutsche Bank eine Fortsetzung prognostiziert und erwartet nun erst ab 2024 eine Trendwende. Nach wie vor treiben niedrige Zinsen, ein fundamental knappes Angebot und eine starke Nachfrage der Investoren nach Immobilien die Preise. So haben sich Wohnimmobilien in Deutschland im 4. Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,1 Prozent verteuert, wie das Statistische Bundesamt meldet. Im laufenden Jahr dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen.

Sinkende Attraktivität

Mit ihrer Krisenpolitik der Nettoanleihekäufe hat die Europäische Zentralbank auf absehbare Zeit den Boden für Negativ- und Nullzinsen bereitet. Das Renditepotenzial 10-jähriger Bundesanleihen, die als Benchmark für Hypothekenzinsen gelten, bleibt begrenzt. Die Deutsche Bank rechnet hier bis Mitte 2022 mit einer Seitwärtsbewegung. Zuletzt lagen 5-10-jährige Hypothekenzinsen bei rund 1 Prozent. Aufgrund der Zinsentwicklung bleibt Wohneigentum erschwinglich. Allerdings dürften die coronabedingt schwache Einkommensentwicklung und vermutlich weiter steigende Immobilienpreise bereits in diesem Jahr zu einem Anstieg des Erschwinglichkeitsindex führen. Der Index gilt auch als Indikator für eine mögliche Blasenbildung am Immobilienmarkt, ist aktuell aber weit von diesem Szenario entfernt. Allerdings gibt es regional erhebliche Unterschiede, die Investoren im Auge behalten sollten.

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Redaktionsschluss: 06.05.2021, 14 Uhr