Immbilien – 09.05.2022

Nicht günstig – aber weiterhin nachgefragt

Die wichtigsten Fakten:

  • In den USA und Deutschland sind die Hypothekenzinsen seit Jahresbeginn deutlich gestiegen.
  • Fehlende Rohstoffe und Arbeitskräfte begrenzen auch in Deutschland vorerst die Baukapazitäten.

Quelle: THANANIT / Adobe Stock

Seit Jahren klettern die Preise für Wohnimmobilien – am US-Häusermarkt um durchschnittlich üppige 15 Prozent in 12 Monaten (Ende März). In Deutschland meldete das Statistische Bundesamt für das 4. Quartal 2021 eine Verteuerung um durchschnittlich 12,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Eine generelle Überbewertung ist nach Meinung der Deutschen Bank aber bislang nicht gegeben. Die Mietrendite ist aufgrund steigender Preise in den vergangenen Jahren zwar gesunken. Ihr Abstand zur laufenden Verzinsung von Bundesanleihen könnte aber vorerst für Anleger interessant bleiben.

Fehlende Arbeitskräfte

Trotz hoher Preise und steigender Hypothekenzinsen gibt es in den meisten Industrieländern bislang kaum Anzeichen für eine sinkende Nachfrage. In den USA und Frankreich lag die Zahl der Baugenehmigungen zuletzt noch gut 40 Prozent über dem Vor-Pandemie-Niveau, in Deutschland waren es 13 Prozent. Weil die Bauwirtschaft über mangelnde Arbeitskräfte und Rohstoffe klagt, kann die Produktion mit der Nachfrage aber kaum Schritt halten. In den USA ist die Zahl der genehmigten, aber noch nicht gebauten Objekte daher so hoch wie seit 1974 nicht mehr. Eine nennenswerte Ausweitung der Baukapazitäten ist auf kurze Sicht kaum zu erwarten. Im deutschen Baugewerbe sind inzwischen rund 5 Prozent der Stellen unbesetzt, in anderen Ländern sieht es nicht besser aus. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Hypothekenzinsen könnte die Aufwärtsdynamik an den Wohnimmobilienmärkten zwar abbremsen. Sinkende Preise für Häuser und Wohnungen erwartet die Deutsche Bank aber derzeit an den meisten Standorten nicht.

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Redaktionsschluss: 05.05.2022, 18 Uhr